Info-Abend zum Thema „Waldkindergarten“
Kita ohne Dach und Wände

Sendenhorst -

Ein Kindergarten ohne Dach und ohne Wände? Können sich Eltern in Sendenhorst das für ihren Nachwuchs vorstellen? Dieser Frage gingen Bürgermeister Berthold Streffing und Ideengeber Max Linnemann-Bonse in einem Info-Abend nach. Die Resonanz war vielversprechend.

Samstag, 13.04.2019, 06:00 Uhr
Das Interesse an diesem ersten Informationsabend zum Thema „Waldkindergarten“ war größer, als es die Organisatoren wohl erwartet hatten. Sie mussten vorab noch einige Stühle mehr aufstellen.
Das Interesse an diesem ersten Informationsabend zum Thema „Waldkindergarten“ war größer, als es die Organisatoren wohl erwartet hatten. Sie mussten vorab noch einige Stühle mehr aufstellen. Foto: Annette Metz

Ein Kindergarten ohne Dach und ohne Wände? Können sich Eltern in Sendenhorst das für ihren Nachwuchs vorstellen? Dieser Frage gingen Bürgermeister Berthold Streffing und Ideengeber Max Linnemann-Bonse nach, indem sie zu einem Informationsabend „Waldkindergarten“ ins Haus Siekmann einluden. Es kamen Eltern, Erzieher und Vertreter von schon anerkannten Trägern von Jugendhilfeeinrichtungen. Das Interesse an diesem Thema war dabei wohl größer, als die Organisatoren des Abends gedacht hatten. Denn bevor es losging, mussten zunächst einmal weitere Stühle aufgestellt werden.

„In Sendenhorst fehlen Kita-Plätze“, führte Bürgermeister Berthold Streffing in seiner Begrüßung aus. Und über die Analyse, dass es in Sendenhorst viele verschiedene Konzept für Kindertagesstätten gebe, sei man bei dem Thema „Waldkindergarten“ angekommen. „Nach den ersten Überlegungen ist es nun an der Zeit, dass in das weitere Vorgehen auch Eltern einbezogen werden“, fügt Linnemann-Bonse hinzu. Zumal die Stadt Eltern für einen Trägerverein gewinnen möchte. Als Gesprächspartner über Hintergründe, Voraussetzungen und Erfahrungen standen an diesem Abend Fachleute aus der Praxis und von Behörden zur Verfügung.

Interessiert folgten die Zuhörer den Ausführungen von Max Linnemann-Bonse, in denen die ersten Überlegungen auf dem langen Weg zu einem Wald- oder Naturkindergarten zusammengefasst werden. Dazu gehörten Informationen einen möglichen Standort betreffend, zum Stand der Gespräche mit beteiligten Stellen vom Kreis Warendorf bis hin zu Grundeigentümern der ins Auge gefassten Fläche rund um das Pfadfindergelände „Geisterholz“, dem Forstamt, den Jagdpächtern und natürlich Akteuren vor Ort.

Nach den ersten Überlegungen ist es nun an der Zeit, dass in das weitere Vorgehen nun auch Eltern einbezogen werden

Max Linnemann-Bonse

Sehr aufmerksam verfolgten die Anwesenden aber auch die Ausführung von Jutta Schaeper-Luhmeyer, der Leiterin des Naturkindergartens in Freckenhorst, die über den Alltag in ihrer Einrichtung berichtete. Da ging es um den Tagesablauf bei allen Wetterbedingungen, die Rahmenbedingungen wie Öffnungszeiten, Gruppengrößen, Alter der Kinder und Stellenschlüssel sowie der Notwendigkeit, einen sicheren Ausweichraum für Extremwetterlagen vorzuhalten genauso wie um ganz praktische Fragen. Kinder müssen demnach nicht „trocken“ sein, wenn sie in den Naturkindergarten gehen, und das Wickeln im Wald funktioniere „eingespielt, schnell und im Stehen“, erklärte Jutta Schaeper-Luhmeyer. Erzieherinnen müssen im Waldkindergarten ebenso Dokumentationen führen wie die Kolleginnen in anderen Kindergärten. Eltern sollten sich finanziell und ganz praktisch einbringen, und solche Einrichtungen eigneten sich auch für Kinder mit Handicap. Es sei auch durchaus denkbar, dass sich auch Omas und Opas in die Arbeit einbringen.

  Foto: Annette Metz

Schnell wurde in den Gesprächen deutlich, dass sich eine Einrichtung unter freiem Himmel natürlich in den räumlich gegebenen Vorgaben von denen einer stationären, erbauten Einrichtung unterscheidet. Doch die Erziehungsziele gleichen sich. Es geht um ganzheitliches Lernen, Naturerziehung, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, um Sozialerziehung, Förderung der Sinne, der Fein- und Grobmotorik, der Kreativität und Fantasie sowie der Sprachentwicklung.

Am Ende des Abends erklärten zehn Anwesende, dass sie sich vorstellen können, intensiv in die weitere Planung mit einzusteigen. Eine weitere Liste umfasste 27 Namen von Personen, die weiter über das Projekt informiert werden wollen. „Das ist ein gutes Ergebnis“, freut sich Max Linnemann-Bonse, der den engeren Kreis nach Ostern zu einem ersten Treffen einladen möchte und das Projekt begleiten will, bis es auf eigenen Füßen steht. Dann wird es auch schon ans „Eingemachte“ gehen. Denn es gilt nun, konkrete Fragen über einen möglichen Trägerverein und baurechtliche Voraussetzungen zu klären.

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