Mikroplastik in Kunstrasenplätzen
Nutzung ist weiter möglich

Sendenhorst -

Fußballvereine – auch in Sendenhorst und Albersloh – befürchteten, ihre Kunstrasen-Plätze nicht mehr nutzen zu können. Im heutigen Sportausschuss hat Bürgermeister Berthold Streffing aber durchaus gute Nachrichten in Sachen Kunstrasen für die Vereine.

Dienstag, 24.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 11:32 Uhr
Die Kunstrasenplätze in Sendenhorst und Albersloh können weiter genutzt werden. Die vorrätigen Bestände des Füllmaterials sollen laut Empfehlung einer EU-Agentur aufgebraucht und durch alternative Stoffe ersetzt werden.
Die Kunstrasenplätze in Sendenhorst und Albersloh können weiter genutzt werden. Die vorrätigen Bestände des Füllmaterials sollen laut Empfehlung einer EU-Agentur aufgebraucht und durch alternative Stoffe ersetzt werden. Foto: dpa

Bis vor Kurzem waren sie das Nonplusultra für Fußballvereine. Jeder wollte einen Kunstrasenplatz, unempfindlich und zu jeder Jahreszeit bespielbar. Dann der Schreck: Das als Füllstoffverwendete Kunststoffgranulat steht im Verdacht, Mikroplastik freizusetzen. Die Vereine – auch in Sendenhorst und Albersloh – befürchteten, die Plätze nicht mehr nutzen zu können. Im heutigen Sportausschuss hat Bürgermeister Berthold Streffing aber durchaus gute Nachrichten in Sachen Kunstrasen für die Vereine.

Die EU-Kommission, so ist den Sitzungsunterlagen zu entnehmen, habe die European Chemical Agency (ECAH) beauftragt, zu prüfen, ob bestimmte Mikroplastiken, die bewusst in die Umwelt freigesetzt werden, verboten werden müssen. Die Agentur hatte daraufhin einen Beschränkungsvorschlag veröffentlicht, in dem das Inverkehrbringen von „bewusst zugesetztem“ Mikroplastik verboten werden sollte. Darunter fiel auch das als Füllstoff verwendete Kunststoffgranulat für Kunststoffrasensysteme. Das Verbot sollte demnach bereits 2021 in Kraft treten.

Diese Information sei seinerzeit zur Information auch an die örtlichen Sportvereine, die SG Sendenhorst und DJK GW Albersloh, als Betreiber der Kunstrasenplätze, weitergeleitet worden, ist den Unterlagen zu entnehmen. Außerdem wurde vor den Sommerferien gemeinsam mit den Sportvereinen, dem Leiter des Baubetriebshofes sowie der Verwaltung ein Ortstermin im Sport- und Freizeitzentrum mit einem Mitarbeiter der Firma Heiler (Hersteller des Kunstrasenplatzes) vereinbart. Bei diesem Treffen, das am Donnerstag stattfinden soll, soll über Alternativen zum Kunststoffgranulat, über Maßnahmen, die den Austrag der Plastik-Partikel in die Umwelt so weit wie möglich reduzieren können sowie über die zu erwartenden Kosten informiert werden.

Inzwischen liege dem Städte-und Gemeindebund NRW eine Mitteilung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sowie eine Pressemitteilung der Landesregierung vor, berichtet die Verwaltung. Demnach könne der Spielbetrieb von etwaigen Beschränkungsvorschlägen betroffenen Kunstrasenplätzen aufrechterhalten werden. Die vorrätigen Bestände des bislang verwendeten Füllmaterials, so die ECHA, sollen aufgebraucht werden dürfen, sodass im Ergebnis eine „schleichende“ Umwandlung durch Einbringung alternativer Füllstoffe ermöglicht wird. Dies bedeute auch für die Kunstrasenplätze in Sendenhorst und Albersloh, dass „mögliche Beschränkungsvorschläge nur für die Zukunft gelten und nicht bedeuten würden, dass bereits bestehende Kunstrasenplätze sofort erneuert oder gar stillgelegt werden müssten“.

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