Berthold Streffing stellt seinen insgesamt 18. Etat vor
Sein letzter – aber nicht so ganz

Sendenhorst/Albersloh -

Bürgermeister Berthold Streffing hat seinen letzten Haushaltsentwurf für die Stadt Sendenhorst vorgelegt. Zur Kommunalwahl im Herbst tritt er nicht mehr an. Der Etat sieht Ausgaben in Höhe von 25,5 Millionen Euro vor. Die bisherigen Steuersätze werden nicht verändert.

Samstag, 02.11.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 14:08 Uhr
Gute Laune – und das nicht grundlos – haben Kämmerin Bettina Küch-Wallmeyer und Bürgermeister Berthold Streffing bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr.
Gute Laune – und das nicht grundlos – haben Kämmerin Bettina Küch-Wallmeyer und Bürgermeister Berthold Streffing bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für das kommende Jahr. Foto: Josef Thesing

Es ist am Halloween-Tag. Und deshalb ist es für Bürgermeister Berthold Streffing wichtig zu betonen, dass der Donnerstag bezogen auf die Finanzen der Stadt „kein gruseliger Tag ist“. Es ist sein 18. Haushaltsentwurf, den er in Sendenhorst (mit)zuverantworten hat – zwei als Kämmerer und danach 16 als Bürgermeister. Und weil es der letzte Etat ist, dessen Folgen Streffing abzuwickeln hat, blickt er auch ein wenig zurück.

Den städtischen Haushalt 2021 wird er noch mit erarbeiten, aber nicht mehr abarbeiten. Denn dieser soll im kommenden Jahr erst im Dezember vorgestellt und diskutiert werden – wenn der neue Bürgermeister und der neue Rat der Stadt nach der Kommunalwahl in Amt und Würden sind.

Soll und Haben fast im Einklang

Gruselig ist dieser Haushaltsentwurf deshalb nicht, weil Soll und Haben nahezu im Einklang sind. Und das, obwohl die Personalkosten steigen, Investitionen geplant und die Einnahmen durch die Gewerbesteuer vorsichtig kalkuliert sind. Rund 184 000 Euro fehlen für die viel zitierte „schwarze Null“.

Doch dann kann sich noch zum Besseren wenden, nachdem Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei der Steuerschätzung in dieser Woche die erwarteten Einnahmen nach oben korrigiert hat. Einiges des zusätzlichen Geldes, so hoffen sie im Sendenhorster Rathaus, werde auch in der Stadtkasse ankommen.

Viele der aktuellen Ratsmitglieder haben ihn und seine Haushalte schon lange begleitet, blickt Berthold Streffing zurück. Und nach einigen finanziell schlechten Jahren seien Politik und Verwaltung mit verschiedenen Maßnahmen gemeinsam die Haushaltskonsolidierung angegangen, unter anderem, indem die freiwilligen Zuschüsse halbiert, die kommunalen Steuern erhöht und städtischer Besitz verkauft worden waren. Ob Letzteres, etwa bezogen auf die seinerzeit städtischen Unterkünfte für Asylsuchende, in der Nachbetrachtung richtig gewesen sei, müsse jetzt dahingestellt bleiben. „Heute weiß man es vielleicht besser“, sagt der Bürgermeister. Doch das nütze nun niemandem mehr.

Die Menschen leben gerne hier.

Berthold Streffing

Sparen sei wichtig – aber die „Stadt kaputt zu sparen“ sei der falsche Weg. Das sei in früheren Jahren seine Meinung gewesen. Und das sei sie auch heute noch. „Die Befragungen im Rahmen des ,Gugl’-Projekts zeigen, dass sich die Bürger in Sendenhorst und Albersloh wohlfühlen und das sie hier gerne leben.“

In die Zukunft investieren

Und deshalb sei es wichtig, so zu investieren, „dass Sendenhorst eine lebens- und liebenswerte Stadt bleibt“, so Streffing. Dabei gelte es, die Leitlinien Wirtschaft, Wohnen und Gemeinwesen inklusive der Bildung beim Wirtschaften weiter in den Mittelpunkt zu stellen. Die Verwaltung empfehle ausdrücklich nicht, die Zuschüsse an Vereine und Verbände weiter zu kürzen. „Sie haben zum Beispiel bei der Betreuung der Flüchtlinge Großartiges geleistet.“

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