Initiative hat bereits 1000 Unterschriften gegen überörtlichen Lkw-Verkehr gesammelt
Fast das ganze Dorf macht mobil

Albersloh -

Das Dorf macht mobil gegen den überörtlichen Lkw-Verkehr. Mehr als 1000 Unterschriften sind nach Angabe der Initiatoren bereits in wenigen Tagen zusammengekommen. Viele sammeln Unterschriften, und das sogar mit Rollator. Und fast alle unterschreiben.

Samstag, 02.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 15:22 Uhr
So wie viele Albersloher Bürger wollen auch Irmgard und Friedhelm Tombrink ein Durchfahrtverbot für Lkw von außerhalb. Dafür sammelt Irmgard Tombrink in der Nachbarschaft Unterschriften.
So wie viele Albersloher Bürger wollen auch Irmgard und Friedhelm Tombrink ein Durchfahrtverbot für Lkw von außerhalb. Dafür sammelt Irmgard Tombrink in der Nachbarschaft Unterschriften. Foto: Christiane Husmann

Dass das Thema „Verkehr im Dorf“ den Bürgern unter den Nägeln brennt, zeigen die vielen Unterschriften derer, die sich mit ihrem Namen dafür stark machen, ein Durchfahrtverbot für Lkw von außerhalb durchzusetzen. Ob beim Friseur, beim Bäcker, im Supermarkt oder in den Kitas: Überall liegen Listen aus, die unterschrieben werden können, und Flyer, die über die Aktion informieren.

Damit möglichst jeder Albersloher von der Aktion erfährt, gehen die Organisatoren kreative Wege, die Dank vieler Unterstützer gangbar gemacht werden konnten. Plakate wurden gedruckt, eine Petition ins Netz gestellt und einiges mehr. „Das war durchaus eine logistische Herausforderung“, weiß Hubertus Gärtner als Mitinitiator der Aktion. Und er freut sich nun um so mehr, sagen zu können: „Die Resonanz ist überwältigend.“ Schon jetzt seien mehr als 1000 Unterschriften gesammelt worden.

Zur Aktion tragen viele Bürger auf ihre Art und Weise bei. Etwa Irmgard Tombrink , die sich mit ihrem Rollator auf den Weg durch die Nachbarschaft macht, um Unterschriften zu sammeln. „Wir sind keine Anlieger der vielbefahrenen Straßen, aber durchs Dorf müssen wir auch“, sagt die Albersloherin, die von Haus zu Haus geht. „Ich werde überall freundlich aufgenommen“, freut sich die engagierte 80-Jährige und zieht eine erste positive Bilanz: „Nach elf Besuchen hatte ich elf Unterschriften.“ Ehemann Friedhelm Tombrink sagt mit Blick auf ein Durchfahrtverbot für Lkw: „Es wird sich ja schon bald zeigen, dass es gehen wird.“ Er meint die Sperrungen der Straßen im Zuge der Baumaßnahmen ab kommendem Mai.

Den Organisatoren der Unterschriftenaktion ist es wichtig, noch einmal zu betonen, dass sie das Durchfahrtverbot nur für die Lkw durchsetzten wollen, die den Albersloher Ortskern auf ihren überörtlichen Strecken durchfahren. „Die Aktion soll sich natürlich nicht gegen die Unternehmer im Dorf oder den landwirtschaftlichen Verkehr richten“, sagt Willi Berheide. „Anlieger frei“, sei bei einem Durchfahrtverbot für Lkw zu berücksichtigen. „Das Ziel soll ja kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander für mehr Lebensqualität im Dorf sein“, sagt der Albersloher. Gleichzeitig hofft und setzt er darauf, dass eine Umgehungsstraße kein Wunschtraum bleiben wird. „Die Umgehungsstraße sollte bei allen nötigen und zeitnah umsetzbaren Maßnahmen nicht aus den Augen verloren werden“, findet er.

Theodor Meckmann hat gerade seine Enkel aus der Kita St. Ludgerus abgeholt und im gleichen Zug seine Unterschrift auf die dort ausgelegte Liste gesetzt. Auf die Frage „Warum?“, antwortet er: „Ich bin das leid mit dem Verkehr. Seit 60 Jahren wird uns versprochen, dass eine Umgehung kommt.“ Auch Paul Breul kommt gerade mit seinen Enkelkindern aus der Kita. Und auch er hat bereits unterschrieben. Mehr Sicherheit und mehr Lebensqualität seien dabei seine Beweggründe. „Allerdings sollten die ansässigen Unternehmer und Landwirte auch weiter durchs Dorf fahren dürfen“, findet er und steht mit seiner Meinung nicht alleine da.

Darüber, dass was unternommen werden muss, scheinen sich alle Albersloher einig zu sein. Und die, die sich an der Aktion beteiligen, wollen, dass möglichst schnell was unternommen wird – auch wenn ab Mai in Punkto Lkw-Verkehr eine mehrmonatige Verschnaufpause erwartet werden darf. „Wir wollen ja keine vorübergehende Lösung, sondern eine, die für alle Albersloher langfristig befriedigend ist“, sagen die Initiatoren der Aktion.  

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