Albersloher Landwirte blicken auf die Erträge bei der Maisernte
Mit blauem Auge davongekommen

Albersloh -

Die Albersloher Landwirte haben die Mausernte bewertet. Sie sind nochmal mit einem blauen Auge davongekommen, meinen sie.

Donnerstag, 23.08.2018, 16:24 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 17.08.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 16:24 Uhr
Viele Landwirte waren der Einladung der Raiffeisen Albersloh-Everswinkel in die Bauerschaft West I gefolgt, um sich über die verschiedenen Maissorten informieren zu lassen.
Viele Landwirte waren der Einladung der Raiffeisen Albersloh-Everswinkel in die Bauerschaft West I gefolgt, um sich über die verschiedenen Maissorten informieren zu lassen. Foto: Christiane Husmann

Fährt man derzeit durch die heimische Landschaft, sind schon viele abgeerntete Maisfelder zu sehen. Auf einem Feld der Familie Haselon in der Bauerschaft West I steht der Mais aber noch. Die Landwirte Thomas und Rudolf Haselon hatten der Raiffeisen-Genossenschaft Albersloh-Everswinkel Fläche zur Verfügung gestellt, auf der im Frühjahr zu Vergleichszwecken Maissorten verschiedener Züchter angebaut worden waren.

Landwirte aus Albersloh, Alverskirchen, Everswinkel und Umgebung waren am Mittwochabend einer Einladung der Genossenschaft gefolgt, um sich umfangreich über die Eigenschaften der Sorten informieren zu lassen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Thomas Haselon stellten Raphaela Overmeyer und Anna Altefrohne als Mitarbeiterinnen der Genossenschaft gemeinsam mit den Vertretern der Maiszüchter über 30 Maissorten vor. So konnten sich die Landwirte ein Bild von der Entwicklung und Abreife der verschiedenen Maissorten machen.

„Mais ist für die Landwirtschaft eine wichtige Pflanze, da sie als Ganzpflanze einsilliert und dann als Grundfutter für die Rinder- und Bullenfütterung dient“, berichtete Reinhard Schnecking am Rande. Der Mitarbeiter der Raiffeisen Albersloh-Everswinkel erklärte: „Außerdem kann er gedroschen und als Körnermais in der Schweinfütterung eingesetzt werden.“

Keine Frage: Die extreme Trockenheit und Hitze haben den Maiskulturen kräftig zugesetzt. Das hat Ernteeinbußen auch für die Bauern in Albersloh und Umgebung zur Folge. Aber: „Unsere Region ist noch verhältnismäßig gut dabei weggekommen. Aber das kann schon fünf Kilometer weiter ganz anders aussehen“, meinte Reinhard Schnecking.

Dem stimmte Ingo Rehbaum zu: „Wir sind hier insgesamt noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen“, beschrieb der Landwirt die örtliche Erntesituation und bezifferte einen Ausfall in der Getreideernte von 20 bis 25 Prozent. „Temperaturen über 30 Grad sind für die Pflanzen Stress“, wusste Ingo Rehbaum. Dabei spiele auch die Beschaffenheit der Böden eine entscheidende Rolle. „Tonhaltige Böden können das Wasser besser speichern und kommen deshalb eher mit der Wasserknappheit zurecht.“

Mit Blick auf die vielerorts schon abgeernteten Felder erklärte Reinhard Schnecking: „Ich wüsste nicht, dass wir jemals eine so frühe Maisernte hatten.“ Dem stimmte Rudolf Haselon zu und wies auf die Ertragseinbußen bei der Ernte hin: „In der Regel haben wir 56 Tonnen Maisertrag. In diesem Jahr sind es nur 38 bis 40 Tonnen.“

Die extrem heißen und trockenen Wochen des Sommers werden auch wohl noch Auswirkungen bis in den Winter und darüber hinaus haben, waren sich die Landwirte einig. „Es ist wenig Grundfutter da“, sagte Ingo Rehbaum. Das stelle die Vieh-haltenden Betriebe vor Probleme. Reinhard Schnecking zeigte auf eine völlig vertrocknete Wiese und erklärte: „Der erste Schnitt im Frühjahr konnte noch eingefahren werden, der zweite ist ausgefallen.“ Das sei einer von mehreren Gründen, warum das Viehfutter knapp werden könnte.

Auf die Frage, ob man sich als Landwirt nicht gegen hitze- und trockenheitsbedingte Ernteausfälle versichern könne, erklärten die Landwirte: „Nur gegen Unwetterschäden wie Sturm, Starkregen und Hagel.“

Bei der Feldbegehung richteten die Bauern ihren Blick nach vorne. Die vielen Informationen zu den verschiedenen Maissorten ließen schon an die nächste Ernte denken. Dass die im kommenden Jahr besser ausfällt, hoffen nicht nur die Landwirte, die sich nach der Feldbegehung bei kalten Getränken und Grillwürstchen noch angeregt austauschten.

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