25 Kita „Stoppelhopser“
Keine Scheu vor Herausforderungen

Sendenhorst -

Kinderbetreuungsplätze – ein Thema, das die Politik heute noch genauso beschäftigt wie schon vor 25 Jahren. Auch damals fehlten Plätze. Abhilfe sollte eine neue Kindertagesstätte schaffen. So wurde vor 25 Jahren die erste Kita in privater Trägerschaft in Sendenhorst ihrer Bestimmung übergeben: die Kita „Stoppelhopser“.

Donnerstag, 12.09.2019, 06:00 Uhr
Das Team der ersten Stunde im Jahr 1994: (v.li.) Sabine Dildrup, Marita Mülders, Nicole Schulte, Teresa Palombo, Cordula Christ, Annegret Siemann, Christa Möllmann, Anne Terberl, Dieter Lohmann und Barbara Limus
Das Team der ersten Stunde im Jahr 1994: (v.li.) Sabine Dildrup, Marita Mülders, Nicole Schulte, Teresa Palombo, Cordula Christ, Annegret Siemann, Christa Möllmann, Anne Terberl, Dieter Lohmann und Barbara Limus Foto: Kita Stoppelhopser

Kinderbetreuungsplätze – ein Thema, das die Politik heute noch genauso beschäftigt wie schon vor 25 Jahren. Auch damals fehlten Plätze. Abhilfe sollte eine neue Kindertagesstätte schaffen. So wurde vor 25 Jahren die erste Kita in privater Trägerschaft in Sendenhorst ihrer Bestimmung übergeben: die Kita „Stoppelhopser“. Dieses Jubiläum wollen Einrichtung und die „Kindergruppe Sendenhorst“ als Trägerin am Samstag gebührend feiern.

Auf was sich die Kindergruppe einließ, als sie sich 1990 um die Trägerschaft für den geplanten neuen Kindergarten bewarb, war ihr nicht wirklich bewusst, erklärt die Vorsitzende Karin Rost in der Rückschau. „Wir haben damals Spielgruppen angeboten, aber was eine Kita bedeutet, haben wir erst später erfahren“, schmunzelt sie. Das fing schon damit an, dass den Mitgliedern erst bei der Bekanntgabe der Entscheidung über die Trägerschaft bewusst wurde, dass die Kindergruppe die Einrichtung auch selbst bauen musste. „Da haben wir ganz schön geschluckt, denn wir waren davon ausgegangen, dass die Stadt die Einrichtung baut“, erinnert sich Karin Rost. „Aber die Planung hat viel Spaß gemacht.“ Die Stadt hat das Vorhaben aber unterstützt, das Grundstück zur Verfügung gestellt und 120 000 D-Mark in den neuen Kindergarten investiert, blickt Karin Rost zurück.

Da haben wir ganz schön geschluckt, denn wir waren davon ausge-gangen, dass die Stadt die Einrich-tung baut.

Karin Rost erinnert sich an den Moment, als der Kindergruppe klar wurde, dass sie als Träger auch selbst bauen muss.

So machte sich ein kleiner Kreis zunächst daran, Ideen zu sammeln. „Wir haben dann einen Wunschzettel gemacht, was wir für die Einrichtung gerne haben möchten“, berichtet sie. Er sollte ökologisch gebaut sein mit Grasdach und Veranda. Der Eingang sollte überdacht sein, dazu Fenster bis zum Boden, Spielebenen – und viel Holz. „Viele dieser Wünsche haben wir uns erfüllt“, freut sie sich heute noch.

Schon früh stieg auch Dieter Lohmann in die Planungen der Einrichtung mit ein. Lohmann, der den „Stoppelhopser“ auch heute noch leitet, gehörte ebenso zum Team der ersten Stunde wie viele weitere Erzieherinnen, die heute noch aktiv sind. Sabine Dildrup beispielsweise oder Teresa Palumbo, Annegret Siemann, Christa Möllmann und Barbara Limus sind auch heute noch dabei. Aber auch Marita Mülders oder Anne Terberl haben vom Start bis zu ihrem Ruhestand dem „Stoppelhopser“ die Treue gehalten. Daher berichtet Dieter Lohmann nicht ohne berechtigten Stolz: „Es hat wenig Veränderung im Team gegeben.“

Gestartet ist der „Stoppelhopser“ mit zwei Regelgruppen und einer Tagesstättengruppe für Kinder von drei bis sechs Jahren. Die Kita arbeitet seit Beginn integrativ. Der „Stoppelhopser“ ging also auch mit einer konzeptionellen Neuerung an den Start. Zur Einweihungsfeier kam sogar der damalige Sozialminister des Landes, Franz Müntefering, nach Sendenhorst.

So kleine Kinder – geht das über-haupt? – wurde damals oft gefragt. Heute ist das normal.

Dieter Lohmann erinnert sich an die Reaktionen darauf, dass erstmals in Sendenhorst schon Kinder ab vier Monaten eine Kita besuchen können.

Zum ersten Mal gab es in der Stadt eine Übermittagbetreuung. Das Essen wurde von einer eigenen Köchin in der Einrichtung täglich frisch zubereitet. „Das Angebot wurde erst von einigen Kindern genutzt. Doch schon kurze Zeit später war die Übermittagbetreuung mit 20 Kindern ausgebucht“, erinnert sich Dieter Lohmann. Heute finden sich mindestens an einem Tag der Woche nahezu 70 Kinder zum Mittagessen ein, ergänzt er.

Das Gebäude war noch nicht ganz fertig, da war es auch schon zu klein. 1996 wurde die vierte Gruppe angebaut. Dieses Mal für eine Gruppe von 15 Kindern im Alter von vier Monaten bis zu drei Jahren. „Das wurde damals in der Startzeit schon ein wenig misstrauisch beäugt“, erinnert sich Dieter Lohmann. „So kleine Kinder – geht das überhaupt?, wurde damals oft gefragt. Heute ist das normal.“ Überhaupt habe sich durch die Veränderung in den Gesetzen so viel Neues im Laufe der Jahre ergeben, dass die Kita „Stoppelhopser 1994“ mit der heutigen nur noch schwer zu vergleichen sei. „Vor allem die Vorgaben für die Gruppenformen im KiBiz-Gesetz haben die Kita-Landschaft sehr verändert“, meint Lohmann. „Es gibt beispielsweise heute geänderte Tagesabläufe und Strukturen mit vielen Ruhephasen.“

Von Anfang an haben Kindergruppe und Kita auf das Engagement der Eltern gebaut – und sind nicht enttäuscht worden. „Als wir anfingen, war an eine Spielfläche im Garten noch gar nicht zu denken“, so Karin Rost. „Damals haben wir bei der Realschule angefragt, ob wir die Rasenfläche benutzen dürfen – und Unterstützung gefunden“, ergänzt Dieter Lohmann. Die Eltern haben in schweißtreibender Arbeit den ersten Sandkasten hinter der Kita gebaut. Und auch in den folgenden Jahren waren sie stets zur Stelle, wenn es galt, ein Projekt umzusetzen. Bis hin zu den aufwändigen Basaren, die bis heute durchgeführt werden, um einen Teil der anfallenden Kosten zu tragen.

Die Kita war auch in den Folgejahren immer in Bewegung – nahezu im wahrsten Sinne des Wortes. 2003 wurde der „Stoppelhopser“ als Bewegungskindergarten anerkannt – als erster im Kreis Warendorf, wie einer WN-Quelle zu entnehmen ist. 2008 wurde die Kita „Familienzentrum“. 2013 folgte der Bau der Schlafräume, und auch in diesem Jahr wird wieder geplant. Die Erweiterung um eine Gruppe soll erfolgen.

Auf all diese Entwicklungen und Erinnerungen will die Kita „Stoppelhopser“ am kommenden Samstag im Rahmen einer Jubiläumsfeier zurückblicken.

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