Gemeinfahrt nach Frankreich
Fantastische Naturerlebnisse

Sendenhorst/Albersloh -

Die Gruppe von 35 Frauen und Männern erlebte während der einwöchigen Gemeindefahrt nach Frankreich eine Vielfalt von ganz verschiedenen Orten und Landschaften. Im Mittelpunkt standen verschiedenen Stationen der Jakobswege.

Donnerstag, 09.08.2018, 10:00 Uhr

Bei bestem Sommerwetter war die Gruppe eine Woche lang in Frankreich unterwegs.
Bei bestem Sommerwetter war die Gruppe eine Woche lang in Frankreich unterwegs. Foto: Gerd Wilpert

Eine Woche lang war eine 35-köpfige Pilgergruppe aus beiden Ortsteilen an verschiedenen Stationen der Jakobswege in Frankreich auf Tour. „Wir besuchen Orte des Aufbruchs und Orte, die einladen zum Nachdenken über den eigenen Lebensweg“, war der Leitgedanke der Gemeindewallfahrt, berichtet Pfarrer Wilhelm Buddenkotte. Die Gruppe von 35 Frauen und Männern erlebte während der einwöchigen Fahrt eine Vielfalt von ganz verschiedenen Orten und Landschaften.

Das Dorf Vézelay im nördlichen Burgund sei seit dem Mittelalter der Sammelpunkt für einen der vier großen Wege, auf denen die Pilger aus ganz Europa zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien pilgern. Die Erinnerung an die Gebeine der Maria von Magdala hatten die Basilika, die das Dorf überragt, geprägt. „Die Baumeister des Mittelalters haben hier die Osterhoffnung in Licht und Stein umgesetzt“, erklärte Pfarrer Buddenkotte der Gruppe bei der Führung nach dem Gottesdienst, die die Pilger aus dem Münsterland vormittags mit der „Gemeinschaft von Jerusalem“ gefeiert hatten.

Bei einem Zwischenstopp an den Gräbern von Verdun und mit dem Blick auf den alten Friedhof von Vézelay sei deutlich geworden, wie wichtig den Menschen die Hoffnung sei, die Maria von Magdala als erster Mensch verkündet habe: „Dass der Mensch in Gott nicht einfach im Nichts verloren geht, weil Gott ihn vor dem Versinken in der Namenlosigkeit bewahrt“, so Buddenkotte.

Neben den Gottesdiensten, Führungen und geistlichen Impulsen blieb der Gruppe aber auch die Gelegenheit zum Bummeln durch den Ort, für eine Wanderung durch die Weinberge und für ein geselliges Miteinander beim Erleben der französischen Küche.

Von Vézelay führt der Weg der Pilgergruppen dann weiter ins Zentralmassiv. In den Pilgerorten Orcival und Rocamadour erinnern noch heute Ketten an den Wänden der Kirchen daran, dass der Weg nach Santiago im Mittelalter für viele Menschen auch ein Bußweg war, von dem man sich erhoffte, dass Menschen innerlich erneuert nach Hause kamen, schreibt Wilhelm Buddenkotte. „Unterwegs wurden sie an diesen Orten von ihren Ketten befreit.“

Die faszinierende Vulkanlandschaft des Zentralmassivs erlebten die Pilger bei der Auffahrt zum Puy de Dome und beim Besuch der Stadt Le Puy-en-Velay sowie in einige Kirchen und bei der Figur der „Notre Dame de France“, die auf den Resten von alten Vulkanen stehen. Beim abendlichen Rundgang durch Le Puy wurde bei einer großen Lichtinstallation auch an die Zeit erinnert, als die Vulkane noch aktiv waren. Bei einem Ausflugstag in das Tal der Vézere und in die Dordogne besuchten die Pilger in Lascaux uralte Höhlen mit Bildmalereien aus der Steinzeit und am Roque-Saint-Christophe eine mittelalterliche Siedlung, die in der Zeit der Wickingereinfälle oberhalb des Flusses in alten prähistorischen Höhlen entstanden war.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch am Gouffre de Padirac. Der Legende nach sei der etwa 100 Meter tiefe Einsturz ein Höhleneingang, der durch einen Kampf des Teufels mit dem Heiligen Martin entstanden sei, der einige Seelen vor dem Zugriff des Bösen rettete. Heute können Besucher den Schlund des Höhleneingangs über Treppen oder mit einem Aufzug überwinden, um dann weiter in das Höhlensystem einzusteigen.

Mit Booten überwinden die Besucher etwa 500 Meter auf einem unterirdischen Fluss, bevor der Weg durch Tropfsteinhöhlen führt, die bis zu 90 Meter hoch sind.

„Nach dem Abschied von dem wunderbaren Wallfahrtsort Rocamadour, der wie ein Schwalbennest oberhalb eines Tales an einer Felswand liegt, führte der Weg der Pilgergruppe zunächst nach Conques“, berichtet Buddenkotte. In dem mittelalterlichen Dorf konnten die Besucher an der Abteikirche der Heiligen Fides das eindrucksvolle Bild des Jüngsten Gerichts auf den Pilgerweg hin deuten, bevor der Weg mitten durch das Zentralmassiv führte.

An der im Jahr 2004 nach nur dreijähriger Bauzeit fertiggestellten größten Brücke Frankreichs, dem Viaduc de Millau, führte der Pilgerweg über Le Puy und eine weitere Station in Beaune in Burgund zurück ins Münsterland. „Die Fahrt war von großer Freude und Offenheit füreinander, von gemeinsamen Nachdenken über Fragen des eigenen Lebens- und Pilgerwegs sowie von vielen schönen geselligen Momenten und herrlichen Natureindrücken geprägt“, blickt der Geistliche auf die Reise zurück.

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