Handwerker- und Bauernmarkt lockt Tausende nach Albersloh
Ein schöner Tag im Wersedorf

Albersloh -

Der Handwerker- und Bauernmarkt war bei bestem Wetter eine gelungene Veranstaltung. Tausende machten sich auf den Weg ins Dorf.

Freitag, 07.09.2018, 12:48 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 04.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 07.09.2018, 12:48 Uhr
Volles Haus herrschte auch auf der Wiemhove, wo unter anderem die Kinder-Tanzaufführung mit Maike Recker für Unterhaltung sorgte.
Volles Haus herrschte auch auf der Wiemhove, wo unter anderem die Kinder-Tanzaufführung mit Maike Recker für Unterhaltung sorgte. Foto: Christiane Husmann

„Gueden Dagg, aal bineen“, begrüßte Kiepenkerl Willi Berheide die unzähligen Gäste, die sich am Sonntag auf den Weg zum Handwerker- und Bauernmarkt gemacht hatten. Bei herrlichem Sonnenschein boten die Veranstalter den Besuchern ein tolles Programm, das wieder bei allen für beste Laune sorgen sollte.

Parkplatznot im Dorf: ein eher seltenes Phänomen. Anders am Sonntag: Straßen und Wiesen wurden zur Parkzone erklärt, und das Fahrradaufkommen erinnerte an den Bahnhofsvorplatz in Münster. Der Heimatverein und die Kaufleute hatten es unter Beteiligung vieler Helfer zum elften Mal geschafft, den Handwerker- und Bauernmarkt zu einem Publikumsmagnet werden zu lassen. Moderatorin Maria Roer hatte somit jede Menge Arbeit.

„Schön, dass Sie – dass Ihr – alle gekommen seid“, begrüßte Martin Pälmke die Besucher auf der Wiemhove. Und mit Blick in den blauen Himmel fügte der Vorsitzende des Heimatvereins an: „Danke nach oben, und danke an die vielen Helferinnen und Helfer.“ Dem schloss sich Claudia Mersmann als Vorsitzende der IG Kaufleute an: „Man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit das ist. Das funktioniert nur mit Hilfe vieler.“ Dabei lobte sie das Konzept, historisches und modernes Handwerk nebeneinander zu präsentieren. Ein Mix der sich zum wiederholten Male bewähren sollte.

Die Mischung wurde von Jung und Alt gleichermaßen gut angenommen. Wobei nicht nur die Handwerkskunst, sondern auch der Handel Interessen weckten. Ob Kaufleute, Marktbeschicker oder Kirchenmänner: Die Anbieter präsentierten sich vielfältig. Anlässlich des Dorffestes hatte Pfarrer Wilhelm Buddenkotte seinen Weinkeller geplündert, um einen kleinen Beitrag zur Renovierung der Ludgerus-Kirche beitragen zu können. Weitere geistige Getränke, wie der hochprozentige „Ludgerus-Tropfen“, und der Verkauf eines Kalenders sollen bei der Finanzierung der Kirchenrenovierung dienlich sein.

Reißenden Absatz fanden auch die Stullen der Waschfrauen. Vier Zweimeterbrote, sechs normale Brote, zehn Rosinenbrote und mehr als 25 Päckchen Butter waren kurz vor Marktschluss von den Besuchern verputzt worden. Eigentlich hätten die Waschfrauen auf die Kolleginnen zurückgreifen wollen, die sich beim Buttern versuchten, doch bei warmen Temperaturen wollten sich Rahm und Flüssigkeit erst nicht recht voneinander trennen.

Perfekt funktionierte die Sauerkrautherstellung, bei der mächtig gehobelt und kräftig gestampft werden musste. Überall auf der Wiemhove trafen die Besucher auf historische Handwerkskunst. Dabei durfte natürlich das Schafescheren durch Schäfer Benno Rehbaum nicht fehlen.

Alte Traktoren ließen besonders die Männerherzen höher schlagen. Das Anlassen zweier „Lanz-Bulldogs“ erwies sich als lautes Highlight. Ein wenig leiser aber nicht weniger spannend ging es im Erzählzelt zu, in dem Kinder und „Gewachsene“ gleichermaßen etwas auf die Ohren bekamen. Was zu hören bekamen die Marktbesucher auch vom Orchester „Musica Viva“, dem Marimba-Ensemble „Amaxoxo“ und den Jagdhornbläsern. Und noch eine frohe Botschaft: „De Üörgelspielers ut Abschlau“, die traditionell das Dorffest bereichern, müssen sich keine Nachwuchssorgen machen. Ben Buchholz marschierte als jüngster Orgeldreher mit seinen drei Ausbildern wacker durchs Dorf.

Neben dem Ohrenschmaus warteten natürlich viele Gaumenkitzler auf die Gäste. Ob deftig oder süß: Es sollten keine Wünsche offen bleiben. Bis hin zum Fairtrade-Kaffee, den die KFD-Frauen im Ludgerushaus ausschenkten. Manch einer bevorzugte ein kühles Bier im Schatten der Bäume. So oder so lautete der Tenor: „Das ist echt toll hier.“

Zufrieden blicken die Organisatoren auf den elften Handwerker- und Bauernmarkt. Jetzt haben sie noch drei Jahre Zeit, bis das 850-jährige Dorfbestehen gefeiert wird. Doch längst laufen die Planungen für das große Fest, das für alle Besucher unvergesslich werden soll.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6024830?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Prokops Team bereit für Norwegen
Guter Einstand: Tim Suton (M.), hier bedrängt von den Spaniern Eduardo Gurbindo (l.) und Gedeon Guardiola.
Nachrichten-Ticker