Gemeinsame Ausstellung im „Hofatelier K“
Zwei Geistesverwandte

Sendenhorst -

Die beiden Künstler Jürgen Krass und Andreas Magera stellen gemeinsam im „Hofatelier K.“ aus. Im Mittelpunkt stehen kleinformatige Papierarbeiten und Skulpturen.

Donnerstag, 21.03.2019, 14:58 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 14:02 Uhr
Eine gemeinsame Ausstellung haben Jürgen Krass (li.) und Andreas Magera im „Hofatelier K“ vorbereitet. Auf dem Areal hat Andreas Magera zudem einen kleinen Skulpturengarten aufgebaut.
Eine gemeinsame Ausstellung haben Jürgen Krass (li.) und Andreas Magera im „Hofatelier K“ vorbereitet. Auf dem Areal hat Andreas Magera zudem einen kleinen Skulpturengarten aufgebaut. Foto: Reinhard Baldauf

Der eine kann nichts wegwerfen, der andere an nichts vorbeigehen. Da scheinen sich zwei Wesens- und Geistesverwandte gesucht und gefunden zu haben. Jürgen Krass (78) ist allerdings mehr als doppelt so alt wie Andreas Magera (36). Aber das Lebensalter spielt, wenn man künstlerisch arbeitet, keine große Rolle, wie die Ausstellung im „Hofatelier K“ zeigt, die am morgigen Samstag um 15 Uhr eröffnet wird.

Unter dem Titel „VerschiedenARTig“ präsentieren Jürgen Krass kleinformatige Papierarbeiten und Andreas Magera Skulpturen. Dabei wird auch die ähnliche Arbeitsweise deutlich: Krass, der nichts wegwerfen kann und in seinen Bildern alte Tapetenreste, Kaffeesatz, Zeitungsschnipsel und Notizzettel integriert und übermalt – Magera, der einen zufällig gefundenen rostigen Nagel zu einem Stabhochspringer weiter verarbeitet.

Zusammenwirken von Farbe und Werkstoff

An die Bilder des 78-jährigen Künstlers muss man schon nah herantreten, um die Feinheiten des Farbauftrags und der collagierten Stoffe zu erkennen.

Dabei geht es Krass nicht um Wiedererkennbarkeit, sondern um das Zusammenwirken von Farbmaterialität und Werkstoff. Bei einigen Bildern ergänzen Gedichte die Kompositionen, die aus der Feder seines Neffen Wolfgang Krass stammen. „Es sind keine Erklärungen zu den Bildern“, ist seinem Onkel wichtig zu erläutern. Sie seien nicht als verbale Illustration der Bilder zu verstehen, sondern als etwas ganz Eigenständiges ohne jeglichen illustrativen Charakter. In der Warteschleife befindet sich derzeit noch ein Buch mit Bildern und Texten von Onkel und Neffe.

Ich bin wie Jürgen Krass ein kleiner Schatzsucher.

Andreas Magera

„Ich bin wie Jürgen Krass ein kleiner Schatzsucher“, erklärt Andreas Magera. Da kann es auch ein eiserner Kleiderständer sein, der im Kindergarten einfach im Weg steht und auf den der Steinmetz bei Alltagsbegebenheiten stößt und der sofort Fantasien in ihm auslöst. Klar, dass der sich in der Ausstellung wiederfindet. Objekte seiner fantasievollen Begierde sind genauso eine Löffelegge, ein Mörser oder einfache Hölzer, die er farblich als Elemente wie Erde, Feuer und Wasser gestaltet. Alle Dinge haben eine eigene Geschichte und könnten viel erzählen.

Kleiner Skulpturengarten

Bei dem sich gegenüberstehenden Figurenpaar weicht Magera allerdings von dem Prinzip, mit gefundenen Materialien zu arbeiten, ab. In den beiden modellierten Figuren sieht sich der Steinmetz selbst, einmal mit weichem und einmal mit hartem Kern.

Diese Ambivalenz, die er auch in seiner Bundeswehrzeit kennengelernt hat, besitzt auch für sein Leben als Steinmetz, der von vielen für seine Grabsteingestaltungen geschätzt wird, Gültigkeit, wenn es zum Beispiel um so profanes wie Geld und das Ausstellen von Rechnungen geht. Der weiche Kalksandstein und der harte Tiefenbasalt prallen auch visuell hart aufeinander. Kreativ wird Magera auch um eigene Erlebnisse zu verarbeiten.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Hofatelier hat Andreas Magera zudem einen kleinen Skulpturengarten aufgebaut.

► Nach der Eröffnung am morgigen Samstag um 15 Uhr ist die Ausstellung am Sonntag. 24 März, von 15 bis 19 Uhr, am darauf folgenden Samstag, 30. März, wiederum von 15 bis 19 und am Sonntag, 31. März, wieder von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6486651?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Pläne seit 15 Jahren in der Schublade
Hunderte Räder werden rund um das Parkhaus Bremer Platz abgestellt. Ab Ende August soll eine Radstation im Innern des Gebäudes zur Verfügung stehen. Diesen Plan gab es auch schon vor 15 Jahren.
Nachrichten-Ticker