Taufbrunnen auf dem Kirchplatz
Erinnerungen an die Zeit um 1588

Sendenhorst -

Das Original stammt aus der Zeit um 1588 und steht in der Pfarrkirche St. Laurentius in Westkirchen. Mit dem Neubau der Sendenhorster Kirche war der Taufbrunnen abgegeben worden. Am kommenden Samstag kommt er auf den Kirchplatz zurück – in Form einer Nachbildung des Steinmetzes Bernhard Schemann.

Donnerstag, 20.09.2018, 14:36 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.09.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 14:36 Uhr
Der Taufbrunnen in Westkirchen stand bis zum Neubau der Sendenhorster Pfarrkirche in der Martinusstadt. In den vergangenen Monaten hat Bernhard Schemann eine Nachbildung (oben, re.) geschaffen. Der Platz an der Kirche )oben, li.) ist für das Aufstellen vorbereitet.
Der Taufbrunnen in Westkirchen stand bis zum Neubau der Sendenhorster Pfarrkirche in der Martinusstadt. In den vergangenen Monaten hat Bernhard Schemann eine Nachbildung (oben, re.) geschaffen. Der Platz an der Kirche (oben, li.) ist für das Aufstellen vorbereitet. Foto: WN

Ab Samstag dieser Woche wird eine Kopie des Taufbrunnens aus der Vorgängerkirche der heutigen Pfarrkirche St. Martin vor dem Südportal auf dem Kirchplatz stehen und an die Geschichte aus der Zeit vor dem Neubau der Kirche erinnern. Das Original des alten Brunnens aus der Zeit um 1588 steht heute in der Pfarrkirche St. Laurentius in Westkirchen.

Nachdem fünf Jahre nach der Fertigstellung der neugotischen Martinskirche ein Sendenhorster Bauer aus Dankbarkeit für die Geburt seines „Stammhalters“ einen Taufstein im Stil der neuen Kirche gestiftet hatte, gab der damalige Sendenhorster Pfarrer den alten Taufbrunnen nach Westkirchen ab, wo er bis heute genutzt wird, heißt es im Bericht der Kirchengemeinde.

Ein Faltblatt mit einer Beschreibung der Laurentius-Kirche, in der auch die Geschichte des Taufbrunnens erwähnt wird, wurde von einem Gemeindemitglied im Sommer 2015 im Sendenhorster Pfarrbüro abgegeben. Da es in der Pfarrgemeinde bereits Pläne für eine Gestaltung des Kirchplatzes gegeben habe, habe Pfarrer Wilhelm Buddenkotte dem heimischen Steinmetz Bernhard Schemann ein Foto des Brunnens gezeigt und ihn gefragt, ob er davon eine Kopie erstellen könne. „Doch als der Steinmetz einige Wochen später einen Preis dafür nannte, war das Thema fast schon wieder erledigt“, schreibt die Gemeinde. Aber nur so lange, bis sich der Heimatfreund Bernd Höne des Themas annahm. „Er machte sich auf die Suche nach Sponsoren und traf dabei auf viele offene Ohren. Viele Privatpersonen, aber auch manche Vereine, Einrichtungen und Firmen, unterstützen die Idee, solch ein Zeichen der Erinnerung an die Sendenhorster Stadtgeschichte auf dem Kirchplatz aufzustellen“, heißt es im Bericht der Kirchengemeinde.

In vielen Stunden der mühevollen Handarbeit nahm die Kopie des Taufbrunnens in der Steinmetzwerkstatt in der Bauerschaft Sandfort nach und nach Gestalt an.

Im Sommer ließ der Kirchenvorstand eine Wasserleitung von der Sakristei zum Standort des Brunnens vor dem Südportal der Kirche legen, so dass der Brunnen demnächst ruhig vor sich hin plätschern werde.

Gleichzeitig soll der Brunnen Element eines „Martinsweges“ sein, der auf dem Kirchplatz an die Geschichte des Sendenhorster Stadt- und Kirchenpatrons erinnern soll und demnächst unter den Linden vom Südaufgang zum Kirchplatz in Richtung Sparkassen-Niederlassung noch ergänzt werden soll. Dort sollen nach den Plänen des Kirchenvorstands in den kommenden Jahren Bilder oder Skulpturen aufgestellt werden, die an drei wichtige Stationen im Leben des Martinus als Soldat, als Mönch und schließlich als Bischof erinnern.

„Das erste Element dieses Weges ist die Bronzeskulptur von Bernhard Kleinhans, die schon seit Jahrzehnten auf dem Kirchplatz an die Mantelteilung erinnert, die in der Lebensgeschichte des römischen Hauptmanns Martinus zu einem Schlüsselerlebnis wird“, erklärt Pfarrer Wilhelm Buddenkotte.

Nach der Legende habe Martin in einem Traum und im persönlichen Nachdenken über das, was er bei der Begegnung mit dem Bettler erlebt habe, die Entscheidung getroffen, sich als Erwachsener taufen zu lassen. Der Spiegel auf dem Kirchplatz in der Nähe des künftigen Brunnens, in dem das Erlebnis der Mantelteilung aus einer anderen Perspektive zu sehen ist, erinnere daran, „dass Menschen zu allen Zeiten eine Deutung suchen für das, was sie erlebt haben“.

Martinus finde diese Deutung im christlichen Glauben. Die Legende erzähle, dass Christus ihm mit dem Gesicht des Bettlers erschien und sich für den halben Mantel bedankt habe. „Diese Deutung dessen, was Martin erlebt hat, gibt den Anstoß für die Taufe“, so die Kirchengemeinde.

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