Brandschutz für das Haus Siekmann
Dicke Brocken im Weg

Sendenhorst -

Um dem Brandschutz gerecht zu werden, muss eine Fluchttreppe an das Haus Siekmann angebaut werden. Doch das ist nicht so einfach, weil der Kreis Warendorf eine Wendeltreppe ablehnt. Eine gerade Treppe würde nach den derzeitigen Überlegungen aber Fenster verdunkeln.

Donnerstag, 21.03.2019, 09:00 Uhr
Von der Loggia im ersten Obergeschoss soll die Fluchttreppe nach unten führen. Noch ist offen, an welcher Seite des Gebäudes sie montiert wird.
Von der Loggia im ersten Obergeschoss soll die Fluchttreppe nach unten führen. Noch ist offen, an welcher Seite des Gebäudes sie montiert wird. Foto: Josef Thesing

Die Hürden sind beträchtlich, und eine alle zufriedenstellende Lösung gibt es noch nicht. Denn mit dem längst beschlossenen – und finanzierten – modernen Anbau an das Haus Siekmann ist es nicht getan. Der Kreis Warendorf hat als Bauaufsichtsbehörde das gesamte Gebäude unter die Lupe genommen und verfügt, dass – unabhängig vom Anbau – das erste Obergeschoss des Villenteils aufgrund der vielseitigen Nutzung mit einem zweiten Rettungsweg versehen werden muss.

Und da kommt nur eine Treppe infrage, die entweder im Gebäude gebaut und unten nach außen in den Garten führt, oder die außen am Gebäude befestigt wird. Nun könnte das Ganze mit einer Wendeltreppe am Gebäude gelöst werden, doch die lehnt der Kreis Warendorf aus Brandschutz-Gründen ab, erklärte Daniel Fühner , zuständiger Dienstbereichsleiter im Rathaus, am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtwicklung und Umwelt.

Innentreppe verbraucht viel Platz

Und so hat es zunächst die Überlegung gegeben, aus dem Wintergarten eine Treppe nach unten zu führen. Doch dadurch gehe in diesem Bereich des Gebäudes, der intensiv vom Jugendwerk für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen genutzt werde, viel Platz verloren, der eh nur im beschränkten Rahmen zur Verfügung stehe.

Bleibt also eine gerade laufende Außentreppe, die am Gebäude befestigt werden muss. Pläne hierfür gibt es, und auch die Denkmalschützer hätten „mit Bedenken“ zugestimmt. Doch wo genau sie herführen soll und wie sie befestigt wird, ist offen.

Ich bin im Moment davon überzeugt, dass es keine andere Lösung gibt.

Daniel Fühner

Favorisiert wird ein Zugang über die Loggia im ersten Obergeschoss. Doch je nach Lage der Treppe, die sich nach Ansicht aller Beteiligten nicht ins Denkmalensemble einfügen werde, müssen womöglich Fenster im Kaminzimmer oder im anderen Gebäudeteil geschlossen werden. „Ich bin im Moment davon überzeugt, dass es keine andere Lösung gibt“, erklärte Daniel Fühner. Auch die im Ausschuss zusätzlich entwickelten Ideen brachten keine andere praktikable Lösung. Das Thema wurde einstweilen vertagt, zumal der Architekt für die Arbeiten einen neuen Bauantrag stellen muss und zuvor nach weiteren Möglichkeiten für den Anbau einer Treppe gesucht werden soll.

Kreis fordert mehr Parkplätze

Der Kreis Warendorf hat zudem gefordert, dass am Gebäude wegen der vielfältigen Nutzung auch durch die VHS zwölf bis 15 zusätzliche Stellplätze geschaffen werden sollen. Das will die Stadt aber auf keinen Fall, und schon gar nicht im Garten des Hauses. Auch diesbezüglich ist also noch nichts final ausgefochten.

Für mach einen der Kommunalpolitiker war der neue Sachstand zum Haus Siekmann nur schwer zu schlucken. „Für mich ist das hier ein schockierendes Erlebnis“, erklärte Michael Thale von den BfA.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6484509?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Mega-Serie der WWU Baskets endet in Schwenningen – aber noch ist alles drin
Alex Goolsby (r.) und die Baskets verloren erstmals seit Monaten wieder.
Nachrichten-Ticker