Interview: Markus Uhlenbrock ist neuer Sprecher der Albersloher Kaufleute
„Der Zusammenhalt ist super“

Albersloh -

Markus Uhlenbrock ist neuer Sprecher der Interessengemeinschaft Albersloher Kaufleute. Im Interview blick er auf Entwicklungen im Dorf, insbesondere auf die Infrastruktur im Einzelhandel. Der Albersloher ist 50 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren.

Mittwoch, 02.01.2019, 09:00 Uhr
Markus Uhlenbrock ist neuer Sprecher der IG Albersloher Kaufleute und Inhaber des Autohauses Breul.
Markus Uhlenbrock ist neuer Sprecher der IG Albersloher Kaufleute und Inhaber des Autohauses Breul. Foto: Josef Thesing

Seit Mitte November ist Markus Uhlenbrock neuer Sprecher der Interessengemeinschaft Albersloher Kaufleute. Er hat Claudia Mersmann abgelöst, die mit der Aufgabe ihres Geschäftes auch diesen Posten abgegeben hat, den sie viele Jahre mit großem Engagement ausgefüllt hatte. Markus Uhlenbrock ist Inhaber des Autohauses Breul. Der Albersloher ist 50 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 14 und 16 Jahren. Im Interview mit WN-Redakteur Josef Thesing sprach er über die Aufgaben der IG und Entwicklungen im Dorf.

Herr Uhlenbrock, Sie sind nun die Stimme der Albersloher Kaufleute. Wie kam es dazu?

Markus Uhlenbrock: „Die Stimme“ ist nicht ganz richtig. Das Ganze ist als Team angelegt. Nicole Pape gehört zum Beispiel dazu. Wir haben uns vorher getroffen und darüber geredet. Claudia Mersmann hat das immer sehr gut gemacht, aber „die Stimme“ zu sein, ohne ein Geschäft zu haben, ist halt etwas schwierig.

Und Sie sind nun immer hier und ansprechbar?

Uhlenbrock: Na, ja, immer bin ich auch nicht hier. Aber ich bin immer erreichbar. Allerdings haben wir Kaufleute ja auch nicht immer etwas zu besprechen.

In jüngster Zeit wurde häufiger über infrastrukturelle Probleme im Dorf gesprochen, etwas bezogen auf den Rückzug der Banken und eine vernünftige Postagentur. Wie sehen Sie das?

Uhlenbrock: Wenn sich die Banken aus einem Ort zurückziehen, wird es schwierig, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, und es kann weitere Probleme geben. Das trifft ja nicht nur Albersloh, sondern andere Dörfer wie zum Beispiel Rinkerode auch. Wenn es keine Bank mehr gibt und Schaufenster leer sind, denken manche Leute gleich: „Da ist ja nichts los. Da muss ich nicht hinfahren.“ Und das kann Schwierigkeiten beschleunigen. Aber gegen den Rückzug der Banken haben wir leider keine Handhabe.

Albersloh ist – mal abgesehen von Post und Banken – im Vergleich zu vielen anderen Dörfern in Deutschland sehr gut aufgestellt. Was macht Ihnen Sorgen?

Uhlenbrock: Das stimmt, und Albersloh ist ein wachsendes Dorf. Die Nähe zu Münster spielt sicher auch eine entscheidende Rolle, hier sein Haus bauen zu wollen. Schwieriger ist das, was in der Einzelhandels-Infrastruktur auf Dauer auf uns zukommt. Geschäftsinhaber brauchen über kurz oder lang einen Nachfolger. Und der ist bei machen noch nicht in Sicht. Es ist nicht einfach, junge Menschen für eine solche Aufgabe im Dorf zu begeistern. Und wenn ein Geschäft erstmal leer steht, wird es schwierig, es wieder mit Leben zu füllen. Da gibt es derzeit im Fall von Mersmann leider auch noch keine Lösung.

Aber das neue Baugebiet, die Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr und große Investitionen in die Schule müssten doch einen weiteren Schub geben?

Uhlenbrock: Das ist sicher für Familien sehr gut. Wir müssen halt abwarten, wie sich das entwickelt. Wenn die Bahn kommt und die Busse wegfallen, kann das auch problematisch werden. Aber ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept ist sicher richtig. Der Albersloher Weg ist in Richtung Münster immer voll.

Was läuft gut im Dorf?

Uhlembrock: Sehr vieles. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen wie dem KBO und dem Spielmannszug sowie der Zusammenhalt untereinander sind super. Das macht das Dorfleben aus. Und das sieht man zum Beispiel bei der Organisation und der Durchführung des Handwerker- und Bauernmarktes gemeinsam mit dem Heimatverein. Das ist eine super Sache. Vereine sind das Herz eines Dorfes.

In drei Jahren wird 850 Jahre Albersloh gefeiert. Was erwartet uns?

Uhlenbrock: Wir werden sicher gemeinsam etwas Schönes machen. Das ist eine große Aufgabe. In diesem Monat ist das nächste Treffen dazu. Den Handwerker- und Bauernmarkt wollen wir aber gemeinsam mit dem Heimatverein weiter im Zwei-Jahres-Rhythmus durchführen, weil sich das bewährt hat.

Wie sehen Sie als Unternehmer Ihre Zukunft im Dorf?

Uhlenbrock: Von alleine läuft gar nichts. Die Mitarbeiter ziehen gut mit, und das Betriebsklima ist topp. Wir werden uns hier so aufstellen, dass es in den nächsten Jahren gut weitergehen kann.

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