In der Kita „Biberburg“ hat die Küche einen besonderen Stellenwert
Für Leib, Seele und mehr

Albersloh -

Die Küche und das gemeinsame Essen haben in der Kita „Biberburg“ einen hohen Stellenwert. Jeden Tag wird frisch gekocht, und das, wenn möglich, mit Produkten aus dem Dorf. Die Kinder lernen dabei auch den Wert von Lebensmitteln. Die Jüngsten essen in Hochstühlen.

Samstag, 19.10.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 14:34 Uhr
In der Küche der „Biberburg“ bereiten Najia Hessane und Irmgard Lambert das Mittagessen vor. Irmela Höfener und Ulla Brinkschulte (v.li.). finden, dass das gemeinsame Essen wichtig ist.
In der Küche der „Biberburg“ bereiten Najia Hessane und Irmgard Lambert das Mittagessen vor. Irmela Höfener und Ulla Brinkschulte (v.li.). finden, dass das gemeinsame Essen wichtig ist. Foto: Christiane Husmann

Während die Kinder der Kita „Biberburg“ draußen buddeln oder drinnen spielen, stehen Irmgard Lambert und Najia Hessane in der Küche. Es ist 11 Uhr, und in den Töpfen brodelt es. Die Küchenfeen der „Biberburg“ bereiten das Tagesgericht vor: Möhrchen, Wirsing, Kartoffeln, Schnitzel und – ganz wichtig – Nachtisch. Der kommt bei den Kindern besonders gut an. Das gilt auch für die Gemeinschaft beim Essen, die in der „Biberburg“ eine große Rolle spielt.

Von unseren 55 Kindern essen 52 fast täglich hier.

Ulla Brinkschulte

„Von unseren 55 Kindern essen 52 fast täglich hier“, erzählt Ulla Brinkschulte . „Das fängt mit einem gesunden Frühstück an“, ergänzt Irmela Höfener. Die Leiterinnen der Kita sind sich einig, dass gutes Essen wichtig ist – angefangen bei den Zutaten. „Die beziehen wir fast ausschließlich von Anbietern aus dem Dorf und, soweit möglich, in Bio-Qualität“, erklärt Ulla Brinkschulte. Zum Frühstück gehören immer auch Obst und Gemüse. „Und die Brote werden von den Kindern selber bestrichen und belegt“, erzählt Irmela Höfener. Das finden die Erzieherinnen wichtig: „So lernen die Kinder, einzuschätzen, wie viel sie wirklich essen wollen und wann sie satt sind.“ Nebenbei könne so vermieden werden, dass Lebensmittel unnötig weggeworfen werden.

Weil es bis zum Mittagessen noch ein Weilchen dauert, wird eine „Apfelrunde“ durch die Gruppen gereicht. Die besteht aus wechselnden Obstsorten, die gegen den kleinen Hunger helfen sollen.

Entlastung für Familien

„Dass die Kinder hier essen können, bedeutet für die Familien eine deutliche Entlastung“, erklären die Leiterinnen. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, dass sei eine Herausforderung, bei der die Kita bestmögliche Unterstützung leisten wolle. Angefangen bei den Jüngsten.

Die unter Dreijährigen werden in der „Bärengruppe“ betreut und dürfen als erste an den Mittagstisch. „Um 11.30 Uhr starten wir die Hochstuhlparade“, erklärt Irmela Höfener. Die Jüngsten wissen genau, worum es geht, und lassen sich gerne in ihre erhöhten Stühle verfrachten. „Rolle, rolle, rolle, der Tisch der ist so volle, der Magen ist so leer, der brummt wie ein Bär“, lautet einer der Sprüche, die zu den Ritualen gehören, mit denen das gemeinsame Essen eingeläutet wird. Beim selbstständigen Essen werden sie zwar noch von den Erzieherinnen unterstützt, können aber schon viel alleine. Und dann geht‘s ab ins Bett zum Mittagsschlaf.

Die „Hochstulparade . . .

Die „Hochstulparade . . . Foto: Christiane Husmannn

Ausgeruht wird in der restlichen Kita nicht. Einige „Maxis“ wischen im Flur den Tisch ab und decken ihn anschließend ein. Sie haben heute „Dienst“. Die angehenden Schulkinder essen gemeinsam mit den Leiterinnen der Kita. Das ist etwas Besonderes. Es gibt immer spannende Gespräche, die auch schon mal den bevorstehenden Schulstart thematisieren können.

Mit am Tisch ist auch das „leise Lama“, das in seiner Glaskugel geschüttelt wird, wenn es beim Essen und Reden mal zu laut wird. „Das kommt aber selten vor“, versichert Ulla Brinkschulte. Auch wenn der Spruch „Piraten wollen Schätze suchen, müssen dabei manchmal fluchen, Kabeljau und Dynamit, wir wünschen guten Appetit“ zu Beginn des Essens anderes vermuten lässt.

Es schmeckt allen

Im Flur hängt der Speiseplan, der in der Küche zusammengestellt wird. Die Köchinnen, Irmgard Lambert und Elisabeth Seebröker, wechseln sich wochenweise ab. Ihnen steht Najia Hessane tatkräftig zur Seite. „Seitdem stehen auch öfter mal Falafel und Couscous auf dem Speiseplan“, freuen sich die Leiterinnen über die Einflüsse der Küchenkraft, die mit ihren Kolleginnen nicht nur darauf achtet, dass es schmeckt, sondern auch, dass Unverträglichkeiten und Allergien einzelner Kinder berücksichtigt werden. „Wir sind mit den Kochkünsten sehr zufrieden“, loben Irmela Höfener und Ulla Brinkschulte, die sich freuen, dass auch die Kinder das Essen und die Arbeit der Köchinnen wertschätzen – vielleicht nicht immer verbal, aber mit gutem Appetit und zufriedenen Gesichtern.

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