Mahnwache der Realschüler vor dem Rathaus
„Wir haben keinen Planeten B“

Sendenhorst -

Sie wollten nicht in der großen Masse aufgehen, sondern auch die Menschen in einer kleinen Stadt wie Sendenhorst auf ein Problem aufmerksam machen, das alle angeht. Schüler der Klasse 8d der Realschule St. Martin demonstrierten vor dem Sendenhorster Rathaus ganz im Sinn der „Friday-for-Future“-Bewegung.

Freitag, 05.04.2019, 13:52 Uhr
Zur Mahnwache riefen die Schüler der Klasse 8d der Realschule St. Martin vor dem Rathaus auf. Auch Müll wurde während der Aktion gesammelt.
Zur Mahnwache riefen die Schüler der Klasse 8d der Realschule St. Martin vor dem Rathaus auf. Auch Müll wurde während der Aktion gesammelt. Foto: Anke Weiland

Greta Thunberg hat es vorgemacht, aber auch die Schüler der Klasse 8d der Realschule St. Martin finden: Es reicht! „Wir haben keinen Planeten B“, „Wir ertrinken in Plastik“ steht auf den Plakaten, die die Schüler eigens für ihre Mahnwache am Freitagvormittag vor dem Rathaus gestaltet haben.

Und sie wissen auch, wovon sie sprechen. Seit einem halben Jahr beschäftigen sie sich im Politikunterricht bei ihrem Klassenlehrer Hubert Wende mit dem Thema „Zu gut für die Tonne“. Es ging zum Beispiel um Lebensmittelverschwendung und die CO-Belastung durch Fleisch aus Südamerika oder durch importiertes Obst.

„Dadurch sind wir schließlich auch beim Klimawandel und den ‚Fridays for future‘-Demos angekommen“, erzählt Schülerin Louisa Stahlbusch . Diese Demos machen durchaus Sinn, fanden die Schüler. Denn: „Das ist eine Sache, die uns alle angeht“, meint die Schülergruppe um Leo Schattauer. Politiker würden viel zu wenig für den Umweltschutz tun, denen seien die Lobbyisten und die Profite wichtiger.

Die Welt geht unter, und wir müssen mitgehen

Louisa Stahlbusch

Aber nicht nur die Politiker müssen mehr tun – auch jeder Einzelne, finden die Schüler. Und so pfeifen sie laut und teilen ihre Meinung mit: „Wir demonstrieren, weil wir es leid sind, ständig vertröstet zu werden, weil es keinen Spaß macht, in Plastikmüll zu ersticken, weil auch unsere Kinder einen Planeten zum Leben brauchen.“

„Die Welt geht unter, und wir müssen mitgehen“, hat Louisa Stahlbusch eine klare Meinung, die sie auch in Gesprächen mit den Wochenmarktbesuchern vor dem Rathaus äußert. Das gehört zum Politikunterricht, meint Lehrer Hubert Wende, der die Mahnwache natürlich ordnungsgemäß bei der Stadt und der Polizei angemeldet hat. Und die kleine Demo ist auch Bestandteil des Unterrichts, es muss dort niemand schwänzen, um öffentlich Stellung zu nehmen. „Das ist Politikunterricht an einem anderen Ort“, so Wende.

Das ist Politikunterricht an einem anderen Ort

Hubert Wende, Politiklehrer

„Wir fordern alle Politiker auf, endlich den Umweltschutz ernst zu nehmen“, heißt es seitens der Schüler. Mit Flyern, die sie auf Recyclingpapier haben drucken lassen, und Jutebeuteln gehen sie durch die Fußgängerzone, sammeln Müll ein und möchten mit den Bürgern auf dem Markt ins Gespräch kommen.

„Vielleicht hat das ja auch eine kleine Signalwirkung“, hofft Hubert Wende darauf, auch andere Klassen und Schulen zu motivieren.

Um nicht in der großen Menge unterzugehen, hat sich die Klasse bewusst dafür entschieden, im Ort zu demonstrieren und nicht zu einer großen Kundgebung zu fahren. „Wir wollen Aufmerksamkeit erregen, damit die Leute verstehen, um was es geht und dass unser Anliegen wichtig ist“, erklären die Schüler. Das ist ihnen zumindest an diesem Morgen gelungen.

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