Woche der Brüderlichkeit
Vorsicht vor Verallgemeinerungen

Sendenhorst -

Vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Zahl von Übergriffen auf Juden in Deutschland sprach Professor Dr. Reinhold Mokrosch im Haus Siekmann zum Thema „Antisemitismusprävention in der Schule – Ist das möglich?“.

Donnerstag, 14.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 15:24 Uhr
Vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Zahl von Übergriffen auf Juden in Deutschland sprach Professor Dr. Reinhold Mokrosch im Haus Siekmann zum Thema „Antisemitismusprävention in der Schule – Ist das möglich?“.
Vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Zahl von Übergriffen auf Juden in Deutschland sprach Professor Dr. Reinhold Mokrosch im Haus Siekmann zum Thema „Antisemitismusprävention in der Schule – Ist das möglich?“. Foto: Peter Schniederjürgen

Die Zahlen zu antisemitischen Übergriffen, die Wolfgang Janus , stellvertretender Vorsitzender des Sendenhorster Vereins „Woche der Brüderlichkeit“, am Dienstagabend präsentierte, waren schockierend. So stiegen nach seiner Aussage die Taten von 37 im Jahre 2017 auf fast das Doppelte im Folgejahr, nämlich 62 an. „Ich erinnere nur an den Angriff auf einen Kippa-Träger in Berlin“, so Janus. Damit leitete er den Vortrag von Professor Dr. Reinhold Mokrosch ein. Er sprach im Haus Siekmann zum Thema „Antisemitismusprävention in der Schule – Ist das möglich?“.

Der Referent war lange Jahre zweiter Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft in Osnabrück. Zusätzlich trägt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste in der Friedensethik und Friedenspädagogik.

Mokrosch beleuchtete zunächst die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus`. Diese unterteilte er in den „rassischen Antisemitismus“ einerseits. „Der ist allerdings nur noch sehr schwach ausgeprägt“, sagte der Wissenschaftler. Stärker dagegen sei der „islamische Antisemitismus“ zu bewerten. Diese israelfeindliche Haltung schätzte er als gravierender ein. „Gerade bei muslimischen Jugendlichen ist dieser Antisemitismus oft sehr ausgeprägt, nach dem Motto, ,die sind an allem Schuld‘“, erklärte Reinhold Mokrosch. Allerdings schränkte er seine Einschätzung auf den Osnabrücker Bereich ein. Denn dort hat er sein Forschungen betrieben. Überhaupt machen ihm die Verallgemeinerungen große Sorgen, seien sie doch das Vehikel, mit dem der Antisemitismus in „die Mitte der Gesellschaft fahre“.

Er besprach verschiedene alters- und reifebedingte Formen der Aufklärung von Schülern. Dabei stellte der Religionswissenschaftler auch ein konkretes Projekt per Video vor. Darin werde Kindern spielerisch Wissen über die jüdische Religion vermittelt. Sie bereiteten etwa jüdische Feste vor und erfuhren dabei so einiges über diesen Glauben. Auch Besuche von Konzentrationslagern sprach Reinhold Mokrosch als mögliches Thema für Schüler an.

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