Bernhard Daldrup zu Gast bei Hans-Jochen Vogel
Zwei Generationen – ein Thema

Sendenhorst -

„Das war für mich ein besonderes Erlebnis“, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup nach seinem Besuch bei Hans-Jochen Vogel in München.

Mittwoch, 12.09.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 06:00 Uhr
Politiker zweier Generationen, die sich mit dem gleichen Thema befassen: Der Sendenhorster SPD-Abgeordnete Bernhard Daldrup besuchte den SPD-Grandseigneur Hans-Jochen Vogel in München.
Politiker zweier Generationen, die sich mit dem gleichen Thema befassen: Der Sendenhorster SPD-Abgeordnete Bernhard Daldrup besuchte den SPD-Grandseigneur Hans-Jochen Vogel in München.

„Das war für mich ein besonderes Erlebnis“, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup nach seinem Besuch bei Hans-Jochen Vogel in München. „Hans-Jochen Vogel gehört nicht nur unter Sozialdemokraten zu den besonders hoch geschätzten Persönlichkeiten Deutschlands. Für mich war es eine besondere Ehre, dass er mich zu einem Gespräch ins Augustinum eingeladen hat. In dieser sehr großen Wohnanlage für ältere Menschen lebt der ehemalige Münchener Oberbürgermeister, Bundesbauminister und SPD-Vorsitzende mit seiner Frau seit einigen Jahren.“

Hintergrund der Einladung an den Sendenhorster Abgeordneten ist Daldrups Zuständigkeit als Sprecher für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag. Damit verbunden ist auch die Expertenkommission „Nachhaltige Baulandkommission und Bodenordnung“, die aktuell ihre Arbeit aufnehmen soll. Für Hans-Jochen Vogel, der in den 1970-er Jahren selbst Städtebau- und Wohnungsminister war, sei eine gerechte Bodenordnung Zeit seines Lebens ein wichtiges Thema geblieben.

Gemeinsam mit der Münchener SPD-Vorsitzenden Claudia Tausend diskutierte Daldrup mit dem langjährigen Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. „Hans-Jochen Vogel ist mittlerweile im 93. Lebensjahr und entsprechend durch sein Alter körperlich eingeschränkt. Sein Geist ist aber hellwach, seine Argumentation messerscharf und seine Vorschläge sind sehr präzise.“

Unter Bezug auf die Sozialpflichtigkeit des Eigentumes sei ihm das „leistungslose Einkommen durch Bodenspekulation“ ebenso ein Dorn im Auge wie die Tatsache, dass Grundeigentümer nur durch die Umwandlung eines Grundstücks in Bauland Gewinne erzielten, ohne sich hinreichend an den damit verbundenen Aufgaben der Infrastruktur zu beteiligen, berichtet Daldrup.

„Es stiegen nämlich von 1962 bis 2015 bundesweit die Baulandpreise um 1800 Prozent und die Mieten um 495 Prozent, der Preisindex hingegen stieg nur um 302 Prozent“, rechnet Hans-Jochen Vogel vor. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt er die Debatte um die Reform des Bodenrechts. Dabei kommen auch wieder Vorschläge auf die Tagesordnung, die er bereits in den 1970-er Jahren verfolgt hatte, wie beispielsweise ein Planungswertausgleich, den Grundstückeigentümer für die massiven Wertsteigerungen ihrer Grundstücke leisten sollen, wenn daraus Bauland entsteht.

Bernhard Daldrup war von dem Besuch bei Hans-Jochen Vogel beeindruckt: „Er schrieb mir, ich möge einen leeren Koffer mitbringen, um seine über Jahre akribisch sortierten Unterlagen in Empfang zu nehmen. So etwas erlebt man nicht oft im Leben.“

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