„Bürger-Halle“: Machbarkeitsstudie soll Antworten geben
Wünsche und Wirklichkeit

Sendenhorst/Albersloh -

Die Stadt hat potenzielle Nutzer zum Bedarf einer Bürgerhalle befragt. Die Vereine haben viele Wünsche und Ideen vorgetragen. Der Bedarf für einen großen Veranstaltungsort ist ohne Zweifel gegeben. Offen ist aber, wie er ausgestaltet und, vor allem, wie er finanziert werden soll.

Donnerstag, 19.09.2019, 11:00 Uhr
Die Karnevalisten brauchen zum Beispiel für ihre großen Feiern viel Platz. Der steht ihnen derzeit in der Stadt nur eingeschränkt zur Verfügung.
Die Karnevalisten brauchen zum Beispiel für ihre großen Feiern viel Platz. Der steht ihnen derzeit in der Stadt nur eingeschränkt zur Verfügung. Foto: Anke Weiland

Am Bedarf eines Veranstaltungsortes, in dem bis zu 500 Menschen zum Beispiel zum Feiern zusammenkommen können, gibt es nach dem Wegfall des Bürgerhaus-Saals kaum Zweifel. Das haben auch die 14 Vereine, die im Prozess auf dem Weg zum Bau einer „Bürger-Halle“ befragt wurden, deutlich erkennen lassen.

Wünsche gibt es demnach reichlich für die Gestaltung und Ausstattung eines solchen Veranstaltungsortes. Doch wie dieser betrieben und vor allem finanziert werden soll, ist offen. Einen Kostenrahmen gibt es bislang noch nicht, machte die zuständige Projekt-Managerin in der Stadtverwaltung, Katja Usunov , in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt deutlich. Was auf die Stadt zukommen könnte, soll nun mit einer Machbarkeitsstudie geklärt werden. Diese soll von einem Fachbüro erstellt werden und Grundlage für die weiteren Beratungen sein.

Viele Wünsche und Vorstellungen

Zur „Bürger-Halle“ – das ist einstweilen nur ein Arbeitstitel – selbst haben die Sendenhorster und Albersloher eine ganze Reihe konkreter Vorstellungen, die in einem umfangreichen Papier zusammengefasst sind und die erkennen lassen, das es sich nach Stand der Dinge um ein Mehrere-Millionen-Projekt handelt, das mit Bau-, Ausstattungs-, Betriebs- und Personalkosten stattlich daherkommt.

Wir wecken Erwartungen, die wir nicht realisieren können.

Ralf Kaldewey (SPD)

Das machte in der Sitzung den einen oder anderen Kommunalpolitiker durchaus nachdenklich bis sogar ein wenig erschrocken. „Wir wecken Erwartungen, die wir nicht realisieren können“, erklärte etwa Ralf Kaldewey ( SPD ) mit Blick auf die Wunschliste, die neben einem teilbaren Saal mit Bühne unter anderem auch Seminarräume, eine Küche, einen Bewegungsraum und einen Fitnessraum enthält. Die SPD sehe „das Konzept noch nicht als alternativlos“.

Politik hat Zweifel

„Zweifel“ äußerte auch Josef Lammerding von der FDP. „Ich fürchte, dass wir uns da etwas ans Bein binden, das wir gar nicht finanzieren können.“ Wünsche seien das eine – die Realität etwas anderes: Diese Überlegung wurde auch von den anderen Fraktionen geteilt. Ein Finanzierungskonzept sei der wichtigste Schritt, bevor überhaupt über weitere Details gesprochen werde, erklärte Michael Thale (BfA). Denn überall seien bei einem solchen Großprojekt „Fallstricke“ ausgelegt.

Was soll die Bürger-Halle können? Wer soll sie betreiben? Das waren Fragen, die auch Sebastian Sievers von der CDU stellte. Auf keinen Fall solle eine – eigene – Konkurrenz zum Haus Siekmann aufgebaut werden – und auch nicht zur örtlichen Gastronomie. Er, und auch andere, wiesen darauf hin, dass neben dem Haus Siekmann zum Beispiel auch das städtische Kommunalforum für Veranstaltungen zur Verfügung stehe, an denen nicht Hunderte von Menschen teilnähmen.

„Wir brauchen keine Stadthalle, sondern einen Veranstaltungsort für die Bürger“, war eindeutiger Tenor – wobei Messen wie die heutige BIM ausdrücklich nicht ausgeschlossen sein sollen, wohl aber „Schaumpartys“ und Co..

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