20 Jahre Caritas-Sozialstation und zehn Jahre Palliativpflege
Gelungene Kooperationsgeschichte

Sendenhorst -

Grund zum Feiern gab es erneut im St.-Elisabeth-Stift. Seit 20 Jahren ist dort die Caritas-Sozialstation St. Elisabeth zu Hause. Außerdem gibt es die Palliativpflege in diesem Jahr schon seit zehn Jahren.

Montag, 20.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 14:26 Uhr
Hatten Grund, zu feiern (v.l.): Dr. Ansgar Klemann, Elisabeth Uhländer-Masiak, Detlef Roggenkemper (Pflegedirektor St. Josef-Stift), Birgit Wonnemann, Daniela Handt und Martina Menzel (Leitung Sozialstation), Josef Schmedding (Vorstandsmitglied Caritas) und Heinrich Sinder (Geschäftsführer Caritasverband für das Dekanat Ahlen).
Hatten Grund, zu feiern (v.l.): Dr. Ansgar Klemann, Elisabeth Uhländer-Masiak, Detlef Roggenkemper (Pflegedirektor St. Josef-Stift), Birgit Wonnemann, Daniela Handt und Martina Menzel (Leitung Sozialstation), Josef Schmedding (Vorstandsmitglied Caritas) und Heinrich Sinder (Geschäftsführer Caritasverband für das Dekanat Ahlen). Foto: Peter Schniederjürgen

Kaffeetrinken gehört zu einer Geburtstagsfeier. Daran änderte sich auch bei der Geburtstagsfeier zum 20-Jährigen Bestehen der Kooperation der Ahlener Caritas mit der St.-Elisabeth-Stift gGmbH nichts. Grußworte und interessante Fachvorträge gaben den feierlichen Rahmen im St.-Josef-Stift vor. Zahlreiche Gäste lauschten besonders den spannenden Ausführungen zur Palliativpflege, die an diesem Tag ebenfalls auf einen runden Geburtstag schauen konnte. Vor zehn Jahren hatte die Heinrich-und-Rita-Laumann-Stiftung die Einrichtung dieses Bereichs möglich gemacht.

Elisabeth Uhländer-Masiak , Hausleiterin des St.-Elisabeth-Stiftes, zeigte in ihrem Vortag wichtige Punkte auf. „Wir arbeiten nach dem Motto, den Tagen mehr Leben geben“, sagte die Hausleiterin. Sie warb für Verständnis, dass Menschen in ihrer letzten Lebensphase oft ganz andere Bedürfnisse und Wünsche entwickeln als zuvor. „Wenn ein Patient meint, die Körperpflege heute sei zu anstrengend, weil er doch später Besuch bekommt und dafür die Kraft aufsparen will, sollten wir das akzeptieren“, nannte sie ein Beispiel. Menschen könnten sterben nicht lernen. „Wir können es einfach nur durchleben“, betonte Elisabeth Uhländer-Masiak.

Jedoch hob sie die Bedeutung einer geeigneten Vorbereitung auf den letzten Weg hervor. „Das beginnt bei der Patientenverfügung und endet noch nicht bei den Gesprächen mit den persönlich wichtigen Menschen“, so Uhländer-Masiak. Diejenigen Bewohner des Stiftes seien am leichtesten gestorben, die sich entsprechend vorbereitet hatten, stellte sie klar heraus.

Auch Birgit Wonnemann , Leiterin Caritas-Sozialstation St. Elisabeth, unterstrich das. Für sie steht die menschenbezogene Pflege im Mittelpunkt. Anschaulich machte es Wonnemann mit der Geschichte der fiktiven Frau Müller. Eine wahre Begebenheit, aber mit anderem Namen. „Sie war die Seele der Familie, kettenrauchende Verbindung aller Mitglieder“, erzählte die Leiterin. Schließlich erkrankte die alte Dame unheilbar an Lungenkrebs. Die Therapie machte ihr große Probleme. Kurz darauf entschied sie sich für den Abbruch und die palliative Pflege. Ihr Mann, selber über 80, konnte die Pflege nicht mehr stemmen und sie zog in eines der Palliativzimmer des Stifts. „Mit Balkon zum Rauchen“, wie Wonnemann schmunzelnd anmerkte. „Hier verstarb sie friedlich und wohl zufrieden inmitten der Familie“, schloss Birgit Wonnemann den ergreifenden Bericht.

Durch den Nachmittag leitete Heinrich Sinder, Chef der Ahlener Caritas. Er schilderte mit Martina Menzel, stellvertretende Leiterin der Sozialstation die erfolgreiche Geschichte der Kooperation mittels einer Power-Point-Präsentation. Die Caritas-Sozialstation St. Elisabeth in Trägerschaft des Caritasverbandes für das Dekanat Ahlen ist ein fester Bestandteil des Pflege- und Betreuungsnetzwerks Sendenhorst der St.-Elisabeth-Stift gGmbH.

Auch Dr. Ansgar Klemann, Geschäftsführer des St.-Josef-Stifts, lobte die bedarfsgerechte Versorgung und die reibungslose Zusammenarbeit der Partner für den großen zu versorgenden Raum. Der erstrecke sich schließlich von Drensteinfurt bis Everswinkel, Albersloh und Rinkerode. „Dennoch sind Sie trotz Zeitdrucks und Stress immer mit einem Lächeln dabei. Dafür meinen Dank“, zollte der Geschäftsführer dem Team der Station seinen Respekt.

Caritas-Vorstandsmitglied Josef Schmedding bedankte sich in seinem Grußwort besonders bei der Heinrich-und-Rita-Laumann-Stiftung, die einen großen Bereich dieser Arbeit erst möglich macht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6623172?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Liveticker: Mehr als 20.000 Teilnehmer beim "Fridays for Future"-Aktionstag
Klimastreik in Münster : Liveticker: Mehr als 20.000 Teilnehmer beim "Fridays for Future"-Aktionstag
Nachrichten-Ticker