Montessori-Gesamtschule thematisiert mit Theaterstück das Mobbing
Wenn Ausgrenzung einsam macht

Sendenhorst -

Die Montessori-Gesamtschule hat thematisiert, wie Mobbung junge Menschen kaputtmachen kann. Dazu war der „Weimarer Kultur-Express“ mit einem Theaterstück zu Gast. Anschließend wurde diskutiert.

Sonntag, 07.04.2019, 20:00 Uhr
Die beiden Schauspielerinnen stellten sich nach dem tiefgründigen Theaterstück auch dem Gespräch mit den Schülern.
Die beiden Schauspielerinnen stellten sich nach dem tiefgründigen Theaterstück auch dem Gespräch mit den Schülern. Foto: Montessori-Gesamtschule

„Mobbing – wenn Ausgrenzung einsam macht“: Dieses Theaterstück wurde in der Turnhalle am Teigelkamp für die Schüler und Lehrer der Montessori-Gesamtschule aufgeführt. Der „Weimarer Kultur-Express“ reist mit diesem Stück durch ganz Deutschland, heißt es im Bericht der Schule. Zum Inhalt: „Ein neues Schuljahr beginnt. Zwei Klassen werden zusammengelegt. Laura, die Jahrgangsbeste, und Franzi, beliebte Klassensprecherin und Jahrgangszweite, sitzen nebeneinander. Was als gute Sitznachbarschaft beginnt, entpuppt sich als Alptraum.“ Im Kern geht es um das aktuelle Thema „Mobbing an der Schule“.

Laura und Franzi sind Mädchen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Während Lauras Eltern Physiker sind und sich viel Zeit für ihre Tochter nehmen, den Schulerfolg genau verfolgen und auch sonst feste Regeln für die Freizeit ihrer Tochter aufstellen, interessieren sich die Eltern von Franzi überhaupt nicht für sie. Sie kann nachts wegbleiben, und die Eltern bemerken es nicht einmal. „Das Schauspiel macht deutlich, dass so Neid bei Franzi aufkommt. Sie beginnt, Laura das Leben schwer zu machen. Während es anfangs noch kleine Fiesheiten sind, steigern sich die gemeinen Aktivitäten von Franzi während des Stücks: Von kleinen Befehlen und blöden Bemerkungen geht es bis zu Hänseleien in einer WhatsApp-Gruppe, Einstellen von Fotos in Facebook und endet schließlich mit dem Bloßstellen von Laura vor der ganzen Klasse, indem Franzi ihr fehlerhafte Termine für eine Projektarbeit unterschiebt und Arbeitsergebnisse von Laura unterschlägt“, beschreibt die Schule das Stück. Schließlich wird auf Facebook ein Foto aus der Umkleidekabine von Laura veröffentlicht mit dem Aufruf „Ruf mich an!“.

Was tun? Ein Gespräch zwischen den Eltern der beiden Kinder führt zu keinem Ergebnis, weil Franzis Eltern nicht glauben, dass ihre Tochter Mobbing betreibt. Es verschärft die Probleme, weil Franzi erfährt, dass Laura schon einmal in psychologischer Behandlung war und diese Informationen nun über WhatsApp verbreitet. Laura bekommt gesundheitliche Probleme und geht nicht mehr zu Schule. Das Stück endet mit der Aussage „Einer von uns muss gehen.“

Die Schauspielerinnen nahmen sich im Anschluss Zeit, um über das Stück zu sprechen. Sie erklärten den Schülern, das jene, die Mobbing betreiben, versuchten, sich durch die Tat besser zu fühlen. Sie ermahnten, bei Mobbing nicht wegzuschauen.

Die beiden Frauen berichteten zudem von einem aktuellen Fall in Berlin, in dem ein Mädchen aus der fünften Klasse keinen anderen Ausweg mehr gesehen hatte, als Selbstmord zu begehen. Der Schulleiter habe ignoriert, dass es Mobbingattacken an seiner Schule gebe. Deshalb müssen alle in der Schulesensibilisiert werden. Auch ein Anruf bei der Telefon-Hotline „Nummergegenkummer“, ✆ 11 61 11 oder ✆ 08 00/1 11 03 33 könne helfen, Probleme zu lösen.

Schulleiter Ralf Friedrich erklärte, dass es keine akute Mobbingproblematik an der Schule gebe, wohl aber – wie überall – einzelne Vorfälle, die es im Auge zu behalten gelte. Ohnehin stelle sich die Montessori-Gesamtschule zurzeit im Bereich der gesamten Prävention breiter auf. dazu gehöre unter anderem ein Sozialtrainingskonzept für alle Jahrgangsstufen, heißt es im Bericht der Gesamtschule.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6524029?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker