Neuer Eigentümer plant Wohnungen
Der Saal soll abgerissen werden

Sendenhorst -

Der Saal des Bürgerhauses soll abgerissen werden. Der neue Eigentümer Werner Bisplinghoff plant den Bau von Wohnungen, weil der Saal nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könne. Auch in den ehemaligen Fraktions- und Sitzungeräumen sollen Wohnungen entstehen. Das Restaurant selbst soll aber erhalten bleiben.

Donnerstag, 22.02.2018, 11:02 Uhr

Der Saal am Bürgerhaus soll Wohnungen weichen. So sehen es die Pläne des Besitzers der Immobilie, Werner Bisplinghoff vor. Das Bürgerhaus hat in den vergangenen Jahrzehnten für viele Schlagzeilen gesorgt.
Der Saal am Bürgerhaus soll Wohnungen weichen. So sehen es die Pläne des Besitzers der Immobilie, Werner Bisplinghoff vor. Das Bürgerhaus hat in den vergangenen Jahrzehnten für viele Schlagzeilen gesorgt. Foto: Josef Thesing

Wohin? Diese Frage werden sich künftig Vereine und größere Gesellschaften in Sendenhorst häufiger stellen müssen, wenn es um einen Saal für Treffen und Festivitäten geht. Wohin? Diese Frage stellt auch CDU-Fraktionschef Peter Abke für die heutige Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Er will die Stadtverwaltung „beauftragt wissen“, sich – vereinfacht ausgedrückt – auf die Suche nach einem ausreichend großen Saal oder Veranstaltungsraum in Sendenhorst zu machen. Denn wenn Werner Bisplinghoff seine Pläne umsetzen kann, dann ist der Saal des Bürgerhauses alsbald Geschichte: Er wird abgerissen.

„Das Bürgerhaus hat einen neuen Besitzer“ titelten die WN am 28. Juni 1997. Das könnte auch der Titel in der heutigen Ausgabe sein – zumal der damalige neue Eigentümer der gleiche ist wie der heutige. Seinerzeit hatte Werner Bisplinghoff das Haus nach viel politischem Hin und Her von der Stadt gekauft. „Damit wird ein Schlusspunkt unter jahrelange Bemühungen gesetzt, das Bürgerhaus zu privatisieren“, erklärte der damalige Bürgermeister Franz-Josef Reuscher bei der Vertragsunterzeichnung.

Heute hat Bisplinghoff das Haus, das ihm lange gehörte, quasi von einer Investorengesellschaft zurückgekauft. Zwischendurch hatte es immer mal wieder vergebliche Anläufe gegeben, das Haus anderweitig zu vermarkten. „Die Eigentümer waren halt weit weg“, sagt Werner Bis­plinghoff im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten.

Alle Pächter hatten in der Vergangenheit mehr oder weniger große Probleme, den Saal wirtschaftlich betreiben zu können. Die Zahl der Veranstaltungen dort ist seit Jahren übersichtlich. Und im Winter muss für eine Veranstaltung wie in der vergangenen Woche die der CDU lange vorgeheizt werden. Kalt war es trotzdem. „Über einen weiteren Saalbetrieb müssen wir auch deshalb nicht groß sprechen“, erklärt Bisplinghoff. „Der Saal ist wirtschaftlich nicht für die wenigen Veranstaltungen zu unterhalten. Der Aufwand ist zu groß.“ Bisplinghoff will, die noch nicht vorliegenden Baugenehmigungen vorausgesetzt, den Saal abreißen lassen und an dessen Stelle ein Haus mit Wohnungen in unterschiedlicher Größe bauen. Architekten hat er bereits beauftragt, und die Angelegenheit wird auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt Anfang März stehen. Auch das Obergeschoss des Haupthauses, das viele Jahrzehnte von der Stadt für die Sitzungen der politischen Gremien und der Fraktionen genutzt wurde, soll zu Wohnungen umgebaut werden. Die Innenstadt sei eine attraktive Wohnlage. „Das Restaurant bleibt“, sagt Bisplinghoff – und nach Stand der Dinge auch unter dem heutigen Betreiber.

„Für ein lebendiges Stadtleben mit Veranstaltungen vieler Vereine, Verbände, Chöre, Schulen und Kindergärten, Parteien und sonstiger Gruppen benötigt der Ortsteil Sendenhorst – wie andere Ortschaften ähnlicher Größe – einen zeitgemäßen, ausreichend großen Saal oder Raum“, meint Peter Abke. Das gelte auch für Veranstaltungen heimischer Unternehmen, private Feiern und Bürgerversammlungen der Stadt. Deshalb sei die Stadt gefordert, „sich rechtzeitig um die Frage der Ermöglichung eines alternativen Saalangebots“ zu kümmern, und zwar „unmittelbar vor Ort“.

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