Ersatz der „Roten Schule“
„Pläne belasten Albersloh“

Albersloh -

Die BfA-Fraktion stemmt sich gegen die erneute Änderung der Pläne für den Neubau, der an der Stelle der ehemaligen „Roten Schule“ entstehen soll.

Samstag, 30.03.2019, 15:00 Uhr
Noch prägt das Gebäude der ehemaligen „Roten Schule“ diesen Bereich des Dorfes. Die Pläne für den Ersatzbau sind erneut geändert worden.
Noch prägt das Gebäude der ehemaligen „Roten Schule“ diesen Bereich des Dorfes. Die Pläne für den Ersatzbau sind erneut geändert worden. Foto: Josef Thesing

„Wieder einmal zeigt sich, dass Planung heißt, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der „Bürger für aktive Kommunalpolitik“ (BfA), Hans Ulrich Menke . „Jedenfalls verhalten sich so zurzeit CDU , SPD und FDP im Einklang mit der Verwaltung bei der erneuten Offenlage des Bebauungsplanes ‚Rote Schule‘ in Albersloh.“ Die Planung war Thema in der Fraktionssitzung der BfA, berichtet Menke.

Ursprünglich sollte der ausgewählte Investor dort, wo jetzt die „Rote Schule“ an der Ecke Wolbecker Straße/Bahnhofstraße und Teckelschlaut steht, ein Gebäude mit zwölf Wohnungen errichten. Dieses Vorhaben – unmittelbar am Straßenverlauf geplant – sei 2016 von der Mehrheit aus CDU, SPD und FDP im Rat genehmigt worden. Schon da hätten sich die BfA dafür ausgesprochen, das Gebäude aus optischen und lärmtechnischen Gründen sowie zur Verbesserung der Kreuzungssituation in den hinteren Teil des Grundstückes zu verschieben.

Kreis meldete Bedenken an

Auch der Kreis Warendorf meldete im weiteren Verlauf „immissionsrechtliche Bedenken gegen die Planung“ an und forderte „die schalltechnische Untersuchung durch einen Fachgutachter“. Dieser habe festgestellt, dass die errechneten „Orientierungswerte“ an „allen Gebäudeteilen im Tag- und Nachtzeitraum“ überschritten würden. Seine Feststellung: „Um eine Einhaltung der Orientierungswerte (...) zu erfüllen, müsste die geplante Bebauung weit in den südöstlichen Bereich des Plangebietes rücken.“ „So, wie wir es immer gefordert hatten“, meint der BfA-Vorsitzende und Ratsherr Michael Thale.

Stattdessen sei geplant worden, im Erdgeschoss des Gebäudes zur Bahnhofstraße Stellplätze anzulegen. Auch die dafür vorgesehene Ausfahrt zur Bahnhofstraße hätten die BfA nicht mitgetragen.

„Statt nun die Chance zu nutzen, das geplante Bauvorhaben an dieser Stelle noch einmal zu überdenken, forderte der Investor die Stadt auf, das Erd- und das Obergeschoss gewerblich – ob Arztpraxen, Kanzleien oder Versicherungsbüros – nutzen zu dürfen, um so auf die hohen Lärmemissionen reagieren zu können“, meinen die BfA.

Dieser Forderung sind CDU, SPD und FDP auf Vorschlag der Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses nachgekommen. „Sie sprachen sich gegen unsere Stimmen dafür aus“, so BfA-Ausschussmitglied Olaf Schmidt, „keine dringend benötigten Wohnungen zu bauen, sondern weitere Räume für Dienstleistungen bereitzustellen“.

Albersloh hat genug Leerstände

„Und das“, meint BfA-Mitglied Volker Dörken, „obwohl es in Albersloh bereits genug Leerstände gibt, die bestens für Praxen, Kanzleien oder Büros geeignet sind“. Aktuell reiche hier die Palette vom Ladenlokal Mersmann über die leer stehende Sparkasse, das ehemalige Architekturbüro Erkens, die Räume des Canu-Camps bis hin zur Volksbank, „um nur die größten zu nennen“.

Wieder einmal zeigt sich, dass CDU, SPD und FDP offenbar nicht daran gelegen ist, nachhaltige Lösungen zu finden, die den Menschen und dem Dorf gut tun.

Hans-Ulrich Menke

„Wieder einmal zeigt sich, dass CDU, SPD und FDP offenbar nicht daran gelegen ist, nachhaltige Lösungen zu finden, die den Menschen und dem Dorf gut tun. Sondern es werden bereitwillig die Forderungen der Investoren erfüllt. Mit mehr Beharrlichkeit hätten sicher auch bessere Lösungen gestaltet werden können“, meint Hans-Ulrich Menke.

Die BfA wollen sich weiter dafür stark machen, dass an der „Roten Schule“ nicht noch eine zusätzliche „Straßenraumbebauung wie an der Sendenhorster Straße entstehe, „die die ohnehin schon dramatische Verkehrssituation noch weiter zuspitzt“.

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