Rosenmontagsbilanz: Tritte, Schläge und viel Müll
Durchwachsener Kehraus

Sendenhorst/Albersloh -

Die Bilanz nach Rosenmontag ist durchwachsen. Bei Auseinandersetzungen gab es Tritte und Schläge. Eine Rettungssanitäterin wurde verletzt. Die Polizei hat einige Strafverfahren eingeleitet. Zwölf alkoholisierte Minderjährige wurden aus dem Verkehr gezogen. Ein Problem war einmal mehr der Müll, vor allem der aus Glas.

Dienstag, 13.02.2018, 14:02 Uhr

Aktion Saubermann: Einige Karnevalisten machten sich am Dienstagmorgen daran, den Kirchplatz vom Müll zu befreien. Prinzessin Andrea I. ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen.
Aktion Saubermann: Einige Karnevalisten machten sich am Dienstagmorgen daran, den Kirchplatz vom Müll zu befreien. Prinzessin Andrea I. ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Foto: Josef Thesing

Die Bilanz der Polizei fiel für Sendenhorst bis zum Abend des Rosenmontags nicht so rosig aus. „Die meisten polizeilichen Einsätze fielen bisher in Sendenhorst an“, heißt es im Bericht der Kreispolizeiverwaltung – und das im Vergleich bezogen auf die Karnevalsveranstaltungen im gesamten Kreis. Eine besondere „Duftmarke“ setzte dabei ein alkoholisierter 19-Jähriger aus Drensteinfurt, der sich gleich mit einer ganzen Handvoll Polizisten angelegt hatte. Er wurde festgenommen und zur Wache nach Ahlen gebracht, nachdem er die Beamten beleidigt, bedroht und auch körperlich angegangen sei.

Auf drei weitere „Karnevalisten“ warten nach Polizeiangaben ebenfalls Strafverfahren, nachdem sie – überwiegend alkoholisiert – gewalttätig geworden waren. Im Festzelt auf dem Rathausplatz schlug gegen 17.45 Uhr ein Mann bei einem Streit unter mehreren Personen einem 21-Jährigen ohne erkennbaren Grund ins Gesicht. Als eine gleichaltrige Frau die beiden trennen wollte, fing sie sich ebenfalls einen Schlag an den Kopf ein. Sie musste vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren werden.

Bei einem weiteren Einsatz wurde eine Rettungssanitäterin verletzt und musste vom Arzt behandelt werden. Sie hatte von einer Frau einen Tritt in die Rippen erhalten. Auf diese   „Närrin“ wartet nun ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.    

Auch in Albersloh ging es – ganz ohne Rosenmontagszug – zur Sache. Gegen 17.45 Uhr bedrohte ein 17-Jähriger einen 15-Jährigen mit einem Messer. Der 15-jährige machte sich davon, womit die Situation laut Polizeibericht aber noch nicht bereinigt war. Ein 19-Jähriger stellte den 17-Jährigen zur Rede – und fing sich von seinem zwei Jahre jüngeren Widerpart mehrere Schläge ins Gesicht ein. Die Polizei nahm den Täter in Gewahrsam und übergab ihn seinen Eltern.

Hochbetrieb herrschte mitunter im Haus Siekmann, in dem das Jugendamt des Kreises gemeinsam mit der Stadt und Sanitätern eine „zentrale Aufnahmestelle“ für alkoholisierte Kinder und Jugendliche eingerichtet hatte. Zwölf Fälle mussten abgearbeitet werden. Die Betroffenen wurden den Eltern übergeben. „Man sollte das aber nicht zu sehr überbewerten“, meint der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Wolfgang Huth . Ein Beispiel: Eine 16-Jährige musste von einem Laternenpfahl gestützt werden, bevor sie „eingesammelt“ worden sei. Weitere Konsequenzen gibt es für die Jugendlichen nicht, es sei denn später zu Hause . . .

Ein Problem war einmal mehr der Müll, vor allem der aus Glas. Ein generelles Glasverbot sei aber kaum durchzusetzen, erklärt Huth. Besonders gravierend sei auch diesmal die Vermüllung im Bereich der Realschule gewesen. Dort wolle das Ordnungsamt im kommenden Jahr „mehr Präsenz zeigen“.

Verkehrsmäßig gab es keine Probleme – mit einer etwas kuriosen Ausnahme. Ein polnischer Lkw-Fahrer hatte sich, vielleicht den Hinweisen seines Navis folgend, an einer Absperrung festgefahren. Er musste halt warten, bis der Zug durch war. „Die kompletten Sperrungen haben sich bewährt“, sagt Huth.

Eine zufriedene Bilanz zum Rosenmontag ziehen die Karnevalisten, wobei Prinzessin Andrea I. den anstrengenden Tagen und ihrer etwas angeschlagenen Gesundheit irgendwann Tribut zahlen musste. Beim traditionellen Fegen des Kirchplatzes am Dienstagmorgen war sie jedenfalls nicht dabei. „Sie ist krank“, berichtete Thomas Lohmann aus ihrem „Kochlöffel-Team“. Noch am Tag danach freute sich Lohmann über das gute Wetter und die große Teilnahme am Rosenmontagszug.

Und auch darüber, dass die letzte Karnevalswoche und der Straßenkarneval mit der „Last-Minute-Prinzessin“ und einigen Erkrankungen trotz der nicht optimalen Voraussetzungen so reibungslos über die Bühne gegangen seien.  

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