Entlassfeier St.-Michael-Gymnasium
Vom Wert des Menschen

Ahlen -

129 junge Frauen und Männer haben am St.-Michael-Gymnasium ihr Abitur bestanden. Am Samstag gab es die Zeugnisse.

Montag, 09.07.2018, 14:08 Uhr

129 Abiturientinnen und Abiturienten mit Eltern – da war die Aula von St. Michael am Samstag schnell zum Bersten gefüllt. Für die Zeugnisausgabe waren sogar Platzkarten ausgegeben worden. Die Feier wurde musikalisch eingerahmt von den verschiedenen Chören und dem Orchester der Schule.

Alle Redner betonten die Bedeutung des Abiturs als bedeutenden Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Und natürlich wurde auch die Unterstützung der Eltern für eine erfolgreiche Reifeprüfung mehrfach betont.

In ihrer Begrüßung sprachen die stellvertretende Schulleiterin Dr. Susanne Terveer und Oberstufenkoordinator Jürgen Vorfeld in blumigen Bildern: „Das Abitur gleicht einem Autorennen. Es ist geschafft. Die Abi-Cars stehen in ihren Boxen.“ Die beiden Redner betonten, dass dazu auch viele im Hintergrund aktiv waren. Und sie gaben den jungen Menschen mit auf den Weg: „Es ist ein ganz besonderer Tag in Ihrem Leben. Genießen Sie ihn!“

Als erste große Etappe auf dem Lebensweg der Abiturientinnen und Abiturienten bezeichnete Schulleiterin Mechtild Frisch diesen Tag. Sie verwies darauf, dass es ein ungewöhnlich großer Abiturjahrgang sei und ging auch auf die verschiedenen ehrenamtlichen Aktivitäten der Abiturientia ein, zu denen besonders die Flücht-lingsarbeit gehört hatte.

„Traditionen und Konventionen haben heute ihre normative Kraft verloren“, sagte Mechtild Frisch zum Wandel in der Gesellschaft. So gelte: „Wir leben in einer Zeit, in der Individualität hoch geschätzt wird.“ Das finde sich sogar im NRW-Schulgesetz. Das alte Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ bekomme so eine neue Bedeutung.

Es bestehe die Gefahr, sich von der solidarischen Gesellschaft zu entfernen. Als ein Beispiel nannte die Schulleiterin unter anderem die Sozialen Medien. Da werde vieles über sich selbst vorgegaukelt. Man inszeniere sich selbst und das oft mit Äußerlichkeiten. „Ist das nicht alles ein Rückschritt zum Konformismus?“, fragte Mechtild Frisch kritisch. Den Abschlussschülern sagte sie: „Sie sind verantwortlich für Ihre Zukunftsentscheidung.“ Und christlich gesehen gelte: „Kein Mensch muss seinen Wert beweisen. Jeder Mensch ist ein Wert aus sich!“ Am Ende ihrer beeindruckenden Rede plädierte Mechtild Frisch für eine „solidarische Gesellschaft“.

Jeder Mensch ist ein Wert aus sich.

Mechtild Frisch

Die stellvertretende Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss wertete in ihrem Grußwort das Abitur als einen wichtigen Lebensabschnitt. Jetzt habe man mehr Freiheit, aber Spielregeln müssten eingehalten werden. Ausdrücklich würdigte sie die wichtige Rolle der Eltern und Lehrer zum Schulerfolg.

Für das Städtische Gymnasium machte Schulleiter Meinolf Thiemann deutlich, dass die Kooperation mit dem St. Michael fortgesetzt werde. Der Abiturientia gab er mit auf den Weg: „Sie müssen die Geborgenheit dieser Schule verlassen. Aber Sie haben alle Voraussetzungen, Ihr Leben zu meistern.“

Für die Schulpflegschaft sprach deren Vorsitzende Kirsten Fischer zu den Jugendlichen: „Sie haben Ihr Ziel erreicht und können stolz auf sich sein.“ Auf dem künftigen Lebensweg sollten die Abiturienten offen für alles sein, empfahl sie.

Für die Schülerschaft gratulierten Johanna Giebel und Carla Aulbur, bevor Gerd Buller für den Verein der Ehemaligen warb und ebenfalls gratulierte. Er wünschte den jetzt Ehemaligen die „Kraft gegen den Strom zu schwimmen“.

Für die Abiturientia stellte Alexander Rehmet heraus: „Bildung ist etwas, was uns niemand nehmen kann.“ In seiner Rede bezeichnete er das St.-Michael-Gymnasium als „doch recht traditionelle Schule“. Er war sich aber sicher: „Keine Tür wird uns verschlossen bleiben!“

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