Stadt prüft mit neuer Technik Regenwasser-Anschlüsse
Weißer Nebel über dem Kanalsystem

Albersloh/SEndenhorst -

Wenn künftig in Albersloh oder Sendenhorst weiße Schwaden aufsteigen, dann brennt es nicht unbedingt. Dann könnten Mitarbeiter des städtischen Abwasserwerkes unterwegs sein, die mittels neu angeschaffter Technik prüfen, ob Regen- und Abwasser-Abflüsse korrekt angeschlossen sind.

Mittwoch, 21.11.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 21.11.2018, 06:00 Uhr
Sven Knauff (l.) benebelt zur Demonstration einen Kanalanschluss auf dem Gelände des Klärwerks. An der Stelle, wo der weiße Nebel letztlich das System wieder verlässt, lässt sich ablesen, ob der Zufluss richtig angeschlossen ist.
Sven Knauff (l.) benebelt zur Demonstration einen Kanalanschluss auf dem Gelände des Klärwerks. An der Stelle, wo der weiße Nebel letztlich das System wieder verlässt, lässt sich ablesen, ob der Zufluss richtig angeschlossen ist. Foto: Annette Metz

Wenn bei Edgar Wallace der Nebel über einem Kanal aufstieg, war das zumeist ein Zeichen dafür, dass sich gerade nichts Gutes tut. Wenn künftig in Albersloh oder Sendenhorst Nebelschwaden aus einem Kanalausgang aufsteigen, ist das nur ein Zeichen dafür, dass die Mitarbeiter des städtischen Abwasserwerkes unterwegs sind – in guter Absicht versteht sich. Denn sie wollen mittels neu angeschaffter Technik prüfen, ob Regen- und Abwasser-Abflüsse korrekt angeschlossen sind. Erreichen wollen sie damit eine Schonung von Ressourcen. Genauer gesagt, dass Abwässer nicht im Grundwasser und Regenwasser nicht im Schmutzwasserkanal landet, was dann zu einer Überlastung von Pumpstationen führen könnte. Um erste Erfahrungen mit der Technik zu sammeln, wird sich ein Team um Sven Knauff , Leiter der Kläranlage in Sendenhorst, mit der Backhaus-Siedlung in Albersloh beschäftigen.

„Wir haben uns für diesen Zweck eine leistungsstarke Nebelmaschine zugelegt“, erklärt Klaus Neuhaus , Leiter der städtischen Eigenbetriebe. Kanäle mit einem Durchmesser bis zu einem Meter können damit benebelt werden. Der weiße Rauch wird mit Druck in die entsprechenden Leitungen hineingegeben. Der Ort, an dem der weiße Rauch aufsteigt, gibt Zeugnis darüber, ob der Kanal richtig – oder falsch – genutzt wird.

Bei Regen gemessene Mengen an den Schmutzwasserpumpwerken lassen vermuten, dass der eine oder andere Regenwasserabfluss, aus welchem Grund auch immer, an einen Abwasserkanal angeschlossen sei, führt Klaus Neuhaus aus. Dabei betont er, dass das zumeist unwissentlich geschehen sein könnte. Doch wenn diese Pumpen in Regenzeiten mehr Fremdwasser transportieren müssen, als sie verkraften, könnte eben das auch Schäden oder im schlimmsten Fall sogar Ausfälle bewirken, die dann sehr unliebsame Folgen auch für die jeweiligen Anlieger haben können. Regenwasser gehöre nicht in den Schmutzwasserkanal. Es werde über Vorfluter und Regenrückhaltebecken dem Wasserkreislauf direkt wieder zugeführt, führt Sven Knauff aus.

„Wir wollen aufklären, dass womöglich ein Problem vorliegt“, erklärt Klaus Neuhaus. Die Ergebnisse werden den Grundeigentümern mitgeteilt. „Außerdem wird die Stadt die Korrektur falscher Anschlüsse intensiv begleiten“, so Neuhaus.

Die Kanalnebel-Aktion an der Backhausstraße soll in der Woche vom 26. bis 30. November durchgeführt werden. „Wir werden alle Anlieger informieren. Um Verwechslungen mit Bränden zu vermeiden, wird die Feuerwehr über den Einsatz der Nebeltechnik jeweils informiert. Durch dieses Verfahren entstehen keine Schäden, und die Anlieger brauchen sich um nichts zu kümmern. Die städtischen Mitarbeiter betreten in dieser Zeit nur kurz die Grundstücke, um die Nebelaustritte zu lokalisieren“, lassen Neuhaus und Knauff abschließend wissen.

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