Über Gott und die Welt
Großes Interesse am „Talk mit dem Pastor“

Albersloh -

Volles Haus zur Premiere: Pfarrer Clemens Lübbers hatte zum ersten „Talk mit dem Pastor“ in die Kneipe eingeladen – und viele hatten Fragen mitgebracht. In dem lockeren Gespräch ging es gewissermaßen um Gott und die Welt – Kirchensteuern, Zölibat und mögliche Reformen inklusive.

Mittwoch, 18.09.2019, 08:00 Uhr
Volles Haus: Viele waren der Einladung Clemens Lübbers zum „Talk mit dem Pastor – was ich einen Priester schon immer fragen wollte“ in die Gaststätte Geschermann gefolgt. Heute lädt er in die Börse ein.
Volles Haus: Viele waren der Einladung Clemens Lübbers zum „Talk mit dem Pastor – was ich einen Priester schon immer fragen wollte“ in die Gaststätte Geschermann gefolgt. Heute lädt er in die Börse ein. Foto: Christiane Husmann

Komplett besetzt war der Raum in der Gaststätte Geschermann, den Pfarrer Clemens für den „Talk mit dem Pastor“ reserviert hatte. Manche waren mit konkreten Fragen der Einladung des Pfarrers gefolgt. Andere wollten nur mal hören, was der Geistliche so zu sagen hat. Allen war gemein, dass sie in ungezwungener Runde einen informativen wie unterhaltsamen Abend mit dem Gemeindepfarrer verbrachten.

Etwas Neues und Außergewöhnliches

„Das ist was Neues, etwa Außergewöhnliches“, befand Martin Pälmke vor Beginn der Gesprächsrunde. „Wir sind neugierig, wie der Abend verläuft“, ergänzte Dirk Vosseberg.

Und so ging es wohl den meisten, die gespannt auf die erste Frage an Clemens Lübbers warteten. Doch bevor die gestellt wurde, ließ es sich der Geistliche nicht nehmen, die Talkgäste zu begrüßen: „Schön, dass so viele gekommen sind – jung, mittelalt, mitteljung, etwas älter: Alles ist vertreten“, freute sich Clemens Lübbers mit Blick in die gemischte Runde. „Wir Christen müssen uns immer wieder versammeln, warum nicht auch mal in einer Kneipe?“, befand der Pfarrer, der an diesem Abend eine Ankündigung aus seinem Einführungsgottesdienstes am 2. Dezember 2018 wahr machen wollte. „Mit den Leuten ins Gespräch kommen“, das sei ihm wichtig.

Und das sollte er im Laufe des Abends. Verschiedene Themen kamen auf den Tisch. Was mit Fragen zu geänderten Gottesdienst- und Wallfahrtsterminen begann, gipfelte in theologischen Themen, auf die der Pfarrer zu antworten wusste. Die Rolle der Frau in der Kirche stand genauso wie der Zölibat zur Diskussion.

Die Kirche muss immer reformiert werden.

Pfarrer Clemens Lübbers

Und auch die Kirchensteuer, die, wie ein Zuhörer meinte, viele Menschen veranlasse, aus der Kirche auszutreten. „Warum keine Kultursteuer – wie in Italien?“, wurde angeregt. Dafür, und auch für andere mögliche Neuerungen offen, meinte der Theologe: „Ecclesia semper reformanda“ und übersetzte schnell aus dem Lateinischen: „Die Kirche muss immer reformiert werden.“ Dabei blickte er auch auf die Gestaltungsmöglichkeiten von Gottesdiensten, bei denen die Gemeindemitglieder noch stärker beteiligt werden könnten.

„Haben Sie schon früh gewusst, dass Sie Pfarrer werden wollen?“, meldete sich Felix Franke zu Wort. „Felix, auch in dieser Runde kannst du beim du bleiben“, wurde als erstes von Clemens Lübbers klargestellt. Bei seiner Entscheidung, Priester zu werden, sei er schon als Kind und Jugendlicher von verschiedenen Personen inspiriert worden. Letztendlich habe er seine Berufung zum Beruf gemacht.

Pfarrer Clemens Lübbers im Gespräch.

Pfarrer Clemens Lübbers im Gespräch. Foto: Christiane Husmann

„Wie binden Sie die Kinder an die Kirche? Sie gehen ja schon unkonventionelle Wege“, wollte Andreas Goddemeier wissen. „Ich möchte mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen.“ Deshalb sei er auch gerne Präses der örtlichen Landjugenden.

Auch zur Kirchenmusik wurden Fragen gestellt: „Sollte man neue Lieder nicht erst einsingen?“ und „Ist es wichtig, dass wir diese Psalmen singen?“ oder „Kann das nicht alles etwas temperamentvoller vonstatten gehen?“ Wieder nicht um eine Antwort verlegen, meinte Clemens Lübbers: „Wir sind münsterländer Westfalen. Vielleicht müsste der Kirchenchor mal singend in die Kirche einziehen.“

Sich etwas locker machen, wie anlässlich des Pfarrfestes, als die Gemeindemitglieder sich kurzerhand Stühle geschnappt und diese in die Kirche geschleppt hätten, wäre doch ein Anfang. „Ich finde, wir sind auf einem guten Weg“, meinte der Pastor und wurde von Fabian Wessel mit einem zustimmenden „logo“ unterstützt.

Viele Fragen und ehrliche Antworten

Für seine ehrlichen Antworten und Einblicke in das Wirken eines Pfarrers erntete Clemens Lübbers Applaus. „Ich fand das wirklich sehr, sehr schön, dass wir ins Gespräch gekommen sind“, resümierte er. „Und ich fänd’s schön, wenn wir das wiederholen“, meinte Mechthild Ahlers.

► Wiederholt wird der „Talk mit dem Pastor“ bereits heute Abend um 19.30 Uhr in der Börse. Mit welchen Fragen der Geistliche diesmal konfrontiert wird, darf wohl genau so gespannt erwartet werden, wie die Antworten darauf.

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