Sternsingeraktion 2019
. . .weil‘s am Ende glücklich macht!

Sendenhorst -

Warum sie sich als Sternsinger engagieren, wollte Tobias Tiedeken im Aussendungsgottesdienst von den zahlreichen „Königen“ wissen: Und obwohl es mehrere sehr begründete Antwortmöglichkeiten gab, strömten fast alle zu dem Schild, auf dem stand: „Sternsingen ist cool, weil‘s am Ende alle glücklich macht.“

Montag, 07.01.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 15:34 Uhr
Zahlreiche Sternsingergruppen machten sich nach den Aussendungsgottesdiensten auf den Weg in die Orte. Dabei ging es oft fröhlich zu. So zum Beispiel, als die Majestäten Jolina (13), Noemi (11) und Elias (11) mit den ehemaligen Sternsingern Heiko Weltermann und Peter Holthaus einen spontanen Chor aufmachten.
Zahlreiche Sternsingergruppen machten sich nach den Aussendungsgottesdiensten auf den Weg in die Orte. Dabei ging es oft fröhlich zu. So zum Beispiel, als die Majestäten Jolina (13), Noemi (11) und Elias (11) mit den ehemaligen Sternsingern Heiko Weltermann und Peter Holthaus einen spontanen Chor aufmachten. Foto: Kalbhenn

„Was ist der Grund, dass ihr euch in diesen Tagen aufmacht und als Sternsinger durch die Straßen zieht?“, fragte Tobias Tiedeken , Diakon und Mitorganisator der Sternsingeraktion der Gemeinde, im Gottesdienst am Sonntag die anwesenden Königinnen und Könige. Und obwohl es mehrere sehr begründete Antwortmöglichkeiten gab, strömten fast alle zu dem Schild, auf dem stand: „Sternsingen ist cool, weil‘s am Ende alle glücklich macht.“

Das ist insofern bemerkenswert, als offensichtlich die positiven Erlebnisse der vergangenen Tage bei weitem überwogen und auch die schmerzenden Füße und müden Knochen wettmachten, die sich nach mehreren Stunden Sternsingens immer einstellen.

Glücklich zeigten sich also nicht nur die Kinder, sondern das sind, das zeigte sich wieder, zuallermeist auch die Menschen, die ihnen die Türen öffnen. Und glücklich können vor allem die Kinder weltweit sein, denen die Spenden am Ende zugute kommen: In diesem Jahr diente als Beispielprojekt das Zentrum „Yancana Huasy“ („Haus der Arbeit“) im größten Elendsviertel in Lima (Peru), in dem Kinder mit Behinderung und ihre Familien Hilfe finden.

Tobias Tiedeken stellte im Gottesdienst klar, dass die „Könige“ in der Bibel eigentlich Sterndeuter seien, die „diesem einen, ganz besonderen Stern“ gefolgt seien: „Und das macht sie für mich zu Königen“, führte er aus, „denn sie hätten ja auch gemütlich zu Haue bleiben und ab und zu mal durchs Fernrohr schauen können. Ein bequemes Beamtengehalt hatten sie ja.“ Aber damit hätten sie sich nicht zufrieden gegeben, sondern seien dem Stern folgend ins Ungewisse gezogen. „Wie ihr“, ergänzte der Diakon an die Sternsinger gewandt: Vom stillen Kämmerlein aus könne man nichts Gutes bewirken, dazu müsse man sich schon auf den Weg machen.

Und auf dem Weg, das waren die Kinder: Den gesamten Albersloher Ortsteil haben sie besucht, das Josef-Stift, die Bauerschaften, den Sendenhorster Süden und sogar noch einige Bezirke im Nordteil der Stadt. Manche Tür blieb wohl verschlossen oder wurde wieder zugemacht, aber aller meistens machten die Gruppen die gute Erfahrung, herzlich willkommen oder sogar sehnlichst erwartet worden zu sein. Oft lagen Spende und eine kleine Süßigkeit schon bereit. Manches Mal lag der Gruß vor der Türe, wenn die Bewohner gerade abwesend waren.

Schon durch ihre reine Anwesenheit sorgten die Sternsinger für gute Stimmung im Ort: So bekamen die Sternsingerinnen Lea und Malin ihre erste Spende schon auf dem Weg zum Aussendungsgottesdienst zugesteckt, von einem Lastwagenfahrer, der die achtjährigen Majestäten am Wegrand sah, spontan anhielt und ihnen einen Zehner durchs Fenster reichte.

Neben viel Anerkennung bekamen die Sternsinger manchen heißen Kakao oder eine spontane Mahlzeit von freudigen Gastgebern spendiert. Auch Weihrauch gab es als Geschenk für die Majestäten – und ein spontaner Straßenchor hob die Stimmung trotz Nieselregens im Spanniger: Nachdem Postzusteller Heiko Weltermann eine Weile parallel zur Sternsingergruppe seine Post ausgetragen hatte, ergab sich bei Peter Holthaus mit ihm und den Majestäten Jolina (13), Noemi (11) und Elias (11) ein fröhlich gemeinsam geschmettertes, mehrstimmiges „Gloria in excelsis deo“: Wer einmal Sternsinger war, verlernt es eben nie. Auch nicht die Begeisterung dafür.

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