Lkw-Verkehr in Albersloh
Die Wucht des Bürgerwillens

Albersloh -

Die politischen Parteien unterstützen die Initiative der Bürger, auf ein Durchfahrt-Verbot für solche Lkw zu drängen, die nicht zum Anliegerverkehr gehören. Die Initiative hat bereits mehr als 1000 Unterschriften gesammelt. Nun soll der Druck auf die zuständigen Behörden erhöht werden.

Donnerstag, 07.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 14:30 Uhr
Dass auch die CDU-Ortsunion hinter der Aktion „Stopp den Lkw-Verkehr in Albersloh“ steht, bestätigten in deren Vertretung Sebastian Sievers (li.) und Christian Brüning.
Dass auch die CDU-Ortsunion hinter der Aktion „Stopp den Lkw-Verkehr in Albersloh“ steht, bestätigten in deren Vertretung Sebastian Sievers (li.) und Christian Brüning. Foto: Christiane Husmann

Dass die Bürgerinitiative „Stopp den Lkw-Verkehr in Albersloh“ bereits nach ein paar Tagen weit über 1000 Unterschriften gesammelt hat, beweist wohl, wie sehr die Verkehrssituation die Albersloher belastet. Von der Wucht des Bürgerwillens zeigen sich auch die örtlichen Politiker beeindruckt – und beziehen Stellung.

„Es muss dringend Abhilfe geschaffen werden“, äußert sich die CDU-Ortsunion zur Verkehrssituation im Dorf und meint: „Eine teilweise Entlastung durch Umlenken des Schwerlastverkehrs kann dabei eine Maßnahme sein, um kurzfristig zu ersten Verbesserungen zu gelangen.“ Ortsvorsteher Sebastian Sievers stellt klar: „Sicherheit hat Priorität.“ Er und seine Parteikollegen begrüßen das bürgerschaftliche Engagement, das „hoffentlich dazu beitragen“ werde, die Verkehrssituation in Albersloh wieder stärker in den Fokus der Entscheidungsträger zu rücken. Aber: „Eine etwaige Sperrung für den Schwerlastverkehr steht für uns unter der klaren Vorbedingung, dass ortsansässige Transportbetriebe, Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe in Albersloh und Sendenhorst von einer solchen Sperrung ausgenommen sind“, so Sievers. Auch in diesem Punkt ist sich die Ortsunion mit der Bürgerinitiative einig und äußert sich konkret: „Eine Sperrung sollte – wie im Fall der Sperrung der Hiltruper Brücke von uns Alberslohern selbst gefordert – mit den Nachbargemeinden abgestimmt werden.“ Christian Brüning betont für die CDU : „Eine Sperrung ist aus unserer Sicht eine richtige und kurzfristig wirksame Verbesserung, jedoch keine umfassende Lösung der Verkehrsprobleme in Albersloh. Wir sind daher unverändert der festen Überzeugung, dass nur die Umgehungsstraße eine wirklich nachhaltige Verbesserung für unser Dorf erreichen kann.“

Auch SPD-Sprecherin Christiane Seitz-Dahlkamp äußert sich zum Thema: „Die SPD-Fraktion unterstützt die Unterschriftenaktionen ausdrücklich.“ Die Zahl der schon geleisteten Unterschriften und die Reaktionen der Menschen machten den Willen der Albersloher deutlich. „Es wird aber unserer Meinung nach Zeit, dass alle Gremien, die mit dem Verkehr im Dorf zu tun haben, über die Situation informiert werden – also auch der Regionalrat und der Verkehrsausschuss des Landtags.“ Deshalb wolle man im Rat auch die schon Anfang November vorgelegte Resolution noch einmal diskutieren, sagt die SPD-Politikerin und begründet: „Damit klar wird, dass auch der Rat der Stadt Sendenhorst die Aktion unterstützt.“

Als Fraktionsvorsitzender der BfA sagt Hans-Ulrich Menke: „Ich finde die Aktion der Bürger großartig“. Er sieht die Politik jetzt in der Pflicht. „Wir finden, der Landrat ist gefordert.“ Sein Eindruck: „Die lokale Politik schein nicht ernst genommen zu werden.“

Dass die lokale Politik ihrerseits die Bürger und ihren Willen ernst nimmt, wurde im Zuge der Aktion wohl deutlich. Geschlossen scheinen die Politiker der örtlichen Parteien hinter einem Durchfahrtverbot für Lkw von außerhalb zu stehen.

In einem Schreiben richtet sich die Initiative „Stopp den Lkw-Verkehr in Albersloh“ auch an Bürgermeister Berthold Streffing: „Aufgrund der Tatsache, dass Sie den Landesverkehrsminister dazu eingeladen haben, sich die katastrophale Verkehrssituation selbst vor Ort anzusehen, gehen wir davon aus, dass unsere Aktion auch in Ihrem Sinne ist.“

Um den verantwortlichen Stellen die Dringlichkeit der Sache noch deutlicher vor Augen führen zu können, sei es aus Sicht der Bürgerinitiative hilfreich, wenn auch der Rat der Stadt das Anliegen möglichst einstimmig unterstütze. „Ein entsprechender Ratsbeschluss würde die Geschlossenheit aller nach außen dokumentieren“, glaubt die Bürgerinitiative und bittet im Schreiben, den Punkt „Verkehrssituation in Albersloh“ auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzten, die im Übrigen für heute Abend anberaumt ist.

Fest steht, dass es der Initiative gelungen ist, die für viele Albersloher als katastrophal empfundene Verkehrssituation deutlich in den Fokus zu rücken. „Wir haben bei unserer Aktion in kurzer Zeit einen überwältigenden Zuspruch bekommen“, sagen die Initiatoren und freuen sich, dass sie bei ihren Bemühungen nun auch die Politik hinter sich wissen.

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