Vorsorge für ein würdevolles Leben bis zuletzt
Dr. Anne Schütte spricht mit allen

Sendenhorst/Albersloh -

„Advanced Care planning“ heißt eine neue, gesetzlich verankerte Vorsorgeplanung für den letzten Lebensabschnitt. Das ist das Fachgebiet von Dr. Anne Schütte. Sie ist seit dem 1. Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung von alten Menschen im Pflege- und Betreuungsnetzwerk der St.-Elisabeth-Stift gGmbH.

Dienstag, 08.10.2019, 08:00 Uhr
Die Theologin Dr. Anne Schütte ist seit Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung im Pflege- und Betreuungsnetzwerk.
Die Theologin Dr. Anne Schütte ist seit Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung im Pflege- und Betreuungsnetzwerk. Foto: Bettina Goczol

Dr. Anne Schütte ist seit dem 1. Oktober Beauftragte für palliative und seelsorgerische Beratung und Begleitung von alten Menschen im Pflege- und Betreuungsnetzwerk der St.-Elisabeth-Stift gGmbH. In allen vier Einrichtungen – also auch in Sendenhorst und Albersloh – wird sich die Theologin jeweils einen Tag pro Woche Zeit nehmen, um mit Bewohnern ins Gespräch zu kommen, heißt es im Bericht des Netzwerks. Was wünschen sie sich für ihre letzte Lebensphase? Was soll in der Patientenverfügung festgelegt sein? Welche palliative und seelsorgerische Begleitung ist ihnen wichtig? Auf diese Fragen will Anne Schütte Antworten gegeben.

Der Gesetzgeber hat dieses Angebot der Vorsorgeplanung – „Advanced Care planning“ genannt – im Paragrafen 132g im „Fünften Buch Sozialgesetzbuch“ neu geschaffen. Einrichtungen können es auf freiwilliger Basis anbieten. Im Pflege- und Betreuungsnetzwerk soll dieses Angebot allen offenstehen, die es gerne annehmen möchten. „Wir sind sicher, dass dieses Angebot gut zu unseren Einrichtungen passt und einen Mehrwert für alle Bewohnern bietet“, ist sich Netzwerkkoordinator Markus Giesbers sicher. In der Phase, bis Anne Schütte die erforderliche Weiterbildung an der Fachhochschule Münster abgeschlossen hat, trägt die „Heinrich-und-Rita-Laumann-Stiftung“ die Kosten für diese Stelle.

Anne Schütte schöpft für ihre Arbeit aus einem reichen Fundus an Erfahrung. Während ihres Studiums der katholischen Theologie und Musikwissenschaften in Münster arbeitete sie nebenher als Altenpflegehelferin, berichten die Verantwortlichen. „Die Theologie und die Pflege wuchsen zusammen“, erzählt sie. Damit war der rote Faden für ihren beruflichen Weg gefunden: Mittlerweile blickt sie auf 35 Jahre in der Altenarbeit zurück, davon elf Jahre mit ambulanter und stationärer Pflege sowie Nachtdiensten. Insbesondere der Umgang mit Menschen mit Demenz sowie die Abschieds- und Trauerkultur, wie sie sie in den 1990-er Jahren in Pflegeeinrichtungen erlebte, ließen ihren Wunsch reifen, die praktische Altenpflege mit seelsorgerischen, organisations- und berufsethischen Fragen zu verbinden.

Weitere Stationen folgten: In Augsburg ließ sie sich zur Hospiz- und Klinikseelsorgerin ausbilden. Dort kam sie auch in Kontakt mit Modellen, die Hospizkultur in Altenheimen zu verankern. Im Jahr 2000 baute sie als Hospizbeauftragte der Diözese Osnabrück die vernetzte Arbeit ambulanter Hospizgruppen auf und promovierte in Osnabrück und Wien zu der noch jungen Disziplin der palliativen Geriatrie.

2011 wechselte sie als Dozentin an die Hochschule in Rheine und befasste sich darüber hinaus an Akademien mit der Konzeption und Durchführung von Weiterbildungen für Gesundheits- und Pflegeberufe im Bereich der Pflege- und Organisationsethik und Palliativen Geriatrie. Zuletzt war sie im Tibus-Stift Münster in der Beratung und Seelsorge rund um die letzte Lebensphase tätig.

Im Pflege- und Betreuungsnetzwerk will sie mit Bewohnern, aber auch deren Angehörigen ins Gespräch kommen und sensibel und behutsam Themen ansprechen rund um ein würdevolles Leben bis zuletzt.

Manchmal verbauten rigorose Regelungen in der Patientenverfügung einfache Maßnahmen der Symptomlinderung, die noch Lebensqualität geben könnten, weiß sie. Auch biografische Prägungen bestimmten die Vorstellungen über die letzte Lebensphase.

Dazu meint Anne Schütte: „Ich möchte den Bewohnern und Angehörigen Sicherheit geben und dabei im Austausch bleiben mit den Hausleitungen und den Mitarbeitern, die jeden Tag mit den Bewohnern zu tun haben.“

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