Arbeiten in Ludgerus-Kirche laufen auf Hochtouren
Endspurt auf der Baustelle

Albersloh -

Wer derzeit die Ludgerus-Kirche betritt, dem mag die Metapher des „Phönix aus der Asche“ in den Sinn kommen. Das Grau der Wände ist einem freundlichen Weiß gewichen, die zuvor dunkle Holzverkleidung der Orgel präsentiert sich hell, und insgesamt steht der Eindruck, dass die neu gestalteten Kirchenräume deutlich gewonnen haben.

Montag, 18.11.2019, 14:11 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 11:14 Uhr
Der neugestaltete Kirchenraum präsentiert sich hell und einladend.
Der neugestaltete Kirchenraum präsentiert sich hell und einladend. Foto: Christiane Husmann

Nicht mehr lange, und die Ludgerus-Kirche ist wieder für alle offen. Am 24. November findet die festliche Einweihung der Albersloher Kirche statt, zu der sich auch Bischof Dr. Felix Genn angekündigt hat. „Ein bisschen nervös macht es mich schon, dass noch nicht alles fertig ist“, räumt Elke Oestermann ein, die zum Arbeitskreis der katholischen Kirchengemeinde gehört, der sich bereits seit 2006 mit der Umgestaltung der Kirche befasst. Beispielsweise ist die Orgel noch nicht in Betrieb. „Bei der Einweihung wird die Orgel nicht spielen“, weiß Elke Oestermann und erklärt, dass jede Orgelpfeife noch einzeln gestimmt werden muss. „Dafür braucht der Orgelbauer natürlich absolute Ruhe“, sagt die Albersloherin mit Blick auf die noch laufenden Bauarbeiten. Auf musikalische Begleitung muss bei der Einweihung dennoch nicht verzichtet werden. „Unter der Leitung von Organist Winfried Lichtscheidl werden Chöre aus Albersloh und Sendenhorst singen“, verrät Elke Oestermann, während sie durch die Kirche führt und an verschiedenen Stationen Halt macht.

Im Nordflügel stehen zwei Kuben. In dem einen ist bereits eine Toilette installiert. Der andere soll wahlweise als Stuhlraum oder Beichtzimmer nutzbar sein. Er ist so eingerichtet, dass sowohl eine offene, wie auch eine Ohrenbeichte möglich sind. Der Sockel im Mittelschiff, auf dem der neue Altar nebst Ambo stehen soll, ist noch leer. Auch der Tabernakel ist noch nicht an Ort und Stelle. Das Kreuz hat inzwischen seinen Platz wieder eingenommen. Im ehemaligen Altarbereich sollen auf einer flexiblen Leinwand per Beamer Filme und Bilder projiziert werden können. Doch auch dafür gibt es noch Klärungsbedarf. „Wenn wir den Beamer unter der Orgel montieren, darf da nichts vibrieren“, erklären Thorsten Koch und Simon Gaßmöller von der Firma MEG-Medien. „Sonst gibt es Wackelbilder.“ Aber das könne man ja mit einem Orgelstück von Bach mal testen, meinen die Männer zuversichtlich.

Der verantwortliche Architekt Volker Lembken hört sich das an. Für ihn ist es wichtig, dass jedes Detail stimmt. Schaut man sich in der Kirche um, spricht alles dafür, dass er nicht nur auf Funktionalität, sondern sehr auf Ästhetik setzt. „Für mich persönlich ist das bisher eine der wichtigsten und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine der schönsten Baustellen“, sagt der Architekt und fügt an: „Es war sehr erbaulich, sehr produktiv – man hat aufeinander gehört, es kam jeder zu Wort, das fand ich sehr gut.“ Bei aller Ruhe, die Volker Lembken auszustrahlen scheint, räumt er ein, auch ein bisschen nervös zu sein. „Ich war gerade noch in der Werkstatt, die die Kirchenbänke bearbeitet – das sieht gut aus“, sagt der Architekt, und meint damit nicht nur die Optik, sondern auch den Zeitplan. „Das flaue Gefühl der Wochen davor ist schon fast verflogen“, beruhigt er sich mit Blick auf die verschiedenen Gewerke, die in vorgegebener Zeit erfüllt werden müssen. „Die Maler haben hier die meisten Arbeitsstunden verbracht“, überschlägt der Architekt und ist mit deren Arbeit sehr zufrieden. Bezogen auf die bevorstehende Einweihung fügt er augenzwinkernd an: „Und wenn der Bischof vorne zur Tür reinkommt, gehen hinten die letzten Handwerker raus.“ Während er den Kirchenraum betrachtet, sinniert Volker Lembken über die Baustelle und räumt ein: „Das hier packt mich an.“

So wird es sicherlich vielen gehen, die das erste Mal nach der Umgestaltung die Kirche betreten.

Gestern hatte die Kirchengemeinde zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Derzeit können auch die aus den alten Kirchenbänken gefertigten Andenken erworben werden. Mit dem Erlös soll das Spendenkonto zum Umbau der Kirche aufgestockt werden, das immerhin schon auf 93 347 Euro steht. „An dieser Stelle wollen wir uns schon jetzt bei allen bedanken, die mit ihrer Spende den Kirchenumbau bisher finanziell unterstützt haben“, sagt Elke Oestermann, die sich nun mit vielen anderen auf die Einweihung der umgestalteten Ludgerus-Kirche freut.

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