„Vocal Champs“ begeistert das Publikum
Ein „Juwel“ für die Stadt

Sendenhorst -

A-cappella-Musik vom Feinsten erlebten die Besucher des „Vocal-Champ“-Contests in der Aula der Realschule. 18 Vokal-Gruppen aus Deutschland, Polen, Österreich, der Slowakei, aus den Niederlanden und aus der Schweiz zeigten Gesang auf höchstem Niveau.

Sonntag, 15.09.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 13:35 Uhr
Nach der Siegerehrung wurde auf der Bühne nochmal ordentlich abgerockt. „holte Platz drei.
Nach der Siegerehrung wurde auf der Bühne nochmal ordentlich abgerockt. „holte Platz drei. Foto: Josef Thesing

Am Ende gab es in der Aula der Realschule für alle Beteiligten tosenden Beifall vom Publikum: für die 18 angereisten A-Cappella-Gruppen ebenso wie für die Organisatoren und Sponsoren, für den Hausherr der Realschule, für die Stadt sowie für jene, die mindestens drei Tage lang hinter den Kulissen gerackert haben. „Vocal Champs“ sei „ein Juwel“, erklärte Klaus Levermann als Sprecher der Jury – und ein Juwel müsse man sorgsam hüten und zu großen Anlässen wieder hervorholen, also in zwei Jahren, wenn – die Finanzierung vorausgesetzt – Sendenhorst wieder zum Mekka der europäischen A-cappella-Szene wird. Der dreitägige Contest habe internationales Format. „Vor diesem musikalischen Niveau kann ich mich nur verneigen“, pflichtete Mitorganisator Matthias Greifenberg – ebenfalls unter tosendem Applaus – bei.

„Audiofeels“ aus Polen holte den Publikumspreis.

„Audiofeels“ aus Polen holte den Publikumspreis. Foto: Josef Thesing

Die Sieger und alle angereisten Vokal-Gruppen wurden am Sonntagnachmittag frenetisch gefeiert. Und „Audiofeels“ aus Polen, mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, gab vor großem Publikum nochmal richtig Gas.

„Dezibelles“ aus Zürich holen den Jury-Preis

Gefeiert wurden auch die „dezibelles“ aus Zürich, den die Jury Platz eins zugestand – vor „baff!“ aus Norddeutschland und „zwo3wir“ aus Oberösterreich.

Hohes musikalisches Niveau: Das erlebten die Zuhörer an allen drei Tagen. Bertold Brecht und Mascha Koleko: ihre Gedichte als Vorlagen für Vertonungen? Damit überraschten vier junge Berliner zum Beispiel am Samstagabend das Publikum zum Auftakt des dritten Sets. Lena Sundermeyer. Hannah Ginzburg, Erik Leithäuser und Lars Ziegler verzichteten weitgehend auf Choreographisches und präsentierten ihre vertonten Gedichte wie Chansons. Beim Publikum kam dieser ungekünstelte Auftritt mit dem Programm „Home, sweet Home“ ausgesprochen gut an.

Die „dezibelles“ aus Zürich gewannen den Publikumspreis.

Die „dezibelles“ aus Zürich gewannen den Publikumspreis. Foto: Dierk Hartleb

Der zweite Tag des „Vocal Champs“-Contestes hatte bei herrlichem Spätsommerwetter in der Aula mit der Potsdamer Gruppe „Delileigh“ begonnen, die einen bunten Mix aus Pop. Rock, Neuer Deutscher Welle und Evergreens präsentierten, ehe die Bühne von „VocaYou“ eingenommen wurde, die mit ihrem Circle-Songs bei den Zuhörern punkteten.

Auch beim zweiten Set am späteren Nachmittag blieben noch zahlreiche Plätze in der Aula leer, was nicht wenige A-Capella-Freunde bedauert haben mögen, denn ihnen entgingen Gäste aus der Schweiz und aus Österreich. Der Dezibel-Pegel, den Vera Hotten in ihrer Anmoderation beschwor, zeigte jedenfalls schon beträchtlichen Ausschlag, als die vier Züricherinnen – und spätere Siegerinnen des Jury-Preises – im kleinen Schwarzen mit dem hübschen Namen „dezibelles“ ihren Exkurs durch 400 Jahre Musikgeschichte starteten, der mit Henry Purcell startete.

Bei „zwo3wir“ steht das Publikum Kopf

Das erste Mal richtig Kopf stand die Aula bei „zwo3wir“, die am Ende Dritte des Wettbewerbs wurden. Die zwei Frauen und drei Männer aus Oberösterreich glänzten vor allem mit eigenen Arrangements im Dialekt und mit ihrer Bühnenpräsenz. Nebenbei lernten die Zuhörer auch noch, dass sich ein Sommerhit wie „Sommer, Sonne, Zärtlichkeit, Lagerfeuer, Ehrlichkeit“ auf oberösterreichisch noch viel charmanter anhört.

Auf die Chansons ähnlichen, vertonten Gedichte des „Wortart Ensembles“ antworteten vier Berliner Ladys namens „Gretchens Antwort“, die die Roaring Twenties beschworen, ohne zu covern. Zu späterer Stunde luden sie das Publikum zur „Late-Night-Show“ und zu einem literarischem Quartett ein, das ironisch Männerliteratur lustvoll zelebrierte und sezierte.

Das Publikum feierte die hervorragenden Auftritte.

Das Publikum feierte die hervorragenden Auftritte. Foto: Josef Thesing

Und schlicht baff machte das Publikum die gemischt norddeutsch-sächsische Truppe „baff!“, die sich bekannter Titel aus der Musikgeschichte bediente wie der Comedian Harmonists und ihrer Veronika – „der Lenz ist da“ – und sie musikalisch vom Kopf auf die Bühne stellte. Hörenswert ihr Potpourri aus Krimi-Songs, mit dem sie sich vom begeisterten Publikum verabschiedeten und am Ende Platz zwei belegten.

Damit war aber noch nicht Schluss, sondern es wartete noch „The Knorke“ aus Berlin mit ihrem Programm „Jukebox des Grauens“, die schon nachmittags auf der Open Stage Lust auf ihren leicht trashigen Auftritt auf Punk-Art zu fortgeschrittener Uhrzeit neugierig gemacht hatten.

Höhepunkt am Sonntag war ohne Zweifel der Auftritt von „Audiofeels“. Die charmanten Jungs aus Posen wussten nicht nur sich selbst zu begeistern, sonder auch alle Anwesenden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6931942?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F190%2F
Nachrichten-Ticker