Stadt lässt Ratten in der Kanalisation bekämpfen
Regelmäßigkeit beugt Plage vor

Sendenhorst -

Etwa die Hälfte der im Stadtgebiet vorhandenen Kanalschächte wurde in den Vergangenen mit Giftköder zur Rattenbekämpfung präpariert. „Wir machen das kontinuierlich jedes Jahr“, erklärt Klaus Neuhaus, Leiter der städtischen Eigenbetriebe. Und das habe sich bewährt. „Wir haben in Sendenhorst keinen extremen Befall.“ Aber man dürfe die Bekämpfung nicht vernachlässigen.

Mittwoch, 05.12.2018, 06:00 Uhr
Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg, Lars Gottmann (Auszubildender zur Fachkraft für Abwassertechnik), und Sven Knauff (Eigenbetriebe Stadt Sendenhorst, v.li.) kontrollieren die ausgebrachten Giftköder zur Rattenbekämpfung in der Kanalisation (kleines Foto).
Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg, Lars Gottmann (Auszubildender zur Fachkraft für Abwassertechnik), und Sven Knauff (Eigenbetriebe Stadt Sendenhorst, v.li.) kontrollieren die ausgebrachten Giftköder zur Rattenbekämpfung in der Kanalisation (kleines Foto). Foto: Annette Metz

1600 Schmutz- und Mischwasser-Kanalschächte gibt es in Sendenhorst und Albersloh. Sie führen in ein Abwassersystem, das nicht nur der Reinlichkeit in deutschen Städten dient, sondern das auch Ungeziefer ein perfektes Umfeld bietet. „Vor allem für Ratten sind Kanäle oft ein perfekter Lebensraum, da sie dort auch ideal gefüttert werden“, weiß Schädlingsbekämpfer Patrick Sonnenburg, der in diesen Wochen dem Ungeziefer im Auftrag der Stadt Sendenhorst zu Leibe rückt.

Etwa die Hälfte der im Stadtgebiet vorhandenen Kanalschächte wurden mit Giftköder präpariert. Die Giftköder werden in den Kanälen über der Hochwassermarke ausgehängt. Es sind Wachsköder, die feuchtigkeitsbeständig sind und nicht auswaschen, erklärt der Fachmann. Nach zwei Wochen werden alle ausgebrachten Köder kontrolliert und eventuell nachgelegt. Nach weiteren zwei Wochen, werden die Köder wieder entfernt. „Wir machen das kontinuierlich jedes Jahr“, erklärt Klaus Neuhaus, Leiter der städtischen Eigenbetriebe. Und das habe sich bewährt. „Wir haben in Sendenhorst keinen extremen Befall.“ Aber man dürfe die Bekämpfung nicht vernachlässigen. „Ratten vermehren sich extrem schnell“, erklärt Patrick Sonnenburg. Da sei es wichtig, regelmäßig zu handeln.

Das gelte übrigens auch, wenn Ratten an der Oberfläche gesichtet würden. „Wer gesehen hat, dass die Tiere in der Kanalisation verschwinden, kann sich an die Stadt wenden“, erklärt Sven Knauff, Mitarbeiter des Abwasserwerkes. Das sei aber sehr selten. Im vergangenen Jahr habe es drei oder vier Meldungen gegeben.

Wer Ratten beobachtet hat, sollte sich um ihre Bekämpfung kümmern, unterstreichen die Mitarbeiter der Stadt. Wachsam sollte auch der sein, der beispielsweise einen Komposthaufen im Garten hat und dort womöglich Speisereste oder Kartoffelschalen entsorgt. „Die gehören nicht auf den Kompost, sondern in den Biomüll“, bekräftigt auch Klaus Neuhaus. Außerdem würden nach wie vor viel zu viele Speisereste oder Fette durch die Toiletten entsorgt, was den Lebensraum eben so attraktiv für die Nager mache.

Durch verschärfte Vorschriften ist es übrigens nicht so einfach, an Rattengift-Köder zu kommen, erklärt Klaus Neuhaus, warum die Stadt die Bekämpfung als Dienstleistung einkauft. Nicht mal die Stadt komme an die Köder ohne die entsprechenden behördlichen Genehmigungen und das entsprechende Fachwissen.

Besitzer von Hunden oder Katzen müssten sich übrigens keine Sorgen machen, meinen die Fachleute. „Die Köder sind so angebracht, dass sie für Haustiere nicht erreichbar sind“, erklärt Patrick Sonnenburg. Vergiftete Ratten – das Gift wirke nach drei bis fünf Tagen – zögen sich außerdem zurück und seien selten an der Oberfläche zu finden. „Daher ist das Risiko der Sekundärvergiftung zwar nicht komplett auszuschließen, aber sehr gering“, so Patrick Sonnenburg.

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