Bauarbeiten am Haus Siekmann haben begonnen
Das Ende eines zähen Ringens

Sendenhorst -

Viele Jahre wurde politisch darum gerungen. Nun haben die Bauarbeiten für den Anbau ans Haus Siekmann begonnen. Aus den früheren Ideen für ein Stuhllager ist jetzt ein modernes „Multifunktionsgebäude“ geworden, das die Nutzungsmöglichkeiten des Hauses erweitert.

Samstag, 13.07.2019, 13:00 Uhr
Erster Spatenstich vor dem begonnenen Rohbau: Hans-Jürgen Reese von der Baufirma Zumdick, Heimatvereinsvorsitzender Christian Hölscher, Josef Schmedding, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Bürgermeister Berthold Streffing, Architekt Carl Altefrohne, Fördervereinsvorsitzender Jürgen Krass und Daniel Fühner vom Dienstbereich Planen und Bauen (v.li.).
Erster Spatenstich vor dem begonnenen Rohbau: Hans-Jürgen Reese von der Baufirma Zumdick, Heimatvereinsvorsitzender Christian Hölscher, Josef Schmedding, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Bürgermeister Berthold Streffing, Architekt Carl Altefrohne, Fördervereinsvorsitzender Jürgen Krass und Daniel Fühner vom Dienstbereich Planen und Bauen (v.li.). Foto: Josef Thesing

Wenn etwas Großes oder Wichtiges neu gebaut wird, zumal wenn es ein öffentliches Gebäude ist, dann steht am Beginn oft der sogenannte erste Spatenstich mit allen maßgeblich Beteiligten. Für das neue „Multifunktionsgebäude“ am Haus Siekmann wäre dieser formale Akt am Freitagmorgen im Prinzip nicht mehr notwendig gewesen, denn auf der aus Beton gegossenen Bodenplatte stehen bereits die ersten Mauern. Und sonderlich groß ist das Gebäude auch nicht. Aber wichtig, was auch daran deutlich werden mag, dass seit vielen Jahren politisch um eine Erweiterung des Hauses gerungen wird.

Seit 15 Jahren im Gespräch

Genauer gesagt seit mehr als 15 Jahren, und zwar aus Gründen der Sicherheit. Denn bei größeren Veranstaltungen, erinnerten Bürgermeister Berthold Streffing und Fördervereinsvorsitzender Jürgen Krass in der kleinen Feierstunde mit Kaffee und Brötchen, gab es immer wieder Probleme mit den Rettungswegen. So standen zum Beispiel Stühle im Weg, weshalb ursprünglich die Rede war von einem „Stuhllager“ am oder im Gebäude war. „Es war ein harter Kampf“, sagte Krass.

Es war ein harter Kampf.

Jürgen Krass

Nun gibt es einen barrierefreien Anbau, der vielfältig genutzt werden kann – von der Künstlergarderobe über erweiterte sanitäre Anlagen bis zum Lager- und Feierraum, wenn bei gutem Wetter im Garten etwas los ist.

Der Anbau kostet 353 000 Euro

Das Häuslein ist nicht ganz preiswert: Es kostet insgesamt 353 000 Euro, wovon Bund und Land 90 Prozent übernehmen. Das Geld stammt aus einem Topf mit einem sperrigen Namen: „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“. Dieser „Pakt“ fördert bauliche Maßnahmen zum Erhalt und zum Ausbau von sozialen Infrastruktureinrichtungen im Wohnumfeld.

Dass das Haus Siekmann eine solche Einrichtung ist, ist allseits unbestritten. Denn dort wird nicht nur komplexe Jugendarbeit geleistet. Dort haben daneben unter anderem auch die VHS und Vereine ihr Zuhause. Die Stadt nutzt das Gebäude ebenso, etwa für Seniorenvollversammlungen oder Spielplatzplanungen.

Die „Ästhetik“ des Neubaus, wie Jürgen Krass es ausdrückte, sei nicht jedermanns Sache. Aber der intensive Abstimmungsprozess, etwa mit den Denkmalschützern, sei eben auch nicht einfach gewesen, erläuterte Architekt Carl Alte­frohne.

In einem waren sich aber alle einig: „Gott sei Dank“, so der Bürgermeister, habe der Abriss des Hauses Siekmann Mitte der 1990-er Jahre verhindert werden können. Die Gebäudeteile wurden dann mit großer ehrenamtlicher Unterstützung zum dem umgebaut, was sie heute sind. Die Kosten für den Umbau betrugen damals 4,3 Millionen D-Mark. Ohne Fördermittel wäre es seinerzeit vermutlich nicht gegangen. 70 Prozent der Kosten hatte das Land beigesteuert.

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