Frühschoppen der Bürgerschützen
Schützenfest im Trainingslager

Albersloh -

„Der erste Sonntag im Juli, das bedeutet jedes Mal aufs Neue: Schützenfest und Ausnahmezustand in Albersloh“, wusste Udo Borgmann anlässlich der Proklamation des neuen Königs zu berichten. Dass sich der Schützenfestmontag aber keinesfalls hinter dem Sonntag verstecken muss, wurde mit Hinblick auf die große Teilnahme am Frühschoppen und dem nachfolgenden Festablauf im Dorf deutlich.

Freitag, 06.07.2018, 12:44 Uhr

Bei der Proklamation gratulierten dem neuen König Ingo Rehbaum (4.v.l.) Udo Borgmann, Niklas Wiewel, Simon Schneider und Wilhelm Buddenkotte (v.l.).
Bei der Proklamation gratulierten dem neuen König Ingo Rehbaum (4.v.l.) Udo Borgmann, Niklas Wiewel, Simon Schneider und Wilhelm Buddenkotte (v.l.). Foto: Christiane Husmann

Im großen Festzelt wurden alle Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste an den voll besetzten Tischen vom Vorsitzenden der Schützenbrüder willkommen geheißen. „Diese Chance möchte ich nutzen, und auch persönlich den Vorsitzenden des zweitgrößten Vereins des Dorfes, Ralf Stötzel , von der DJK Grün-Weiß Alberloh zu begrüßen“, gab Udo Borgmann lächelnd von sich. „Uns geht es hier ja nicht um einen Wettstreit“, versicherte der Vorsitzende. Aber als man vor etwa drei Wochen in der Zeitung gelesen habe, dass der Sportverein der mit Abstand größte Verein im Dorf sei, habe man umgehend den Mitgliederstand des Schützenvereins geprüft und – siehe da – 884 Mitglieder gezählt. „Ich will ja nicht kleinlich sein, aber damit waren wir einer mehr und Stand heute haben wir sogar 905 Mitglieder“, zählte Udo Borgmann mit Genugtuung auf. Zur Freude der Schützenbrüder räumte Ralf Stötzel den Recherchefehler ein und versprach Wiedergutmachung.

Zur Proklamation des neuen Königs gehörte natürlich auch eine Würdigung des scheidenden Königs Simon Schneider. „Vor einem Jahr, als der Vogel überraschend für dich, deine Königin Julia und deinen da noch nicht existierenden Hofstaat von der Stange fiel, kannten dich nur wenige in Albersloh“, meinte Borgmann. Heute kenne ihn wohl das halbe Dorf. Und Udo Borgmann warb für den Königsstatus und versicherte: „In unserem Verein kann jeder Bürgerschütze, ob er nun lange im Verein dabei und aktiv ist oder erst seit wenigen Jahren im Ort wohnt, Schützenkönig werden.“

Bei König Ingo Rehbaum, der mit dem 280. Schuss den Vogel von der Stange geholt hatte, handelt es sich diesmal wieder um ein altgedientes Schützenmitglied. Genau genommen ist es der zweite Vorsitzende der Bürgerschützen, der mit Königin Maria Roer das Dorf regieren wird. Dass es Udo Borgmann knapp nicht gelungen war, seinem Vater als König vor 50 Jahren nachzufolgen, nahm der Vorsitzende sportlich: „Tja, lieber Papa, es hat leider nicht geklappt – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Die feierliche Proklamation der Majestät wurde von Pfarrer Wilhelm Buddenkotte vorgenommen. „Der Fußballgott muss ein Albersloher sein – er hat die deutschen Jungs rechtzeitig nach Hause geschickt, damit in Albersloh Schützenfest gefeiert werden kann“, mutmaßte der Pfarrer. Mit Blick auf einen möglichen Rücktritt Jogi Löws hatte der Geistliche gleich einen Trainerersatz für die Nationalmannschaft. „Wir in Albersloh haben hier einen Spieß, der könnte die Aufgabe übernehmen und Albersloh würde zum Trainingslager für die deutsche Mannschaft.“ Allerdings sah er auch ein damit einhergehendes Problem. „Nur wo sollen die gut verdienenden Spieler ihr Geld hinbringen?“ Vielleicht könne man es ja wenigstens noch bei Meier in Naturalien umsetzen.

Zum Hampelmannkönig wurde Marc Schnecking gekürt. Als besonders treffsicher erwiesen sich beim Vogelschießen Hubertus Kühlmann (Krone), Mohamed Lamhauch (Zepter), Harald Schröder (Reichs-Apfel), Felix Franke (Hals), Andreas Möllenkamp (linker Flügel) und Martin Pälmke (rechter Flügel). Ihnen und vielen altgedienten Mitgliedern, wie beispielsweise den 38 über 80-jährigen und älter und besonders denen, die dem Verein seit 50 Jahren die Treue halten (siehe oben), waren Applaus, eine Wurst und ein „dreifaches Horrido“ der Schützengemeinschaft sicher.

„Wir haben heute eine Person unter uns, die – vorsichtig formuliert – heute zumindest in ihrer offiziellen Funktion das letzte Mal bei unserem Schützenfest ist“, unterrichtete Udo Borgmann die Schützenbrüder und bat Pfarrer Wilhelm Buddenkotte ein weiteres Mal nach vorne. „Sie sind jetzt 25 Jahre Pfarrer in der Pfarrgemeinde, davon quasi 12,5 Jahre und mit Stand heute 50 Prozent der Zeit für die gemeinsame Gemeinde St. Martinus und Ludgerus tätig“, rechnete der Vorsitzende vor. Das könnte als beträchtlicher Lebensabschnitt mit vielen Themen, Veränderungen und nicht immer einfach zu treffenden Entscheidungen gewertet werden. „12,5 Jahre gemeinsame Gemeinde, heißt auch jedes Jahr am ersten Juli Wochenende Schützenfest in Albersloh und das Ganze 13 Mal im Laufe Ihrer Zeit und dafür wollen wir Danke sagen.“ Damit der Pfarrer den Verein nicht ganz aus den Augen und die Marschmusik nicht aus den Ohren verlöre, habe man überlegt, wie man ihm danken könne. „Lieber Herr Pfarrer Buddenkotte, damit Sie immer an uns denken ernennen wir Sie hiermit zum Ehrenmitglied des Bürgerschützenvereins Albersloh 1885 e.V. - somit sind jederzeit herzlich willkommen auf unserem Schützenfest und bei sonstigen Vereinsaktivitäten.“

Dann mahnte der Vorsitzende zum zügigen Aufbruch in Richtung Wiemhove. Dort stand zunächst die Kranzniederlegung am Ehrenmal an. Außerdem wurde der König schon sehnsüchtig von den Kita-Kindern erwartet, die sich für die Majestät wieder einiges ausgedacht hatten. Dem in der Saatgut-Branche tätigen Ingo Rehbaum wurde von Renate Krüger eine Saatgut-Krone mit Ähren verpasst, mit der er sich auf einen sportlichen Parcours begeben musste. Nach der schweißtreibenden Aktion verkündete der Vorsitzende Udo Borgmann: „So wie es für uns Freibier gibt, gibt es für euch jetzt erst einmal Freieis.“

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