Alfons Fredeweß hört im Kolping-Vorstand auf
Nach 15 Vorstandsjahren ist Schluss

Sendenhorst -

64 Jahre ist Alfons Fredeweß inzwischen Mitglied der Kolpingsfamilie. Nach 15 Jahren im Vorstand legt er dieses Amt nun nieder. Wenn er in sein Mitgliedsbuch blickt, fallen ihm vieles besondere Geschichten ein. Dazu gehört zum Beispiel eine Begegnung mit Konrad Adenauer auf der heimischen Terrasse des damaligen Bundeskanzlers.

Mittwoch, 16.01.2019, 09:00 Uhr
Nach 64 Jahren Zugehörigkeit erzählen die Kolping-Mitgliedsbücher von Alfons Fredeweß viele Geschichten – etwa die von Konrad Adenauer.
Nach 64 Jahren Zugehörigkeit erzählen die Kolping-Mitgliedsbücher von Alfons Fredeweß viele Geschichten – etwa die von Konrad Adenauer. Foto: Annette Metz

Veränderungen wird es geben, wenn sich die Kolpingsfamilie am kommenden Samstag nach der 17-Uhr-Messe zu ihrer Jahreshauptversammlung trifft. Alle Mitglieder und Förderer mit ihren Ehefrauen und Partnern sind dazu eingeladen, aus dem Vorstand der Sendenhorster Kolpingsfamilie mit Alfons Fredeweß ein langjähriges, verdientes Mitglied zu verabschieden.

Um 17 Uhr wird unter Mitwirkung des Kolping-Chores zunächst die heilige Messe gefeiert. Nach einem gemeinsamen Imbiss im Probenraum des Kolping-Chores beginnt dann die Generalversammlung, auf deren Tagesordnung die Rechenschaftsberichte des Schriftführers, Kassierers und der verschiedenen Abteilungen stehen. Außerdem werden mehrere Mitglieder für langjährige Treue zur Kolpingsfamilie geehrt. Und auch einige Wahlen stehen auf dem Programm.

Nicht erneut für den Vorstand kandidieren wird nach 15 Jahren in diesem Gremium Alfons Fredeweß, der seit 2011 auch als Teamsprecher fungierte. Insgesamt ist Fredeweß inzwischen 64 Jahre Kolpingmitglied. Erstmals angemeldet hat er sich Ende 1953 bei der Kolpingsfamilie in seinem Heimatort Elsten bei Cloppenburg, erzählt er. „Seinerzeit wurde man erst nach einer halbjährigen Vorbereitung in die Familie aufgenommen“, so Fredeweß. Jeden Montag habe er dafür an einer Versammlung teilgenommen, erinnert er sich. Immer eine halbe Stunde bevor die anderen kamen, wurden die Kandidaten im Rahmen dieser Vorbereitung einbestellt. Damals habe die Kolpingsfamilie hauptsächlich aus Wanderburschen bestanden. Und Fredeweß, der seinerzeit eine Ausbildung zum Kfz-Schlosser absolviert hatte, passte prima in diese Gemeinschaft. Nahezu lückenlos kann seine Zugehörigkeit trotz drei Wohnortwechseln in seinem Mitgliedsbuch nachvollzogen werden. 1955 wechselte er nach Münster, 1964 zog Fredeweß nach Sendenhorst.

Doch nicht nur die An- und Abmeldedaten sind in dem Buch dokumentiert. Auch außergewöhnlich Geschichten fallen Alfons Fredeweß ein, wenn er in den Seiten blättert. So zum Beispiel, dass er in seiner Zeit in Münster auch hauptberuflich als „Kutscher“, also als Fahrer beim Diözesanpräses der Kolpingsfamilie tätig war. Vier Jahre habe er den Präses gefahren.

Außerdem erinnert er sich an die Geschichte mit Konrad Adenauer . „Wir wollten damals eine Kundgebung mit Adenauer in Dortmund besuchen. Doch dann ist der Bus liegengeblieben und wir kamen erst in Dortmund an, als Adenauer schon gesprochen hatte“, erzählt er. Der Bundeskanzler habe aber von diesem Missgeschick erfahren. Kurzerhand habe er die ganze Busbesatzung nach Röhndorf eingeladen. Und Wort gehalten. So trafen sich die zunächst „gestrandeten“ Kolpingbrüder mit Konrad Adenauer auf dessen Terrasse auf einen Apfelsaft. Die seltene Gelegenheit ließ Alfons Fredeweß nicht ungenutzt und bat den damaligen Regierungschef um ein Autogramm in seinem Kolpingmitgliedsbuch.

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