„Summerwinds““-Festival gastiert in Haus Siekmann
Johann Strauß „square gewalzt“

Sendenhorst -

Mit einem abwechslungsreichen Programm unterhielt „Square Waltz“ beim „Summerwinds-Konzert“ im Haus Siekmann. So hatte das Trio unter anderem von Konzertreisen in den Iran und die bosnische Hauptstadt Sarajewo Impressionen mitgebracht, die anschließend in Musik umgesetzt wurden.

Donnerstag, 23.08.2018, 16:24 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.08.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 16:24 Uhr
Sie machten musikalisch vor nichts Halt: Maria Salamon, Hannes Laszakovits und Marc Bruckner präsentierten bei ihrem Konzert am Samstagabend in Haus Siekmann Walzer und Marschmusik auf sehr eigene, unnachahmliche Weise.
Sie machten musikalisch vor nichts Halt: Maria Salamon, Hannes Laszakovits und Marc Bruckner präsentierten bei ihrem Konzert am Samstagabend in Haus Siekmann Walzer und Marschmusik auf sehr eigene, unnachahmliche Weise. Foto: Dierk Hartleb

So haben die Freunde des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker den Radetzky-Marsch noch nie gehört. „In demilitarisierter Form“, hatte Hannes Laszakovits beim Konzert von „Square Waltz“ im Rahmen des „Summerwinds“-Festivals in Haus Siekmann die Zugabe am Samstagabend schmallippig angekündigt. Denn in der Instrumentierung mit Violine, Gitarre und Klarinette erinnerte nur noch wenig an das Schmetternd-Martialische der von Johann Strauß (Vater) komponierten Hymne auf den Feldmarschall Radezky von Radetz.

Die drei Musiker aus Wien erwiesen sich als wahre Meister beim Zitieren klassischer Vorlagen und der Übersetzung in ihre sehr eigene Musiksprache. Auch Johann Strauß (Sohn) musste gelegentlich für Bearbeitungen herhalten wie beim Frühlingsstimmen-Walzer, der dann swingend oder in der Verpackung als Tango erklang.

Das Publikum ließ sich von dieser Art der musikalischen „Verballhornung“ mehr und mehr mitnehmen, zumal die Musiker selbstironisch und humorig ihre Stücke vorstellten. Darunter nahmen die eigenen Kompositionen einen besonderen Platz ein. Von Konzertreisen in den Iran und die bosnische Hauptstadt Sarajewo hatten sie Impressionen mitgebracht, die anschließend in Musik umgesetzt wurden. Mit dem feinen Gehör von Musikern hatten sie dabei die Klänge der Stadt und die Vielfalt der Kulturen und Sprachen eingefangen: in Sarajewo die Zweiteilung der Stadt mit dem lebendigen Erbe der KuK-Monarchie auf der einen und der orientalischen Lebendigkeit auf der anderen Seite. Und bei „Teheran“ glaubte man, das trotzige Schlagen auf den Kochtöpfen herauszuhören, mit denen die Menschen gegen das Aytalloah-Regime der Mullahs protestiert haben. Maria Salamon stellte den Zuhörern auch ihren an der Donau gelegenen Wiener Ortsteil Bruckhaufen, der zum Stadtbezirk Floridsdorf gehört, in einer Eigenkomposition vor.

Das Trio machte vor Nichts Halt, das nicht musikalisch „square gewaltzt“ werden konnte. Dabei erwies sich vor allem Marc Bruckner als Multitalent, das die Klarinette ebenso perfekt spielte wie Melodica, Ukulele oder Percussion.

Vor dem Konzert hatte „Summerwinds“-Intendantin Dr. Susanne Schulte dem Förderverein von Haus Siekmann und seinem Vorsitzenden Jürgen Krass verbal ein üppiges Blumenbouquet überreicht, als sie sich an Bürgermeister Berthold Streffing im Publikum wandte und sagte: „Sie haben eine Supertruppe hier.“

Diesem Lob konnten sich die mit dem Zug angereisten Musiker nur anschließen, wie Hannes Laszakovits hervorhob. Auch bei der fünften Auflage des Holzbläserfestivals „Summerwinds“ bewies Haus Siekmann wieder seine Qualitäten als exquisiter Konzertort.

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