Wolfssichtung
Wolf zwischen Sendenhorst und Albersloh entdeckt?

Sendenhorst/Albersloh -

Für Daniel Schuhmacher und seinen Kollegen Florian Rammrath war es klar. Das Tier, das Schuhmacher am Donnerstagmorgen auf einem Feld hinter dem Sägewerk Brinkschulte zwischen Sendenhorst und Albersloh gesehen hatte, war ein Wolf. Das Foto, das Schuhmacher machte, scheint das zu belegen.

Donnerstag, 25.01.2018, 19:27 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 25.01.2018, 15:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 25.01.2018, 19:27 Uhr
Dieser Schnappschuss gelang Daniel Schuhmacher am Donnerstag zwischen Sendenhorst und Albersloh. Noch gibt es keine Bestätigung, dass es sich um einen Wolf handelt.
Dieser Schnappschuss gelang Daniel Schuhmacher am Donnerstag zwischen Sendenhorst und Albersloh. Noch gibt es keine Bestätigung, dass es sich um einen Wolf handelt. Foto: Daniel Schuhmacher

Mittlerweile ist die Sichtung von offizieller Seite bestätigt worden

Fachleute wollten sich zunächst nicht so schnell festlegen. Auch Diethild Nordhues-Heese vom Regionalforstamt Münster, die vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) als Luchs- und Wolfsberaterin genannt wird, riet erst einmal dazu, in Ruhe prüfen zu lassen, ob es sich wirklich um einen Wolf handelt. Auch sie habe das Foto inzwischen bekommen und werde es an die zuständigen Fachleute weiterleiten. 

Außerdem erinnert sie sich an ein Gespräch, das sie mit Gastkindern der Tschernobylaktion geführt habe. „Für diese Kinder ist die Existenz von Wölfen alltäglich. Sie bewerfen einen Wolf mit Steinen und machen ihm so die Nähe von Menschen ungemütlich“, hätten die Kinder damals berichtet. Und der Wolf lerne schnell, fügt Diethild Nordhues-Heese hinzu.

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Berufsjäger identifiziert Trittsiegel

Auch Thorsten Heitmann wurde am Donnerstag ein Foto zugestellt, auf dem ein Wolf zu sehen sein könnte. Der Berufsjäger, der für das Revier Kaldewei zuständig ist, machte sich gleich auf den Weg in die Bauerschaft Alst, wo das Tier gesichtet worden sein soll. „Ich wollte mich natürlich zuerst davon überzeugen, dass es sich nicht um eine Fotomontage handelt“, erzählt Thorsten Heitmann, der vor Ort ein sogenanntes Trittsiegel sichern konnte. Das ordnete er nach erster Inaugenscheinnahme einem Wolf zu. Der Berufsjäger hat sich daraufhin ebenfalls direkt an die zuständigen Stellen gewandt. Das LANUV und sogenannte Wolfsberater sind informiert.

Der Naturschutzbund (NABU) merkt allerdings zum Trittsiegel an: „Die Trittsiegel von Wolf und Hund sind leicht zu verwechseln und führen oftmals zu falschen Verdächtigungen: Bei großen Hunderassen ähneln sich Pfoten und Spuren so sehr, dass selbst Experten sie nur sehr schwer unterscheiden können.“

Der Bereich in dem das Tier gesehen wurde, gehört zum Revier Kellner. Der Berufsjäger glaubt, dass es sich um einen jungen Wolf handelt, der sein altes Rudel verlassen hat, um ein neues Gebiet zu suchen. „Ich vermute, das Tier zieht an Albersloh und Sendenhorst vorbei.“ Thorsten Heitmann rät: „Kein Grund zur Panik.“

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
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