Nach fast 30 Jahren verlässt Renate Krüger die Kita St. Ludgerus
„Ich bereue keinen Tag“

Albersloh -

Fast 30 Jahre hat Renate Krüger in der Kita St. Ludgerus gearbeitet, viele davon als Leiterin. Nun ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin ist Theresa Kleineniggenkemper.

Dienstag, 17.07.2018, 14:32 Uhr

Während der Verabschiedung von Renate Krüger machte die Box mit Taschentüchern nicht nur bei den Kolleginnen die Runde. Ehemann Freddy Krüger freut sich indes schon auf mehr Zeit mit seiner Frau.
Während der Verabschiedung von Renate Krüger machte die Box mit Taschentüchern nicht nur bei den Kolleginnen die Runde. Ehemann Freddy Krüger freut sich indes schon auf mehr Zeit mit seiner Frau. Foto: Christiane Husmann

„Es wird mir von Stunde zu Stunde mulmiger“, beschrieb Renate Krüger bei einem Gespräch vor einigen Tagen das Gefühl, das in ihr wüchse. Nach fast 30 Jahren in der Kita St. Ludgerus geht die beliebte Erzieherin, die im Jahr 2012 die Leitung der Einrichtung übernommen hatte, in den Ruhestand.

Aus dem mulmigen Gefühl wurde zunächst am Mittwoch ein greifbarer Augenblick. Die Kinder und Kolleginnen hatten ein tolles Abschiedsfest auf die Beine gestellt, mit dem sie „ihrer“ Renate „Tschüss“ sagen wollten. „Ciao, es war schön, dich hier zu sehen, doch einmal kommt die Zeit zum Auseinandergehen“, sangen die Kinder.

Doch das sollte längst nicht der einzige emotionale Moment sein, dem sich Renate Krüger in der Folge tapfer stellen musste. Am Donnerstag füllte sich das Ludgerushaus mit vielen Gästen, die sich von der Kita-Leiterin verabschieden wollten. Unter ihnen auch Pfarrer Wilhelm Buddenkotte, der, wie er sagte, nur zu gut wisse, dass Abschied zwar immer etwas mit Neuanfang, aber auch mit Wehmut zu tun habe. Zum Geschenk machte er ihr neben vielen lobenden Worten für die „mit viel Herzblut“ geleistete Arbeit die Replik einer Osterkerze.

Der Begriff „Herzblut“ sollte während der Veranstaltung noch häufig fallen. Auch in einer Rede von Brigitte Stasch, die die gute Zusammenarbeit mit ihrer Kollegin beleuchtete. Als Verbundleiterin der katholischen Kindertageseinrichtungen in Sendenhorst und Albersloh zählte sie Arbeitsbereiche auf, denen sich Renate Krüger seit ihrer Festanstellung in der Albersloher Kita 1989 mit Eifer gestellt habe: „Integration, Hort, Übermittagsbetreuung, U 3, An- und Umbauten, Kinderbildungsgesetz, Familienzentrum, Qualitätsmanagement, und, und, und. . .“ Aber nie habe sie dabei vergessen, warum sie Erzieherin geworden sei: „Für Renate standen immer die Kinder und Familien an erster Stelle.“

Das unterstrichen auch Michael Mergenthaler und Kirsten Spangenberg als Vertreter des Elternbeirats: „Wir haben eine tolle Zeit mit dir gehabt.“

Ob der vielen schönen Worte und Wünsche zeigte sich Renate Krüger gerührt: „Man muss mit so vielen Emotionen erst einmal zurecht kommen.“ Dazu gehörte wohl auch die Teilnahme ihrer Familie, die zum einen aus dem hohen Norden angereist war und zum anderen einen Gruß aus Indonesien via Video geschickt hatte. An ihrer Seite auch Ehemann Freddy Krüger, der ebenfalls mit vielen lobenden Worten überschüttet wurde. „Du warst und bist der Mann für alle Fälle“, machte Brigitte Stasch deutlich und betonte: „Auf dich konnten wir uns immer verlassen.“

Eine Box mit Taschentüchern machte die Runde, als die Erzieherinnen sich von ihrer langjährigen Kollegin verabschieden sollten. Conny Neufert, stellvertretende Leiterin der Kita St. Ludgerus, fasste zusammen, was Renate Krüger in all den Jahren für sie und ihre Kolleginnen gewesen war: „Du bist und warst die gute Seele in unserer Kita. Jeder konnte spüren, dass du den Ort Kita auch gelebt hast. Du hast und hattest immer ein offenes Ohr für uns. Jeder wurde von dir wertgeschätzt“, zählte sie neben vielen weiteren lobenswerten Eigenschaften auf. Bei dem Satz: „Du warst und bist wie eine Mutter für uns – immer ein tröstendes oder ein ermutigendes Wort“, stockte der langjährigen Kollegin die Stimme. Mit Rosen, vielen guten Wünschen und einem sehr persönlichen Präsent, an dem sich die gesamte Kita mit vielen Mitwirkenden beteiligt hatte, bedankten sich die sichtlich gerührten Kolleginnen bei Renate Krüger. Mit Blick auf die musikalische Leidenschaft der Kita-Leiterin a.D. hatten sie zudem ein Lied eingeübt, das für weitere Emotionen sorgen sollte: „Es begleite dich auf deinen Wegen, Gottes helles Licht.“

Sicherlich ist es auch Ehemann Freddy Krüger, der seine Frau auf weiteren Wegen begleiten wird. „Ich freue mich schon darauf, mit ihm viel unterwegs zu sein“, sagt Renate Krüger. Mit dem Wohnmobil wolle man die neu gewonnene Freiheit genießen und öfter die Familien im Norden besuchen.

Am Ende der Verabschiedung freute sich Renate Krüger, mit Blick auf ihr Arbeitsleben sagen zu können: „Ich bin immer gerne hierher gekommen“, und versicherte überzeugend: „Ich bereue keinen Tag.“  

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