Radtour zum „Tag des offenen Denkmals“
Zeugnisse alter Kultur

Albersloh -

Die Wegekapellen, die in Albersloh unter Denkmalschutz stehen, rücken am „Tag des offenen Denkmals“ in den Blickpunkt. Der Albersloher Heimatverein und die Stadt bieten eine gemeinsame Radtour an. Damit rückt die Stadt vom Bauhaus-Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ ab.

Montag, 03.06.2019, 08:00 Uhr
Bereits seit Mai 1985 steht die Wegekapelle an „Telges Busch“ unter Denkmalschutz. Auch sie wird bei der Radtour am „Tag des offenen Denkmals“ angesteuert.
Bereits seit Mai 1985 steht die Wegekapelle an „Telges Busch“ unter Denkmalschutz. Auch sie wird bei der Radtour am „Tag des offenen Denkmals“ angesteuert. Foto: Josef Thesing

Bauhaus lässt grüßen: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet das Generalthema des „ Tages des offenen Denkmals “, der in diesem Jahr am 8. September begangen wird. 2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses, die als der wichtigste künstlerische und architektonisch Umbruch des 20. Jahrhundert gilt, zum 100. Mal. Das Bauhaus steht mit seiner ideellen und ästhetischen Ausrichtung als Paradebeispiel für das „Moderne“ und vor allem für den Umbruch.

Gegründet 1919 von Walter Gropius, existierte das Bauhaus gerade einmal 14 Jahre, bis es 1933 schließen musste. Dennoch wurde es zu einer der prägendsten Schulen für Architektur, Kunst und Design im 20. Jahrhundert.

Einher gingen diese Bestrebungen mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Internationalität und Gleichheit aller. Erschaffen werden sollten Gesamtkunstwerke, an denen alle Gewerke mitarbeiteten, sowie eine Kunst, die gesellschaftlichen Aufgaben diente. Das Bauhaus schloss sich damit an Reformbewegungen, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkamen, an.

Wegekapellen statt Bauhaus

Das ist ein hoher Anspruch für den „Denkmaltag“, an dem sich auch die kleine Stadt Sendenhorst seit fast 25 Jahren beteiligt. In diesem Jahr blicken die Veranstalter aber nicht auf die „Moderne“, sondern auf Traditionelles – und zwar auf Wegekapellen in Albersloh. Dass diese gleichwohl auch eine ganze Menge mit dem Thema „Denkmal“ zu tun haben, soll dabei deutlich werden: 14 der Wegekapellen in Albersloh stehen seit langem unter Denkmalschutz. Da ist zum Beispiel die, die an „Telges Busch“ gelegen ist unmittelbar an der Zufahrt zum Hof Telges: Diese Kapelle steht bereits seit Mai 1985 in der Denkmalliste. Auch sie wird am „Denkmaltag“ angesteuert, wenn der Albersloher Heimatverein gemeinsam mit der Stadt eine Radtour zu ausgewählten Wegekapellen im Dorf und in dessen Umgebung anbietet. Dabei sollen diese vorgestellt und ihre Bedeutung dargestellt werden.

Das Thema der Wegekapellen soll in diesem Jahr aufgegriffen werden, um auf die Geschichte und den Wert dieser kleinen Kulturdenkmäler hinzuweisen.

Begründung der Stadt

„Das Thema der Wegekapellen soll in diesem Jahr aufgegriffen werden, um auf die Geschichte und den Wert dieser kleinen Kulturdenkmäler hinzuweisen“, kündigt die Stadt an. Die Kapellen und Kapellchen stehen häufig an Straßenrändern und Hofeinfahrten, und viele von ihnen hätten eine Geschichte zu erzählen. „Sie prägen bis heute das Landschaftsbild und zeugen von einer Jahrhunderte alten christlichen Kultur“, so die Stadtverwaltung. Manche erinnerten an persönliche Ereignisse wie an den plötzlichen Tod eines Kindes oder auch an eine nicht erwartete Heilung einer Krankheit.

Kreis unterstützt Restaurierung

In diesem Zusammenhang sei auch wichtig, dass der Kreis Warendorf vor einigen Jahren eine Rettungsaktion für marode Bildstöcke und Wegekapellen ins Leben gerufen hatte, um dieses „kulturelle Erbe des Münsterlandes“ zu bewahren. Das bedeutet, dass sich der Kreis an den Kosten der Restaurierung der privaten Wegekapellen beteiligt, wenn sie unter Denkmalschutz stehen.

In der aktuellen Denkmalliste der Stadt sind 16 Wegekapellen als Baudenkmale eingetragen. Von diesen befinden sich 14 in Albersloh.

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