Gerty und Hubert Hartmann feiern heute Diamantene Hochzeit
Ein immer noch glückliches Paar

Sendenhorst -

Auch nach 60 Ehejahren sind Gerty und Hubert Hartmann immer noch ein glückliches paar. Am heutigen Montag feiern sie Diamantene Hochzeit. Neben der harten Arbeit in der Landwirtschaft waren beide Jahrzehnte in verschiedenen Vereinigungen und Vereinen ehrenamtlich engagiert.

Montag, 07.10.2019, 10:00 Uhr
Sie lachen auch nach 60 Ehejahren immer noch gemeinsam. „Wie früher“, sagte Gerty Hartmann bei der Aufnahme dieses Fotos auf dem Hof, auf dem sie seit 60 Jahren mit ihrem Hubert lebt.
Sie lachen auch nach 60 Ehejahren immer noch gemeinsam. „Wie früher“, sagte Gerty Hartmann bei der Aufnahme dieses Fotos auf dem Hof, auf dem sie seit 60 Jahren mit ihrem Hubert lebt. Foto: Josef Thesing

„Ja, gerne!“ Gerty Hartmann muss nicht eine Sekunde überlegen, diese Antwort auf die Frage zu geben, ob sie im Rückblick die heute 60 Jahre Eheleben mit ihren Mann Hubert noch einmal so erleben möchte. Und Hubert Hartmann sieht das auch nicht anders. Die beiden immer noch agilen Sendenhorster – inzwischen 87 und 90 Jahre alt – sind am Tag ihrer Diamantenen Hochzeit immer noch ein glückliches Paar. „Man erkennt im Alter immer mehr die Schätze des anderen“, meint Gerty Hartmann, die seit der Hochzeit vor 60 Jahren mit ihrem Hubert auf dem Hof an der Straße „Zur Angel“ – früher Rinkhöven – lebt.

Auch sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, und zwar in Oelde. Jeden Morgen ging es mit dem Fahrrad zur Schule. Sie war eine gute Schülerin, brachte es auf der Realschule zur Mittleren Reife und wurde Meisterin der Ländlichen Hauswirtschaft. Bei der vielen Arbeit auf dem Hof hat sie 15 Lehrlinge ausgebildet.

Die Landwirtschaft lag sowohl ihr als auch ihrem Mann Hubert im Blut. Im Jahr 1952 lernten sie sich über die Landjugend kennen. Sie war Vorsitzende im Altkreis Beckum, und Hubert Hartmann war Diözesanvorsitzender der KLJB .

Am 7. Oktober 1959 haben sie dann in der Kirche in Oelde geheiratet – und aus der damaligen Kreisstadt ging es mit der gesamten Festgesellschaft und Bannerabordnungen auf den Hof in Sendenhorst.

Und das ging so, erinnert sich Gerty Hartmann: Zunächst Brautmesse und Frühstück in Oelde, dann mittags nach Sendenhorst auf den Hof – und abends wurde im damals neuen Saal der „Waldmutter“ kräftig gefeiert. „Wir haben alle großen Feste dort gefeiert“, sagt Gerty Hartmann – zuletzt in diesem Jahr den 90. Geburtstag von Ehemann Hubert. Deshalb soll es bei der Diamantenen Hochzeit ein bisschen ruhiger zugehen, auch weil Gerty Hartmann allzu viel „Wiggel“ wegen ihrer eingeschränkten Sehfähigkeit nicht immer gut haben kann. „Wir haben das lange überlegt, aber für dieses Jahr ist es gut gewesen. Dann kommen unsere Enkel auch mal richtig zur Geltung.“ Denn die – es sind inzwischen elf – sind neben den fünf Kindern Maria, Martina, Ursula, Hubertus und Michael der ganze Stolz der Hartmanns. „Ein Enkel lebt und arbeitet heute in China. Der kann leider nicht kommen“, bedauert Hubert Hartmann.

Es dürfte in Sendenhorst nicht allzu viele Menschen geben, denen Gerty oder Hubert Hartmann – oder beide gemeinsam – nicht schon mal über den Weg gelaufen sind. Neben der Arbeit auf Hof und Acker hatte ehrenamtliches Engagement stets einen hohen Stellenwert für beide. Sie war 20 Jahre stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen, acht Jahre Teamsprecherin der KFD und 30 Jahre im Kuratorium der LVHS Freckenhorst. „Davon habe ich sehr profitiert“, sagt sie. Alle vier Wochen gehen sie heute noch zu den Treffen der Landwirtschaftlichen Seniorenvereinigung.

Hubert Hartmann war, um nur einiges aufzuzählen, Ratsmitglied des Kirchspiels Sendenhorst, gehörte viele Jahre dem Pfarrgemeinderat, dem Kindergartenrat und 35 Jahre dem Kirchenvorstand an. Er arbeitete in der Schulpflegschaft der Grundschule mit, war Mitbegründer der Realschule St. Martin und 25 Jahre in deren Kuratorium tätig – 15 Jahre lang als dessen Vorsitzender. Schöffe am Amtsgericht, das Engagement für die Volksbank, für den Prüfungsausschuss und für die KG „Schön wär’s“ – er war auch Stadtprinz – waren weitere Ehrenämter. Selbstverständlich ist er Mitglied in den Schützenvereinen und geht zu den Versammlungen.

Auf dem Hof ist es heute ruhig geworden – er ist verpachtet. Die Kinder haben keine bäuerliche Ader, was Hubert Hartmann angesichts des Wandels in der Landwirtschaft nicht so schlimm findet. „Mit dem Wirtschaftlichen und dem Sozialen geht es in der Landwirtschaft rapide bergab“, sagt er: „Wachsen oder weichen“. Und: „Hier wird auf Dauer niemand mehr pflügen.“

Gerty Hartmann strickt für ihre Enkel, und gemeinsam rätselt sie mit ihrem Mann. Wegen der eingeschränkten Sehkraft liest Hubert ihr vor. Und sie gehen spazieren.

Hubert Hartmann hält seinen Kram auf dem Hof noch ordentlich in Schuss. „Ich habe noch eine Bohrmaschine“, sagt er selbstbewusst – und auch einen Rasenmäher.

Verpasst haben beide nichts, auch wenn „es schon einige anstrengende Jahre waren“, wie Gerty Hartmann sagt: „Es war bisher ein langes und erfülltes gemeinsames Leben.“

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