Stadt sucht neue Schiedsperson
Gustav Grafe muss bald aufhören

Albersloh -

Die Stadt sucht eine neue Schiedsperson. Gustav Grafe hat nach 15 Jahren die hierfür geltende Altersgrenze überschritten und kann nicht nochmal wiedergewählt werden. Die Wahl durch den Rat der Stadt gilt für zunächst fünf Jahre. Die Schiedsperson wird vom Direktor oder der Direktorin des zuständigen Amtsgerichts fachlich betreut.

Mittwoch, 28.03.2018, 08:03 Uhr

Am „Hochzeitstisch“ in der Veraltungsnebenstelle bemüht sich Schiedsmann Gustav Grafe noch bis zum 1. Juli um die Schlichtung. Dann muss er aus Altersgründen aufhören.
Am „Hochzeitstisch“ in der Veraltungsnebenstelle bemüht sich Schiedsmann Gustav Grafe noch bis zum 1. Juli um die Schlichtung. Dann muss er aus Altersgründen aufhören. Foto: Christiane Husmann

Nach 15 Jahren muss Gustav-Adolf Grafe aufhören. Der Albersloher ist längst in den Siebziegern. Und deshalb muss er aus Altersgründen zum 1. Juli seinen Job als Schiedsmann aufgeben. Eine erneute Wiederwahl ist nicht möglich. „Die Aufgabe des Schiedsmannes ist es, zwischen den Parteien zu vermitteln und nach Möglichkeit für alle Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden“, hat Grafe das Ehrenamt mal in einem Interview mit den WN umrissen. Dabei kam ihm sein ehemaliger Beruf als Oberlehrer für erwachsene Strafgefangene an der JVA Münster zugute.

Und sein Charakter natürlich auch. Mit Bedacht und Ruhe näherte sich der Schiedsmann den Fällen, bei denen Emotionen meistens eine große Rolle spielen. Gustav Grafe sah den Gang zum Schiedsmann stets als eine Chance, unbürokratisch, kostengünstig und außergerichtlich Problemlösungen zu finden. Und das ausgerechnet am „Hochzeitstisch“ in der Verwaltungsnebenstelle, an dem „verhandelt wird.

Nun sucht die Stadt einen Nachfolger, der vom Rat gewählt wird. Das Aufgabengebiet ist – theoretisch – klar umrissen. In den sogenannten Privatklagesachen müssen die Parteien vor dem Gang zum Gericht versuchen, sich außergerichtlich zu versöhnen. Das kann durch eine Schlichtungsverhandlung beim Schiedsmann – oder bei der Schiedsfrau – geschehen. Zu diesen Angelegenheiten gehören unter anderem Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung, listet die Stadt auf. Die Schiedsperson soll im Bezirk wohnen – diese idealerweise in Albersloh.

Neben den Strafsachen sind die Schiedspersonen auch für vermögensrechtliche Streitigkeiten des Zivilrechts und für die meisten Nachbarschaftsstreitigkeiten zuständig. Die obligatorische Vorschaltung des Schiedsamtes in Zivilsachen gilt auch für Streitigkeiten wegen Verletzungen der persönlichen Ehre, sofern sie nicht in Presse oder Rundfunk begangen wurden. Zudem kann die Schiedsperson freiwillig von „Streithähnen“ angerufen werden.

Ein guter Leumund und ein Alter zwischen 30 und 70 Jahren sind Voraussetzung, das Amt ausüben zu können. Die Wahl gilt für zunächst fünf Jahre. Die Schiedsperson wird nach dem Ratsbeschluss von der Leitung des Amtsgerichts bestätigt. Sie wird vom Direktor oder der Direktorin des zuständigen Amtsgerichts – in diesem Fall Ahlen – fachlich betreut. Wissen wird in regelmäßigen Dienstbesprechungen weitergegeben. Darüber hinaus werden die Schiedsmänner und -frauen vom „Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen“ geschult.

► Wer sich für das Amt►interessiert und befähigt hält, kann sich bis zum 24. April schriftlich oder telefonisch mit der Stadtverwaltung, Michael Frericks, ✆  0 25 26/30 32 13, in Verbindung setzen.

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