Dorfkern von Albersloh wird für alle Lkw gesperrt
Weihnachten am Nikolaustag

Albersloh -

Viele Albersloher werden am Nikolaustag ein bisschen Weihnachten feiern. Dann wird der Ortskern wieder für den Verkehr freigegeben. Nicht aber für Lkw, und zwar für alle – auch für die aus den Gewerbegebieten am Dorfrand. Sie dürfen dann nicht mehr durch den Dorfkern fahren.

Mittwoch, 27.11.2019, 15:09 Uhr
Das wird es nicht mehr geben. Der Dorfkern wird für Lkw gesperrt.
Das wird es nicht mehr geben. Der Dorfkern wird für Lkw gesperrt. Foto: Christiane Husmann

Für Willi Berheide war es am späten Dienstagabend ein großes „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“. Auspacken will der Albersloher es nach bisheriger Planung in der nächsten Woche am Nikolaustag. Und das nicht alleine, sondern in großer Runde – und auch noch auf der Straße. Bis dahin haben er und seine Mitstreiter noch ein bisschen Arbeit, denn das Fest will ja organisiert sein.

Am 6. Dezember soll die Ortsdurchfahrt von Albersloh wieder für den Autoverkehr freigegeben werden. Aber nicht für Lkw über 3,5 Tonnen: Für die ist dann Schluss. Und nicht nur für die Brummis, die den Dorfkern vor der baustellenbedingten Sperrung als preiswerte Abkürzung genutzt haben. Sondern für alle, auch für die Lastwagen der Unternehmen im Gewerbegebiet.

Polizei und Straßenverkehrsamt brauchen Rechtssicherheit

Das ist das Ergebnis einer Dienstbesprechung, an der der Landesbetrieb Straßen.NRW, die Kreispolizei, die Straßenverkehrsbehörde und die Stadt Sendenhorst teilgenommen haben. Und das geht weit über das hinaus, was in dieser Causa bisher verhandelt worden war. „Ein bisschen schwanger gibt’s nicht“, ist dabei die Devise. Denn das bisher angekündigte Durchfahrtverbot für Lkw ohne Stopp im Dorf müsse von der Polizei auch kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden. Und das werde es auch, aber dafür brauche es Rechtssicherheit. Das gehe aber nicht, wenn rund zwei Drittel der Lastwagen weiter durch das Dorf fahren dürfen, erklärte Wolfgang Huth von der Stadtverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Stadtwicklung und Umwelt am Dienstagabend, an der eben auch Willi Berheide als Zuhörer teilnahm. „Das ist zumutbar“, erklärte Huth – und Bürgermeister Berthold Streffing pflichtete ihm mit ähnlichen Worten bei. „Das geht deutlich über das Bisherige hinaus. Das ist ein Einschnitt, aber wir halten das für vertretbar.“

Das geht deutlich über das Bisherige hinaus. Das ist ein Einschnitt, aber wir halten das für vertretbar.

Bürgermeister Berthold Streffing

Das bedeutet im Klartext: Wenn die Albersloher künftig rund um die Kirche noch einen Lkw sehen, denn ist der auf dem Weg zum Lebensmittelmarkt am Kirchplatz. Denn das wird – und muss – natürlich weiter möglich sein, erklärte Wolfgang Huth. Das war es dann aber auch: Der Rest des Dorfkerns ist zwischen Münsterstraße, Wolbecker Straße, Alverskirchener Straße, Sendenhorster Straße und Bergstraße für Lastwagen gesperrt.

Schilder sind schon in Arbeit

Um dem auch frühzeitig Nachdruck zu verleihen, sind die Schilder, auf denen großräumig auf die Sperrung hingewiesen wird, bereits in Arbeit. Sie sollen bis zum Nikolaustag aufgestellt sein. „Das klappt“, waren die Verantwortlichen in der Sitzung zuversichtlich. Albersloh soll zudem schnell aus den Navis der Lkw verschwinden.

CDU sieht Probleme für Unternehmen

Völlig überzeugt davon, dass das der richtige Weg für alle ist, waren in der Sitzung des Ausschusses aber nicht alle politischen Fraktionen. Während auf der einen Seite gesagt wurde, dass das „für viele Menschen im Dorf eine Erlösung“ sein werde, zeigte sich Sebastian Sievers von der CDU „schier überrascht“. Die Sperrung für alle sei nicht das, „was wir gefordert haben“, führte er aus und mahnte, dass diese die heimischen Fuhrunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen könne. Dadurch könnten auch Arbeitsplätze in Gefahr sein.

Sein Fraktionskollege Henning Rehbaum regte deshalb auch an, dass die Stadtverwaltung kurzfristig mit den Gewerbetreibenden reden und die Gründe für die Totalsperrung erläutern solle.

Die beteiligten Behörden, die diese Anordnung, die nicht für Linien- und Schulbusse gilt, angeordnet haben, seien sich aber eines sicher, erläuterte Wolfgang Huth: „Der Umweg ist zumutbar.“ Das sahen auch andere so.

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