Förderverein Musikausbildung
Verein mit eigener Musikschule

Sendenhorst -

Die Stadt- und Feuerwehrkapelle hat im Jahr 2004 den „Förderverein Musikausbildung“ gegründet. Der ist quasi eine eigene Musikschule. Die Nachwuchsförderung steht im Mittelpunkt. Die Lehrer – alle sind Profimusiker – geben den Einzel- oder Gruppenunterricht im Haus Siekmann, in der Realschule oder in den Räumlichkeiten der Feuerwehr.

Freitag, 31.08.2018, 12:58 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 25.08.2018, 13:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 31.08.2018, 12:58 Uhr
Sie gehören zu den treibenden Kräften in der Musikausbildung junger Menschen: Vorsitzender Martin Pasternak und Kassiererin Gaby Krevert-Skerhut.
Sie gehören zu den treibenden Kräften in der Musikausbildung junger Menschen: Vorsitzender Martin Pasternak und Kassiererin Gaby Krevert-Skerhut. Foto: Benedikt Stasch

Die Stadt- und Feuerwehrkapelle ist durch ihre Konzerte und ihre Auftritte bei zahlreichen Veranstaltungen bekannt. Groß auf die Fahne geschrieben hat sich der Musikverein die Nachwuchsförderung. „Wir haben 1996 angefangen zu überlegen, wie wir den Musikunterricht auf neue Füße stellen können“, sagt Martin Pasternak .

Viele Überlegungen später wurde am 29. März 2004 der „Förderverein Musikausbildung“ gegründet, der heute das Fundament der Musikausbildung der Stadt- und Feuerwehrkapelle bildet und mehr ist, als nur ein Förderverein: eine Musikschule.

„Wir haben in der ersten Planungsphase schnell festgestellt, dass wir eine feste Komponente brauchen, die den Musikunterricht organisiert“, erzählt Initiator und Vereinsvorsitzender Martin Pasternak. Von der Idee bis zur Gründung habe es dann noch mal einen längeren Vorlauf gebraucht. Es galt, sich über vieles zu informieren und einiges zu beachten, bevor die Gründungsmitglieder Martin Pasternak (Vorsitzender), Josef Smykalla (zweiter Vorsitzender), Gaby Krevert-Skerhut (Kassiererin) sowie Monika Wrzeciono, Andrea Lammerding, Joachim Schlautmann und Norbert Pasternak, alles Mitglieder der Stadt- und Feuerwehrkapelle, den Förderverein gründen konnten.

30 Schüler nahmen direkt zum Start der Musikschule Unterricht in einem Blasinstrument. In erster Linie ging es den Initiatoren damals darum, den Nachwuchs für die Kapelle auszubilden. Andere Musikschulen hätten den Instrumentalunterricht im Bereich der Blasmusik aus verschiedenen Gründen nicht gewährleisten können, weshalb man sich für die eigene Ausbildung entschieden habe. „Alle Schüler, die im Förderverein Musikausbildung sind, werden zur Probe der ,Aufbaustufe 1’ eingeladen, um dort das Gesamtspiel zu erlernen und die Gemeinschaft zu erleben“, erklärt Gaby Krevert-Skerhut.

Später können sie auch im Jugendorchester oder im Hauptorchester spielen. Das Musizieren dort ist kostenlos. „Die Musikschüler müssen nicht zwangsläufig Mitglied in der Kapelle sein, jedoch ist es eines unserer primären Ziele, die Schüler auch dafür zu begeistern“, so Martin Pasternak. 50 bis 60 Prozent der Schüler spielten auch in der Kapelle.

Rund die Hälfte der 70 Nachwuchsmusiker kommt aus der Realschule St. Martin, mit der der Förderverein eine Kooperation im Rahmen der Musikklassen hat. „Wir sind dort damals zunächst mit dem Posaunenunterricht angefangen. Heute geben unsere Lehrer dort auch Unterricht in Blasinstrumenten wie Trompete, Saxophon oder Klarinette“, sagt Gaby Krevert-Skerhut. Von der Kooperation profitierten beide Seiten: „Wir können unsere Lehrer auslasten, die beispielsweise aus Münster oder Dortmund anreisen, und die Realschule kann den Unterricht ihren Schülern anbieten.“

Die Lehrer – alle sind Profimusiker – geben den Einzel- oder Gruppenunterricht im Haus Siekmann, in der Realschule oder in den Räumlichkeiten der Feuerwehr . Altersbeschränkungen gibt es nicht, jedoch empfiehlt der Vorstand ein Mindestalter von acht Jahren, „damit sich der Unterricht auch lohnt, denn der kostet schließlich Geld“. Auch nach oben gibt es keine Grenze: Der älteste Schüler ist 65.

Neben den aktiven Musikschülern gibt es auch passive Mitglieder, die den Verein finanziell fördern. Rund 80 Fördermitglieder unterstützen derzeit mit einem Jahresbeitrag von zwölf Euro die Musikausbildung. „Es sind nicht nur Eltern, sondern auch Menschen über die Stadt verteilt, die zum Beispiel Freunde der Kapelle sind“, so Gaby Krevert-Skerhut. Über diese Wertschätzung freut sich der Vorstand sehr.

Da der Verein den Unterricht kostengünstig anbietet, ist er auch auf die finanzielle Unterstützung angewiesen. „Das Geld, das wir von den Schülern für den Unterricht einnehmen, geht für die Honorare der Lehrer wieder raus“, sagt die Kassiererin. Durch die Fördermitglieder kann der Verein einkommensschwache Familien unterstützen, damit deren Kinder ebenfalls eine Musikausbildung genießen können. Familien mit mehreren Kindern können Geschwisterrabatte angeboten werden, und alle Schüler können mit Instrumenten ausgestattet werden. „Die Förderer tragen dazu bei, einen Musikverein in Sendenhorst aufrechtzuerhalten und die Ausbildung der Schüler zu unterstützen – vor allem von finanziell schwächer gestellten“, so Martin Pasternak.

Für den Verein, der klein angefangen ist, ist es ein riesiger Erfolg, dass er nun so vielen Menschen eine Musikausbildung bieten kann. „Als wir den Verein gründeten, hatten wir finanzielle Probleme. Wir wollten Instrumente kaufen und sie den jungen Leuten zur Verfügung stellen“, blickt Martin Pasternak zurück. Jetzt stehe man finanziell gut da und solide auf eigenen Füßen. „Wir sind jetzt in der Lage, dass, wenn jemand ein Instrument bei uns lernen möchte, wir eines kaufen und zur Verfügung stellen können“, sagt er weiter. Mit der Zeit kann dann das Instrument von den Schülern oder Eltern abbezahlt werden, und von diesem Geld können dann wieder neue Instrumente gekauft werden. Ein Kreislauf, der sich bewährt hat und der den neuen Schülern und Eltern eine große teure Investition erspart.

Ein Mal im Jahr – das nächste Mal im Frühjahr 2019 – lädt der Förderverein alle Interessierten ein, sich über das Angebot zu informieren und die Instrumente auszuprobieren. Konzerte oder andere Vorspiele finden nicht statt. „Es geht bei uns nicht darum, irgendwelche erfolgreichen Veranstaltungen zu kreieren, sondern einzig um die Ausbildung der jungen Leute. Die Events überlassen wir der Kapelle“, so Martin Pasternak.

Die Vorstandsarbeit findet auf dem „kurzen Dienstweg“ statt, wenn man sich freitagabends zur Probe des Hauptorchesters trifft. „Wir sind alle Vereinsmenschen und wollen die jungen Musiker fördern und fordern. Wenn dann die Kapelle gut funktioniert, bekommen wir etwas für den ehrenamtlichen Einsatz zurück“, sagt Martin Pasternak, was das Vorstandstrio antreibe. Auch die eigenen Kinder seien dafür verantwortlich gewesen, dass er sich seit nun fast 15 Jahren für die musikalische Ausbildung vor allem junger Menschen einsetze.

► Wer sich über das Angebot des Förderverein Musikausbildung informieren möchte, kann dies unter http://www.fmaev.de/ tun oder sich jeden Freitag ab 18 Uhr im Proberaum in der Feuerwache melden.

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