Interview mit dem Schirmherrn der Jubiläumsveranstaltung „50 Jahre Jugendfeuerwehr Albersloh“
Für die Feuerwehrleute von morgen

Albersloh -

Die Jugendfeuerwehr Albersloh feiert am kommenden Samstag, 14. September, mit einem Festakt ihr 50-jähriges Bestehen. Die WN sprachen mit dem Schirmherrn dieser Veranstaltung, Direktor der Feuerwehr Dirk Aschenbrenner, Leiter der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes.

Montag, 09.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 13.09.2019, 14:20 Uhr
Die Schirmherrschaft der Jubiläumsfeier zum 50-Jährigen der Jugendfeuerwehr Albersloh hat Direktor der Feuerwehr Dirk Aschenbrenner, Leiter der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, übernommen.
Die Schirmherrschaft der Jubiläumsfeier zum 50-Jährigen der Jugendfeuerwehr Albersloh hat Direktor der Feuerwehr Dirk Aschenbrenner, Leiter der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, übernommen. Foto: Friedrich Kulke

Die Jugendfeuerwehr Albersloh feiert am kommenden Samstag, 14. September, mit einem Festakt ihr 50-jähriges Bestehen. Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung hat Direktor der Feuerwehr Dirk Aschenbrenner , Leiter der Feuerwehr Dortmund und Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, übernommen. Im Vorfeld des Jubiläums hat WN-Mitarbeiter Friedrich Kulke ein Interview mit Dirk Aschenbrenner geführt.

Sie sind neben Ihrer Funktion als Leiter der Feuerwehr Dortmund auch Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutz (vfdb). Wie gestaltet sich dieses Präsidentenamt und welche Vorstellungen haben Sie diesbezüglich?

Dirk Aschenbrenner: Die vfdb ist das Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit. Wie andere Verbände und Institutionen, leistet die vfdb seit vielen Jahren Beiträge zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus im Brandschutz- und Rettungswesen sowie im Bevölkerungsschutz. Unsere Welt verändert sich täglich und somit werden Feuerwehren und Rettungsdienste immer wieder mit neuen Gefahren konfrontiert. Hier gilt es, ständig zu beobachten und zu analysieren, um dann geeignete Lösungen zur Beherrschung dieser Herausforderungen zu entwickeln. Insbesondere die digitale Transformation und die Robotik bieten meiner Meinung nach viel Potenzial, das Brandschutz- und Rettungswesen in Deutschland weiter zu entwickeln. Hier ist die vfdb in besonderer Weise mit einem eigenen Referat und durch die Mitwirkung im Deutschen Zentrum für Rettungsrobotik aktiv. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Qualifizierung und Gewinnung der Jugend für die Themen Schutz, Rettung und Sicherheit. Die vfdb ist bestrebt, die Innovationskraft und den Elan der „jungen Wilden“ aufzugreifen und für die Themen der Gefahrenabwehr zu gewinnen. Als Präsident der vfdb ist es mir eine Ehre, Impulse aber auch organisatorische Beiträge leisten zu dürfen, damit die vfdb diesen Anforderungen auch zukünftig gerecht wird.

Wie wichtig ist für Sie die Arbeit der Jugendfeuerwehr vor Ort?

Aschenbrenner: Sehr wichtig. Ich selber bin 1979 in die Jugendfeuerwehr meiner Heimatstadt Meppen eingetreten und habe seither Jugendfeuerwehren als bedeutende Einrichtungen der Feuerwehren und der Jugendarbeit kennengelernt. Neben der Möglichkeit, Nachwuchs für die Feuerwehren zu generieren, werden die Kinder und Jugendlichen an viele wichtige Themen wie Risikokompetenz oder politische Bildung herangeführt. Ebenso leisten die Jugendfeuerwehren einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Jugendarbeit und geben den Mitgliedern eine sinnvolle Beschäftigung sowie soziale Kompetenz mit auf den Weg. Aus diesem Grund bin auch ein großer Verfechter der „Kinderfeuerwehr“, welche noch in diesem Jahr in Dortmund mit zwei Gruppen an den Start gehen wird.

Was verbindet Sie mit der Jugendfeuerwehr Albersloh?

Aschenbrenner: Mit der Jugendfeuerwehr Albersloh verbinden mich – aus heutiger Sicht – „alte Feuerwehrhaudegen“, mit denen ich seit Jahren eng zusammenarbeite beziehungsweise gute Kontakte pflege. Ich darf an dieser Stelle Reinhard Seebröker und Frank Rüdiger nennen.

Wie sehen Sie Ihre Aufgabe als Schirmherr der Jubiläumsveranstaltung?

Aschenbrenner: Zunächst fühle ich mich geehrt, für diese Rolle angefragt worden zu sein. Auf der einen Seite möchte ich der Jugendfeuerwehr zeigen, dass auch die „Etablierten“ im Feuerwehr- und Rettungswesen die Jugendarbeit mit großem Interesse verfolgen. Ich schätze das Engagement der Jugendlichen und Betreuer sehr und möchte auch ein Stück weit meinen Dank für das jahrzehntelange Wirken zum Ausdruck bringen. Und ich möchte mit einem Festvortrag „Was die Feuerwehr von der Jugend lernen kann“ die Rolle der Jugendfeuerwehr und deren eigenständiges Engagement stärken.

Welche Zukunftswünsche haben Sie für die Jugendfeuerwehr?

Aschenbrenner: Bleibt wachsam, aktiv und selbstbewusst – probiert Neues und seid kritisch bei Neuem! Nehmt die Führungen in die Pflicht und treibt mit Euren Ideen den – immer notwendigen – Wandel voran.

Was bedeutet der demografische Wandel für die Feuerwehr und für die Jugendfeuerwehr?

Aschenbrenner: Er bedeutet, dass sich die Feuerwehren mit guten Konzepten und hervorragender Jugendarbeit um die Feuerwehrleute von morgen kümmern müssen – die Konkurrenz ist da groß! Ansonsten sollten wir den Wandel nutzen, um mit einem alten Vorurteil aufzuräumen: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer“ (Aristoteles, 469 - 399 v. Chr.) – das ist nämlich – früher wie heute – nur eine Seite der Medaille...

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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