Das Feuer von Notre Dame
„Man kommt nicht heran“

Albersloh -

Der Brand von Notre Dame de Paris hat die Feuerwehr vor riesige Probleme gestellt. Der Albersloher Berufsfeuerwehrmann Frank Rüdiger erläutert im WN-Interview, mit welchen Schwierigkeiten die Wehrleute bei so einer Katastrophe zu kämpfen haben.

Mittwoch, 17.04.2019, 06:00 Uhr
Den Einsatzmöglichkeiten der Pariser Feuerwehr waren beim Brand von Notre Dame Grenzen gesetzt. Berufsfeuerwehrmann Frank Rüdiger aus Albersloh erklärt, warum das so ist.
Den Einsatzmöglichkeiten der Pariser Feuerwehr waren beim Brand von Notre Dame Grenzen gesetzt. Berufsfeuerwehrmann Frank Rüdiger aus Albersloh erklärt, warum das so ist. Foto: dpa/Josef Thesing

Der Albersloher Frank Rüdiger arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund. Gestern und in der Nacht zuvor, als Notre Dame de Paris niederbrannte, hatte er in Dortmund Dienst. Natürlich verfolgen die Feuerwehren einen solchen Großbrand, auch um zu sehen, wo die Probleme sind. Im Telefoninterview mit WN-Redakteur Josef Thesing sprach Rüdiger über die Schwierigkeiten, die derartige Brandkatastrophen der Feuerwehr bereiten.

Guten Morgen Herr Rüdiger! Kann die Feuerwehr solche Einsätze wie den in der Nacht trainieren?

Frank Rüdiger: Theoretisch ja. Aber in der Praxis ist es schwierig, weil die Zugänge zum Dach vermutlich sehr eng und nicht geschützt sind.

Wo liegen die größten Probleme?

Rüdiger: Man kommt nicht an das Feuer heran, ohne Leib und Leben der Kameraden aufs Spiel zu setzen. Niemand kann sagen, zumal bei einer solchen Holzkonstruktion, wann was einstürzt. Zu jeder Zeit können bei einem solchen Feuer Balken oder andere Teile herunterkommen. Wirksam könnte man einen solchen Brand nur von innen bekämpfen. Aber das geht einfach nicht.

Also nur von außen. Inwieweit spielt dabei die technische Ausstattung der Feuerwehr eine Rolle?

Rüdiger: Man hat gesehen, dass sich die Arbeitsplattformen an den Drehleitern deutlich unterhalb der Dachlinien befanden. Da sind den Fahrzeugen einfach technische Grenzen gesetzt, weil man mit ihnen ja auch noch auf den Straßen fahren muss, um schnell zu den Einsatzorten zu kommen. Und schließlich sollen sie ja an beengten Einsatzstellen Platz finden. Natürlich könnte man höhere Spezialkräne einsetzen, aber da braucht man vermutlich vier Tage, um sie aufzubauen.

Kann das Ausbreiten eines Feuers in dieser Massivität verhindert werden?

Rüdiger: Wenn der Entstehungsbrand, wie dort offensichtlich durch Bauarbeiten verursacht, zum Vollbrand wird, ist es bei dieser Holzkonstruktion vorbei. Das ist aber auch eine Frage des baulichen Brandschutzes. Der ist immens wichtig. Aber darüber wissen wir nichts.

Nur theoretisch gefragt: Wäre die Feuerwehr auf einen Brand zum Beispiel von St. Ludgerus vorbereitet?

Rüdiger: Wir haben für so etwas ja nicht nur die eigene Feuerwehr, sondern sehr gut ausgestattete Wehren in Münster und Ahlen. Und in Dortmund. Unser Teleskopmast hier reicht zum Beispiel bis zu einer Höhe von 56 Metern. Meines Wissens befindet sich die Kugel auf dem Turm von St. Ludgerus in einer Höhe von 54 Metern. Das würde also reichen. Und wenn ich es richtig weiß, ist der Turm vor einiger Zeit mit einer Sprinkleranlage versehen worden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6547879?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Ärger über neue Anlehnbügel
Sie halten die Platzierung der neuen Anlehnbügel auf der Windthorststraße für nicht gelungen (v.l.): Tobias König, Georg König, Ralf König und Malik Farooq. 52 Bügel werden auf dem Abschnitt zwischen Von-Vincke-Straße und Hauptbahnhof fest installiert. Dazu kommen sieben Bänke und zwei Sitzpodeste.
Nachrichten-Ticker