Auslandssemester in Schweden
„. . .widdewidde wie es ihr gefällt“

Sendenhorst/Karlstad -

„Ich wollte, seit ich klein war, wie Pippi Langstrumpf in Bäumen klettern, wie Ronja Räubertochter den Wald entdecken und wie die Kinder aus Bullerbü Mittsommer feiern.“ Einen kleinen Teil dieses Traums macht sich die Sendenhorster Studentin Katja Kordel im Rahmen eines Auslandssemesters wahr.

Mittwoch, 10.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 14:04 Uhr
Schweden und die Welt der Astrid-Lidgren-Bücher wollte die Sendenhorsterin Katja Kordel seit Kindertagen gerne kennenlernen. Nun verbindet sie das Angenehme mit dem Nützlichen und verbringt ein Auslandssemester in dem nordeuropäischen Land.
Schweden und die Welt der Astrid-Lidgren-Bücher wollte die Sendenhorsterin Katja Kordel seit Kindertagen gerne kennenlernen. Nun verbindet sie das Angenehme mit dem Nützlichen und verbringt ein Auslandssemester in dem nordeuropäischen Land.

Auf die Frage, mit welcher Person, egal ob lebendig, tot oder fiktiv, man am liebsten einen Kaffee trinken würde, antworten viele: „Mit Astrid Lindgren“. So geht es auch der Sendenhorsterin Katja Kordel . „Ich würde gerne mehr über sie lernen, und verstehen und erleben, wodurch sie inspiriert wurde. Und ich wollte, seit ich klein war, wie Pippi Langstrumpf in Bäumen klettern, wie Ronja Räubertochter den Wald entdecken und wie die Kinder aus Bullerbü Mittsommer feiern.“ Einen kleinen Teil dieses Traums macht sich die Studentin im Rahmen eines Auslandssemesters wahr.

„Ich bewarb mich im Herbst 2017 für ein Auslandssemester in Schweden, arbeitete mich durch einen Haufen Formulare, lernte ein bisschen schwedisch und zog dann schließlich vergangenen Januar nach Karlstad, einer kleinen Großstadt in der Mitte des Landes.

Begrüßt wurde ich von einem typisch schwedischem Winter: Schnee, eingefrorene Seen und Temperaturen bis zu minus zehn Grad, die den Schnee an den kahlen Ästen der Bäume festfrieren ließen, und alles in ein weißes Winter-Wunder-Land verwandelten. Und da es nach Meinung der Schweden kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, schnappte ich mir mit ein paar Austauschstudenten Mütze und Handschuhe und drehte mit Schlittschuhen ein paar Runden auf dem vereisten See und probierte Langlaufen im Wald nebenan aus. Zum Aufwärmen flüchten wir vor der Kälte in Cafés für ,Fika‘.

Für ,Fika‘ gibt es keine Übersetzung. Es ist eine Kaffeepause, aber gleichzeitig viel mehr als das. Es ist ein Treffen mit seinen Lieben und eine Pause vom Alltagsstress, ein Moment, an dem man runterkommen kann und wertvolle Zeit mit Freunden oder der Familie verbringt. Meistens genießt man neben dem Kaffee ein Stück Kuchen oder eine Zimtschnecke. ,Fika‘ ist den Schweden heilig. Kaffee gibt es immer und überall. Und nachschenken darf man sich üblicherweise auch in den meisten Cafés.

,Fika‘ ist den Schweden heilig.

Katja Kordel

Neben ,Fika‘ habe ich hier schon einiges über die schwedische Kultur gelernt: Schweden sprechen ihren Professor, Chef oder sogar den Premierminister mit Vornamen an. Man bringt Schokolade, Wein oder Blumen mit, wenn man zu jemandem eingeladen wird. Das Brot hier ist süß, das Popcorn salzig. Niemand nimmt das letzte Stück Kuchen. Schweden lieben Eishockey. Alkohol wird nur im staatlichen „Systembolaget“ verkauft und ist verdammt teuer, was die Schweden aber nicht vom Trinken abhält. Und statt Trinksprüchen haben Schweden ein paar traditionelle Trinklieder.

Sobald der Frühling ankommt und auch die letzten Haufen Schnee weggeschmolzen sind, zieht es die Schweden nach draußen in die Sonne. Und mich auch. Denn nachdem ich ab Mitte März echt keinen Schnee mehr sehen konnte, freue ich mich umso mehr, dass seit einigen Wochen nun die Temperaturen überwiegend über dem Gefrierpunkt liegen, die ersten Blumen schüchtern aus der Erde gucken und ich mir in Pausen die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann. Ich fühle richtig, wie mich der Frühling fröhlicher und motivierter macht, die Gegend und das Land zu erkunden.

Stockholm gehörte natürlich zu Katja Kordels ersten Zielen, während ihres Aufenthaltes in Schweden.

Stockholm gehörte natürlich zu Katja Kordels ersten Zielen, während ihres Aufenthaltes in Schweden. Foto: Katja Kordel

Göteborg, Malmö, Kopenhagen und Stockholm sind allesamt bunte lebendige Städte, die ich auf meiner Schweden-Karte bereits abhaken kann. Aber auch kleinere Städte haben einiges zu bieten: In Örebro entdeckte ich ein Museumsdorf mit Kopfsteinpflaster-Wegen zwischen alten roten Holzhäusern, einem alten Klassenzimmer und einem kleinen Krimskrams-Laden. Ich konnte mir bildlich vorstellen, wie die Kinder von Bullerbü dort durch die Gassen toben und Pippi Langstrumpf den Unterricht auf den Kopf stellt.

Genau wegen solcher Entdeckungen bin ich nach Schweden gekommen, und ich freue mich auf Alles, was noch kommt.“

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