Umleitung nach Brückensperrung
Nicht zusätzlich auch das noch

Albersloh/Rinkerode -

Die „BürgerInnen für Aktive Kommunalpolitik“ (BfA) sind entsetzt über das Vorhaben des Tiefbauamtes Münster, noch mehr Lkw durch das sowieso schon äußerst stark überlastete Albersloh zu führen. Seit Freitagmorgen ist die Osttorbrücke in Hiltrup für den Schwerlastverkehr gesperrt, weil dort an den tragenden Teilen Rostschäden aufgetreten sind. Die geplante Umleitung soll über Rinkerode und Albersloh führen.

Montag, 22.10.2018, 17:20 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 22.10.2018, 17:15 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 22.10.2018, 17:20 Uhr
Nach Rücksprache mit der Stadt Münster, erfuhr Bürgermeister STreffing, dass die Umleitung über Rinkerode nach Albersloh und an der Adolfshöhe auf die Münsterstraße wieder Richtung Münster geführt wird.  
Nach Rücksprache mit der Stadt Münster, erfuhr Bürgermeister STreffing, dass die Umleitung über Rinkerode nach Albersloh und an der Adolfshöhe auf die Münsterstraße wieder Richtung Münster geführt wird.   Foto: Grafik: Stadt Sendenhorst

„Das Maß ist gestrichen voll.“ Die „BürgerInnen für Aktive Kommunalpolitik“ (BfA) sind empört und entsetzt über das Vorhaben des Tiefbauamtes Münster, noch mehr Lkw durch das sowieso schon äußerst stark überlastete Albersloh zu führen. Der Hintergrund: Seit Freitagmorgen ist die Osttorbrücke in Hiltrup für den Schwerlastverkehr gesperrt, weil dort an den tragenden Teilen Rostschäden aufgetreten sind, die dringend saniert werden müssen. Die Folge („Westfälische Nachrichten“ vom 20. Oktober: „So geht es weiter am Osttor“, siehe Bericht Seite 2 in dieser Ausgabe): „Die Lastwagen sollen zukünftig das Osttor weiträumig umfahren. Die geplante Umleitung führt über die Trautmannsdorffstraße beziehungsweise über Rinkerode und Albersloh.“

„Diese Planung ist eine absolute Zumutung für alle Albersloher“, zeigt sich der Vorsitzende der BfA, Michael Thale , enttäuscht von der Vorgehensweise der Stadtverwaltung Münster. Es sei überhaupt nicht zu akzeptieren, dass Albersloh nun mit noch mehr Schwerlastverkehr vollgestopft werde. Auch, wenn der Verkehr „nur“ bis zur Münsterstraße geführt würde, um dann wieder nach Münster zurückzufließen. Auch an dieser Stelle gebe es mit dem Abzweig ins Sportzentrum und der Kreuzung mit der L 586 genügend Gefahrenpotenzial, das nicht für eine solche Lösung spreche.

„Die Grenze des Zumutbaren ist bereits überschritten“, so BfA-Mitglied Volker Dörken , „wenn jetzt noch die Lkw hinzukommen, die üblicherweise das Industriegebiet von Hiltrup über den Albersloher Weg ansteuern, dann bringt das unser Dorf an den Rand eines Verkehrskollapses.“

„Ich kann mir nicht vorstellen“, so BfA-Ratsmitglied Michael Thale, „dass unser Bürgermeister Berthold Streffing über die Planungen der Stadt Münster frühzeitig informiert worden ist.“ Denn sonst hätte es bestimmt eine Information der Verwaltung an die Sendenhorster Politik gegeben. Offenbar sei aber „Straßen.NRW“ in die Planungen eingeweiht gewesen, weil Umleitungen über Landesstraßen nicht ohne die Zustimmung dieser zuständigen Behörde zu machen seien.

Der Leiter des Tiefbauamtes Münster, Michael Grimm, rechtfertigt sich mit den Worten: „Wir mussten erst unsere Handlungsoptionen ausloten und planen.“ Für einen Kontakt mit den Politikern sei keine Zeit gewesen. „Wir mussten schnell handeln.“

„Und darunter soll nun ganz Albersloh leiden“, wettert BfA-Mitglied Georg Schiffer. Denn die zurzeit noch geltende Umfahrung der Osttorbrücke für Schwerlastfahrzeuge in Hiltrup über die Hülsebrockstraße und die Straße „Zum Hiltruper See“ soll nach den Vorstellungen des Tiefbauamtes Münster „nur wenige Tage für Lkw freigegeben“ sein. Sobald die entsprechenden Umleitungsschilder über Rinkerode und Albersloh aufgestellt würden – und das soll noch in dieser Woche geschehen – werde die innerörtliche Umleitung gesperrt. Michael Grimm: „Anschließend werden wir das Durchfahrtsverbot überwachen und durchsetzen.“

Und der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung, Hermann Geusendam-Wode, begründet auch, warum: „Die Menschen entlang dieser Straßen in Hiltrup bekommen eine vermehrte Verkehrsbelastung ab, sie wohnen nun an einer Umgehungsstraße für den Schwerlastverkehr.“

„Wie toll“, findet Volker Dörken, „und den Menschen in Albersloh kann man diesen Schwerlastverkehr dann wohl noch zusätzlich zumuten. Nach dem Motto: Die haben ja eh schon genug davon. Dann machen die paar hundert Lkw zusätzlich auch nichts mehr aus.“

Dörken hatte sich gleich am Montag aufgemacht, und die Strecken in Augenschein genommen. Er ist sicher, dass es auch eine kleinräumiger Möglichkeit gebe. „Dafür müsste man 400 Meter durch bebautes Gebiet und dann am Kanal entlang bis Krautkrämer und von dort wieder ins Industriegebiet. Das ist alle Mal sinnbringender als eine 20 Kilometer lange Umleitung“, meint er anschließend.

Damit es nicht dazu kommt, möchte BfA-Ratsherr Michael Thale von der heimischen Verwaltung wissen, ob sie über die Planungen aus Münster informiert war und welche Möglichkeiten es gibt, die angedachten Umleitungen zu stoppen. Denn es sei einfach nicht mehr hinzunehmen, diese zusätzliche Verkehrsbelastung aufgebürdet zu bekommen: „Dagegen müssen wir uns gemeinsam vehement zu Wehr setzen“, fordert Michael Thale. Wenn es nötig sei, mit fantasievollen Aktionen, „die von allen Bürgern mitgetragen werden“.

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