Zweite Runde von „Gut und gemeinsam leben“: Studierende setzen Projekte um
Gemeinsam gegen Einsamkeit

Sendenhorst/Albersloh -

Das Projekt „Gut und gemeinsam leben“ geht in die nächste Runde. Nach der Befragung der Bürger sollen jetzt konkrete Projekte angegangen werden. Dabei sollen unter anderem Menschen, die sich einsam fühlen, in den Blick gerückt werden.

Freitag, 25.10.2019, 08:00 Uhr
Stehen in den Startlöchern für „GUGL 2“: Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann (Laumann-Stiftung), Martina Bäcker (Stadt Sendenhorst), Angelika Reimers (Seniorenbüro), Bürgermeister Berthold Streffing, Prof. Mirko Sporket (FH Münster) und Netzwerkkoordinator Markus Giesbers (v.li.).
Stehen in den Startlöchern für „GUGL 2“: Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann (Laumann-Stiftung), Martina Bäcker (Stadt Sendenhorst), Angelika Reimers (Seniorenbüro), Bürgermeister Berthold Streffing, Prof. Mirko Sporket (FH Münster) und Netzwerkkoordinator Markus Giesbers (v.li.). Foto: Bettina Goczol

Das „GUGL“-Projekt „Gut und gemeinsam leben in Sendenhorst – in jedem Alter“ geht in die zweite Runde. In einem gemeinsamen Resümee zu den Ergebnissen der Bürgerbefragung gaben Vertreter der „Heinrich-und-Rita-Laumann-Stiftung“, der Stadt und der Fachhochschule Münster einen Ausblick auf die zweite Projektphase, die mit 20 Studenten über zwei weitere Semester bis Mitte 2020 fortgesetzt werden soll.

„Digitaler Dorfplatz

Aus den Ergebnissen der Bürgerbefragung ergeben sich verschiedene Handlungsansätze, aus denen Projekte entwickelt werden sollen, heißt es im Bericht der Stiftung. „Die Ergebnisse bestätigen vieles, was wir wussten oder ahnten. Die Bürgerbefragung ist eine gute Orientierungshilfe für anstehende Projekte“, erklärte Bürgermeister Berthold Streffing. Konkret spielt er auf die geplante Installation eines Ehrenamtskoordinators sowie auf die Einrichtung eines „digitalen Dorfplatzes“ in Albersloh an. Die Befragung habe gezeigt, dass es eine hohe Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement sowie den Wunsch nach Gemeinschaft gebe.

Vielen Menschen werden im Alter die Einfamilienhäuser mit Garten zu groß.

Professor Dr. Mirko Sporket

Projekte gegen Einsamkeit vor allem älterer Menschen seien somit auch ein Schwerpunkt, dem sich die Studierenden in „GUGL 2“ widmen wollen, so Markus Giesbers, der an der Schnittstelle von Fachhochschule und Laumann-Stiftung das Projekt betreut. Dabei würden sich die Studenten daran orientieren, was sich realistisch und mit ihren Möglichkeiten umsetzen lässt, ohne in Konkurrenz zu städtischen Aktionen zu treten.

Neue Wohnformen

Bei dem Abstimmungsgespräch kam auch das Thema „Wohnen im Alter“ zur Sprache. Professor Dr. Mirko Sporket von der FH Münster: „Vielen Menschen werden im Alter die Einfamilienhäuser mit Garten zu groß. Es gibt einen wachsenden Bedarf an alternativen Wohnformen, die Wohnen und Gemeinschaft miteinander verbinden.“

Die Ergebnisse in Sendenhorst zeigten aber auch, dass es jenseits von betreutem Wohnen und Pflegeheim einen Informationsbedarf nach anderen, gemeinschaftlichen Wohnformen gebe. Aus ihrem Beratungsalltag im Seniorenbüro berichtete Angelika Reimers, dass die jetzige Generation 70 plus hinsichtlich Pflege und Unterstützung noch hohe Ansprüche an ihre Kinder stelle, um im eigenen Haus alt zu werden. Vermutlich würden sich kommende Generationen aber eigenständiger organisieren und flexibler ihre Wohnform an die Lebenssituation anpassen.

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