Stadtprinz wird proklamiert
Spätlese mit schönen Töchtern

Sendenhorst/Albersloh -

Der neue Stadtprinz, der am Samstagabend in der Wersehalle proklamiert wird, ist eine stattliche Person mit karnevalistischen Töchtern. Viel mehr ist über ihn noch nicht bekannt. Vor 25 Jahren regierte Conny II. Pumpe die närrischen Geister in der Stadt.

Samstag, 17.11.2018, 06:00 Uhr
Mit viel Schwung übernahm Conny II. vor 25 Jahren die Macht im Rathaus. Die Familientradition wird heute Abend bei der Proklamation aber nicht fortgesetzt.
Mit viel Schwung übernahm Conny II. vor 25 Jahren die Macht im Rathaus. Die Familientradition wird heute Abend bei der Proklamation aber nicht fortgesetzt. Foto: Ulrich Lieber

Nein, eine Familientradition wird nicht fortgesetzt, obwohl sie es versucht haben. Der neue Prinz, der am heutigen Samstag ab 19.11 Uhr in der Albersloher Wersehalle proklamiert wird, stammt nicht aus dem Hause Pumpe. Das ist insofern bemerkenswert, weil Konrad – genannt Conny – Pumpe vor 25 Jahren Stadtprinz war. Und weitere 25 Jahre vorher war „Conny I.“ aus dem Hause Pumpe, Vater von „ Conny II. “, im Karneval aktiv. Und da hatte sich die Fortsetzung der Familientradition natürlich schon gemacht, Aber so ist das halt mit dem „hätte“ und „wäre“.

Vorgänger von Conny II. war übrigens einer, der heute an der Spitze der Sendenhorster und Albersloher Karnavalisten immer noch sehr aktiv ist. Vor 26 Jahren schwang Prinz Uwe II. das närrische Zepter, und heute steht Uwe Wuttke als „Präsi“ an der Spitze der KG „Schön wär’s“. Natürlich muss der Präsident wissen, wer heute neuer Stadtprinz wird. Aber er sagt nix. Und sein Vize, Heinz Schemmelmann, behauptet gar, den Namen seiner Tollität gar nicht zu kennen. Das könnte Vermutungen auslösen, dass das Prinzensuchkommando am Ende vielleicht doch mit leeren Händen dasteht?

Nein, sagt dazu Gerd Olde. Und der sollte es wissen. Denn Olde ist Zeremonienmeister der KG und steht somit qua Amt im Mittelpunkt des Geschehens, wenn’s darum geht, die neue Tollität in ihr Amt einzuführen. Aber auch der Herr der Zeremonie gibt sich schmallippig, wenn er gefragt wird, wer’s denn nun wird. Immerhin räumt er ein, dass ein Mann heute Abend die Regentschaft übernehmen wird. Er soll eine ganze Reihe schöner Töchter haben, die karnevalistisch angehaucht sind – oder so ähnlich. Und über die Statur des Prinzen kursieren auch einige kleinere Fakten. „Er ist von stattlicher Figur, innerlich jung geblieben, eher Spätlese“, berichtet der Zeremonienmeister verklausuliert.

Das war vor 25 Jahren auch nicht anders, bevor Conny II. das Regiment übernahm. Gefeiert wurde seinerzeit übrigens in der Gaststätte Peters, in der der Zapfhahn heute längst umgedreht ist. „Frohsinn und Scherz – Karneval mit Herz“ lautete das Motto, zu dem Conny II seine Frau Ulla beim Rock’n’Roll schwungvoll über das Parkett schob. Auch seinerzeit spielte die Statur seiner Tollität eine gewisse Rolle. „Ich glaube, die Ulla rockt und Du rollst“, bemerkte der damalige KG-Präsident Alfred Kolb, der sich selbstverständlich auch bei Uwe II. für dessen gelungene Amtszeit bedankte.

Die Geheimnistuerei hat Tradition in der KG. Manchmal, so ist überliefert, hat sich das Prinzensuchkommando schon bei Nacht und Nebel durch Hintereingänge in Häuser geschlichen, damit die Nachbarn ja nichts mitbekommen. Die Gerüchteküche stand bei Conny II. auch mächtig unter Dampf. Ihm war im Vorfeld seiner Proklamation zum Beispiel attestiert worden, dass er zu seiner Kinderkommunion erstmals saubere Finger vorweisen konnte, Schuhgröße 45 habe und sich mehr oder weniger ausschließlich von Currywurst ernähre.

Die wird am heutigen Abend vermutlich nicht serviert. Aber wer weiß das schon in Zeiten, in denen niemand etwas zu wissen glaubt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6195190?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Nachrichten-Ticker