Gelungene Hohltauben-Ansiedlung
Geduld zahlt sich manchmal aus

Tönnishäuschen -

Schon als Ludger Thilmann vor über 40 Jahren von seiner Großmutter ein Buch über die deutsche Vogelwelt geschenkt bekam, galt die Hohltaube als gefährdet. In diesem Jahr ist es dem Hobby-Ornithologen, erstmals gelungen, einer Hohltaube für ihre Brut ein Zuhause zu geben.

Mittwoch, 07.08.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 09.08.2019, 09:36 Uhr
Ludger Thilmann freut sich, dass im Nistkasten am Hof der Familie Humberg eine Hohltaube ihr Nest aufgeschlagen hat. Nach über 40 Jahren ist es das erste Mal, dass er das erlebt.
Ludger Thilmann freut sich, dass im Nistkasten am Hof der Familie Humberg eine Hohltaube ihr Nest aufgeschlagen hat. Nach über 40 Jahren ist es das erste Mal, dass er das erlebt. Foto: Annette Metz

Schon als Ludger Thilmann vor über 40 Jahren von seiner Großmutter ein Buch über die deutsche Vogelwelt geschenkt bekam, galt die Hohltaube als gefährdet. In diesem Jahr ist es dem Hobby-Ornithologen, der sich seit vielen Jahren vor allem um die Schleiereulen und Käuzchen rund um Sendenhorst und Drensteinfurt bemüht, erstmals gelungen, einer Hohltaube für ihre Brut ein Zuhause zu geben.

Eingezogen ist der seltene Vogel in einen Nistkasten nahe Tönnishäuschen. Und man muss schon schwer auf der Hut sein, um den seltenen Vogel zu sehen. Ludger Thilmann hat ein Auge dafür. „Da ist sie“, ruft er begeistert und hat ihren Flug durch den Wald komplett verfolgt, während seine Besucherin nur noch die Schwanzfedern zu sehen bekommt.

In einem Buchenwald vor der Haustür der Familie Humberg an der Münsterstraße bietet Thilmann dem Vogel seit zwei, drei Jahren Nistkästen an. „Die Hohltaube brütet in Baumhöhlen, die oft der Schwarzspecht gezimmert hat“, erklärt Ludger Thilmann. Und wenn sie Glück habe, dann sei eine solche Höhle noch nicht von ihren Konkurrenten, der Dohle oder dem Star, in Beschlag genommen. Doch das sei eben sehr selten der Fall.

Außerdem sei da noch der Kleiber, der die Baumhöhlen gerne besetze und die Einfluglöcher selbst so verschließe, dass die Höhlen für andere nicht mehr nutzbar seien. Da heute außerdem hohle Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt würden, werde der Lebensraum für die Hohltaube immer kleiner, erklärt Ludger Thilmann.

Damit das mit der Nisthilfe am Hof Humberg nicht auch passiert, hat Thilmann direkt neben dem Kasten für die Hohltaube einen weiteren mit einem kleineren Einflugloch für den Kleiber angeboten. Und es hat, sehr zur Freude auch von Familie Humberg, funktioniert. „Manchmal lohnt sich eben die Ausdauer“, ist Ludger Thilmann zufrieden, dass er nach so vielen Jahren diesen Erfolg hatte. Auch wenn ein weiterer Versuch bei Rinkerode bislang noch keine Früchte getragen hat, dieser erste Erfolg im Kapellendorf freut ihn sehr.

Familie Humberg, die selbst sehr naturverbunden ist, darf sich in den kommenden Wochen also noch über den schaurig klingenden Ruf ihres Gastes freuen – „hu – ru“.

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