Neujahrskonzert des Salonorchesters Münster
Mit viel Tempo auf der musikalischen Jagd

Sendenhorst -

Das Neujahrskonzert des Salonorchesters Münster war einmal mehr ein Highlight im Programm des Fördervereins Haus Siekmann. Mit viel Tempo ging es durch das Programm.

Montag, 14.01.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 14:20 Uhr
Das Salonorchester Münster mit der Geigerin Freya Deiting gastierte wieder zum Neujahrskonzert im Haus Siekmann.
Das Salonorchester Münster mit der Geigerin Freya Deiting gastierte wieder zum Neujahrskonzert im Haus Siekmann. Foto: Dierk Hartleb

Furioser Auftakt des Neujahrskonzertes des Salonorchesters Münster am Sonntag: Mit der Ouvertüre für das Lustspiel „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé unternahm das Orchester einen musikalischen Parforceritt, der das Publikum regelrecht durchrüttelte.

Damit waren auch die Letzte oder der Letzte im Publikum im neuen Jahr angekommen. Über „Wiener Blut“ von Johann Strauß leiteten die Musiker gleich über zum temporeichen „Ungarischen Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms. Kaum waren die Violinen verstummt, ging die wilde musikalische Jagd mit der „Frauenherz-Polka“ des nicht ganz so bekannten Josef Strauss weiter, um dann noch von Vater Johann und seiner Polka mit dem Zusatz schnell „Leichtes Blut“ übertrumpft zu werden.

Danach gönnte das Orchester sich und den Zuhörern mit „Gavotte“ des wallonisch-französischen Komponisten Francois Gossec eine kurze Verschnaufpause, denn bei diesem historischen Gesellschaftstanz im Zweizweiteltakt geht es deutlich gemächlicher zu. Die Banditen, an die Johann Strauss gedacht hat, als er die Polka „Banditen-Galopp“ komponierte, haben längst das Zeitliche gesegnet, aber ausgestorben sind sie deshalb noch nicht. Mit seinem Marsch „Wien bleibt Wien“, der den ersten Teil beendete, hat sich Johann Schrammel einen ewigen Platz im Olymp der beliebtesten Melodien gesichert.

Und Jacques Offenbach, den Fördervereinsvorsitzender Jürgen Krass an diesem Tag so schmerzlich vermisste? Der Begründer der Operette, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, war bis dato nicht aufgetaucht. Dafür aber mehrere seiner Zeitgenossen, allen voran Franz von Suppé, der den Accent aigu auf der letzten Silbe seines Nachnamens in einen Accent graphe geändert hatte, und der sich von den Operettenerfolgen Offenbachs hatte inspirieren lassen und selbst mehrere Werke dieses Genres geschaffen hatte.

Klassisch und mitreißend auch der Auftakt des zweiten Teils mit der Ouvertüre der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. Danach aber wechselte die Klangfarbe und über zu etwas besinnlicheren Tönen bei „Eau de fleurs“ (Blumenwasser) von Erwin A. Ludwig. Anschließend ging es mit dem „Lied „Ich möcht’ so gerne wissen, ob sich die Fische küssen“ schnurstracks in die 1920 Jahre, weiter über den glücklichen Radfahrer (The happy cyclist), dem Pianist und Moderator Oliver Haug mit einer Fahrradklingel Gehör verschaffte, Swingtime mit Duke Ellington und Benny Goodman bis zu Robert Stolz und seinem seufzenden „Spiel auf der Geige das Lied von Leid und Lust“.

Bevor Jürgen Krass die obligatorischen Rosen an die Akteure überreichte, ließ es das von Violinistin Freya Deiting souverän und unprätentiös geleitete Orchester musikalisch rote Rosen regnen.

Mit „Time To say Goodbye“, das von Francesco Sartori in der italienischen Originalfassung als „Con te partiro“ komponiert wurde, ehe es von Andrea Bocelli in der englischen Version ein Welthit wurde, kündigte das Salonorchester seinen Abschied an, um beim „Säbeltanz“ des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan noch einmal Vollgas zu geben, um sich dann beim Radetzkymarsch vom Publikum feiern zu lassen.

So begeisternd kann das Jahr weitergehen und das Salonorchester 2020 zum 21. Mal gerne wiederkommen.

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